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Flaches Land bezahlt für Boom der Großstädte

Leipzig, Dresden und Chemnitz wachsen seit 2011 Flaches Land bezahlt für Boom der Großstädte

Während Sachsens Einwohnerzahlen dank demografischer Faktoren unaufhaltsam schrumpfen, boomen die Zahlen in den Großstädten des Freistaats. Leipzig liegt als derzeit am schnellsten wachsende Großstadt in Deutschland mit zehn Prozent Wachstum weit vorn, auch Dresden (um 4,9 Prozent) und Chemnitz (3,5) konnten deutlich zulegen .

Quelle: DNN

Dresden/Leipzig.  Während Sachsens Einwohnerzahlen dank demografischer Faktoren unaufhaltsam schrumpfen, boomen die Zahlen in den Großstädten des Freistaats. Leipzig liegt als derzeit am schnellsten wachsende Großstadt in Deutschland mit zehn Prozent Wachstum weit vorn, doch weil vor allem die 15- bis 34-Jährigen in die Metropolen drängten, konnten seit 2011 auch Dresden (um 4,9 Prozent) und Chemnitz (3,5) zulegen .

Die Messestadt, so belegen die Wissenschaftler vom Leibnitz-Institut für Länderkunde und dem Umweltforschungszentrum (UFZ) in einer aktuellen Studie, entwickelt gegenwärtig rasant das, was Dresden seit langem nährt: einen Speckgürtel, in dem sich die Zuzügler ansiedelten.

„Die Entwicklung strahlt natürlich auf die stadtnahen Gebiete besonders stark aus“, sagt Tim Leibert vom Leibnitz-Institut. Weiter entfernte Gegenden würden dagegen erheblich an Einwohnern verlieren. „Für Sachsen insgesamt ist die Schrumpfung längerfristig nicht aufzuhalten“, erläutert Leibert. „Das folgt schon aus der Schieflage in der Altersstruktur durch das Geburtentief und eine massive Abwanderung junger Leute nach der Wende.“

Ein Schwarmverhalten bei den jungen Leuten beschleunige das Ausdünnen ländlicher Regionen noch, meint Professor Harald Simons vom Forschungsinstitut Empirica. Denn in den Gebieten, wo die umzugswilligen Jugendlichen aufgewachsen sind, falle die Zahl der 15- bis 34-Jährigen unablässig. Weil in Sachsen mit Leipzig und Dresden gleich zwei attraktive Schwarmstädte um ein nahezu identisches Quellgebiet konkurrierten, seien die Auswirkungen für abgelegene Regionen wie die Lausitz besonders dramatisch.

Durch eine gleichmäßige Verteilung von Flüchtlingen wurde die Schrumpfung auf dem Land in den letzten zwei Jahren etwas vermindert, so Professor Dieter Rink vom UFZ. „Inzwischen sind die Zuweisungen rückläufig und viele Flüchtlinge ziehen weiter. Die Zukunft bei dem Thema lässt sich kaum prognostizieren.“

Der Wohnungsleerstand in vielen Dörfern oder Städten wie Görlitz, Hoyerswerda, Dessau und Wittenberg (beide in Sachsen-Anhalt) steige. „Dort kann man vernünftigerweise aber kaum noch Häuser abreißen, weil sich die Leerstände entweder im historischen Stadtzentrum befinden oder in Häusern, die saniert wurden. Deshalb denken wir über neue Modelle von Stilllegungen nach.“

Von Jens Rometsch

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