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Filialsterben geht in neue Runde

Mitteldeutsche Banken und Sparkassen: Filialsterben geht in neue Runde

Das Filialsterben bei Banken und Sparkassen in Mitteldeutschland geht in eine neue Runde. Immer mehr Geldinstitute dünnen ihr Netz aus. Die Entwicklung sei nur zum Teil begründet, warnt die Gewerkschaft Verdi.

Dresden. "Es besteht die Gefahr, dass jetzt in der Niedrigzinsphase gewachsene Strukturen zerstört werden, die sich bei Erholung des Marktes nur mit großem Aufwand wieder aufbauen lassen", sagt Verdi-Finanzexperte Stefan Wittmann.

"In den letzten Jahren haben sich die Institute in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen deutlich aus der Fläche zurückgezogen", so Wittmann. Die HypoVereinsbank (HVB) hat bundesweit ihr Filialnetz nahezu halbiert, ist in Sachsen nur noch in Leipzig, Dresden und Chemnitz vertreten. Die Deutsche Bank will bis Ende 2017 deutschlandweit mehr als 200 ihrer 720 Filialen dicht machen. In Sachsen ist sie zum Beispiel in Plauen, Freiberg, Zwickau, Chemnitz, Dresden, Bautzen, Grimma und Leipzig präsent. Und die Volksbanken haben in der Region laut Verdi rund 20 Prozent ihrer Geschäftsstellen geschlossen.

Das dichteste Netz haben immer noch die Sparkassen, aber die Einschnitte sind groß. In Ostdeutschland ist die Zahl der Filialen in den letzten zehn Jahren um 757 auf 2221 gesunken. Allein in Sachsen gab es einen Rückgang um 343 auf 745 Geschäftsstellen, teilt der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) mit. Thüringen hat jetzt noch 339 Filialen, 186 fielen weg. Das sei Folge der Abstimmung mit den Füßen, sagt Matthias Haupt, Sprecher der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen. "Im Schnitt besucht ein Kunde pro Jahr ein Mal eine Filiale, hingegen nutzt er 200 Mal den Onlineservice." Über den Abbau weiterer Filialen werde nachgedacht.

Die niedrigen Zinsen lassen auch bei den Sparkassen die Gewinne schrumpfen. OSV-Präsident Michael Ermrich spricht von zunehmenden Herausforderungen und möglichen weiteren Einschnitten. Die Entscheidung, eine Filiale zu schließen oder weiterzubetreiben, würden sich die Sparkassen nicht leicht machen. Zwischen der Pflicht zur flächendeckenden Präsenz und dem marktwirtschaftlichen Agieren müsse abgewogen werden. Die Institute entwickelten ferner Modelle, um auf dem Land präsent zu bleiben. Dazu gehörten etwa der Sparkassenbus und dörfliche Versorgungszentren, bei denen sich die Sparkasse mit anderen regionalen Dienstleistern, etwa der Post einen gemieteten Raum teilt.

Verdi-Finanzexperte Wittmann kritisiert den aus seiner Sicht "zu rigorosen" Sparkurs einiger Sparkassen. "Im Erzgebirge sind 30 Prozent der Filialen weg. Im Vogtland stehen 26 der 54 Geschäftsstellen vor dem Aus und in Zwickau ist bereits ein Viertel aller Filialen dicht." Den Rückzug aus der Fläche mit dem Bevölkerungsrückgang zu erklären, ist für Wittmann vorgeschoben. Es gebe gute Beispiele dafür, dass sich das Festhalten an den Filialen auszahle. "Im Gebiet der Harzsparkasse ist die Zahl der Einwohner um 2,5 Prozent gesunken, die der Sparkassenkunden hingegen um drei Prozent gewachsen." Der Zulauf komme von den Privat- und Genossenschaftsbanken, die sich zurückgezogen haben, sagt Wittmann .

Andreas Dunte

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