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Feuerwehren schlagen Alarm: Zu wenig Freiwillige rücken nach

Überalterung Feuerwehren schlagen Alarm: Zu wenig Freiwillige rücken nach

Den Feuerwehren in Sachsen und Thüringen gehen die aktiven Helfer aus. Grund: Viele Einsatztrupps sind überaltert, zu wenig junge Leute rücken nach. "Die Alterspyramide baut sich mit voller Wucht vor uns auf", sagt Sachsens Landesfeuerwehrverbandschef Karsten Saack.

Dresden/Erfurt. Den Feuerwehren in Sachsen und Thüringen gehen die aktiven Helfer aus. Grund: Viele Einsatztrupps sind überaltert, zu wenig junge Leute rücken nach. "Die Alterspyramide baut sich mit voller Wucht vor uns auf", sagt Sachsens Landesfeuerwehrverbandschef Karsten Saack. Von den 54 000 Feuerwehrleuten im Freistaat ist nur jeder 33. hauptberuflich tätig, von 36 000 in Thüringen ist gar nur jeder 50. bei der Berufsfeuerwehr. "Die meisten Kameraden stemmen diese Aufgabe neben ihrer beruflichen Tätigkeit", betont Saack. Vor allem in dünn besiedelten Regionen ist die Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Retter immer schwerer zu garantieren. Um die Personalnot zu lindern, wurde die Altersgrenze für die freiwilligen Retter abgeschafft, was umstritten ist. "Im Grunde muss jeder für sich einschätzen, ob er für die gefährlichen Einsätze noch tauglich ist", erklärt der Oschatzer Stadtwehrleiter Saack.

Mit dem Aktionsplan "Freiwillige Feuerwehren Sachsen 2020" wollen Aktive, Kommunen und Politik für Schwung sorgen. "Die Feuerwehr-Nachwuchsarbeit wird durch die demografische Entwicklung eine immer größere Herausforderung", sagt Innenminister Markus Ulbig (CDU). Deshalb werde Sachsen Investitionen weiter auf hohem Niveau fördern, derzeit sind es rund 21 Millionen Euro. Besonders Jugendfeuerwehren sollen besser unterstützt werden. "Gerade in den ländlichen Gebieten sind wir auf freiwillige Feuerwehren dringend angewiesen. Sie sind Säulen der inneren Sicherheit in unserem Land", betont Ulbig.

Die Thüringer Feuerwehren wollen mit einer Mitgliederkampagne neue Mitstreiter in den Gemeinden finden. Die Landesregierung gibt jährlich 50 000 Euro dazu. "Hier fühlen wir uns von der Landesregierung ernst genommen", sagt Verbandschef Lars Oschmann. Sollte der Personalmangel dennoch anhalten, setze er auf engere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen. "Der Gesetzgeber sieht die Bildung von Pflichtfeuerwehren vor, die jedoch nicht zielführend sein werden", sagt er.

"Ganz wichtig ist die Anerkennung der Leistungen, die von den Kameraden im Alltag erbracht werden", betont sein sächsischer Kamerad Saack. Rund 45 000 Einsätze kommen pro Jahr in Sachsen zusammen. "Hinter jedem einzelnen Helfer stehen Familien und Arbeitgeber, die ihm den Rücken frei halten."

Zumindest einen Hoffnungsschimmer für die Zukunft der freiwilligen Retter gibt es in Sachsen. Der Anteil der Jungen und Mädchen in den Jugendfeuerwehren steigt wieder und hat mit 12 000 Mitgliedern den Stand von vor zehn Jahren erreicht.

Bundespräsident Joachim Gauck würdigt das ehrenamtliche Engagement verdienter Bürgerinnen und Bürger alljährlich bei seinem traditionellen Neujahrsempfang. Zu den Gästen im Berliner Schloss Bellevue wird heute auch Feuerwehrmann André Rimpler aus dem ostsächsischen Ostritz gehören. Neben seinem Handwerk als Bäcker begeistert er in der Freizeit auch Jugendliche für die Feuerwehr und setzt damit eine Familientradition fort.

Winfried Mahr

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