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Fahrdienstleitercamp: Von „Weichenstellern“ und „Superhirnen“

Beruf bei der Bahn Fahrdienstleitercamp: Von „Weichenstellern“ und „Superhirnen“

Aus Sicht der Deutschen Bahn ist es „kein Job wie jeder andere“ – glaubt man dem Werbebanner, das eine Ausbildung als Fahrdienstleiter offeriert. „Navigator“, „Weichensteller“ und „Superhirn“ sollen die künftigen Mitarbeiter in einem elektronischen Stellwerk in einem sein. 18 potenzielle „Weichensteller“ weilen zu Ferienbeginn zu einem zweitägigen Fahrdienstleitercamp in Leipzig.

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Azubi Lydia Buchmann (28, rechts) erläutert Anne Elpel (16), Johannes Klektau (16) aus Halle, Lukas Lingner (16) aus Kleinzerbst und Lukas Holz (15, von links) aus Niesky Details der Arbeit als Fahrdienstleiter.

Quelle: Martin Pelzl

Dresden. Aus Sicht der Deutschen Bahn ist es „kein Job wie jeder andere“ – glaubt man dem Werbebanner, das eine Ausbildung als Fahrdienstleiter offeriert. „Navigator“, „Weichensteller“ und „Superhirn“ sollen die künftigen Mitarbeiter in einem elektronischen Stellwerk in einem sein. 18 potenzielle „Weichensteller“ weilen zu Ferienbeginn zu einem zweitägigen Fahrdienstleitercamp in Leipzig. Unter anderem der Besuch des elektronischen Stellwerks in der Betriebsleitzentrale am Leipziger Hauptbahnhof sowie eines mechanischen Stellwerks in Leipzig-Schönefeld stehen auf dem Programm.

Die einzige weibliche Teilnehmerin ist Anne Elpel (16) aus Dresden. Ein wenig familiär vorbelastet in Sachen Bahn ist sie schon. „Meine Tante arbeitet bei der Bahn“, verrät sie. Auf die Idee gekommen, am Fahrdienstleitercamp teilzunehmen, sei sie allerdings beim jüngsten Tag der offenen Tür. Die Dresdnerin ist unter anderem von den Erläuterungen von Praxistrainer Holger Meyer (52) im neuen Simulator sehr angetan. „Dieser Beruf wäre durchaus was für mich“, so das erste Fazit von Anne, die ebenso wie Lukas Holz (15) aus Niesky schon gespannt auf die weiteren Themen der Veranstaltung ist. Letzterem ist die Einladung fürs Fahrdienstleitercamp bei einem kleinen Bahnhofsfest in die Hände gefallen.

Bei der vorherigen Einführung erläutert Felix Scheidhauer (20) aus Dresden, der just vor einem Monat seine Ausbildung beendete, den Fahrdienstleitern in spe vielerlei Details. „Es gibt kaum noch mechanische Stellwerke im Osten“, erzählt er dem Nachwuchs. Ein elektromechanisches finde man noch in Döbeln. „Schade, dass ich in meiner Ausbildung kein mechanisches Stellwerk kennengelernt habe – aber vielleicht habt ihr die Chance“, sagt Scheidhauer, bevor er noch kurz über das Thema Zugbildung am Beispiel des größten Rangierbahnhofs Europas im niedersächsischen Maschen nahe Hamburg referiert. Verraten wird am Rande der Einführungsveranstaltung noch, dass 2017 ein zweites Lehrstellwerk eröffnet werden soll.

In vier Gruppen – etwas bemüht mit „Anpacker“, „Tüftler“, „Gipfelstürmer und „Abenteurer“ betitelt – geht es für die 17 Jungs und ein Mädchen dann zu unterschiedlichen Stationen. Im kellerähnlichen Großraumbüro erläutert beispielsweise Lydia Buchmann (28) – selbst noch Auszubildende im zweiten Lehrjahr – welche neuen Bereiche vom elektronischen Stellwerk in Leipzig nunmehr betreut werden. „Ganz aktuell sind beispielsweise Schönebeck und Magdeburg dazugekommen“, sagt Lydia, die auch alle so nennen dürfen. Der direkte Austausch von Schülern und Azubis kommt an, das merkt man sofort. Bei Fragen gibt es wenig Hemmschwellen. „Jedes Jahr kommen neue Bereiche hinzu“, erklärt die Leipzigerin noch, bevor der Wechsel zur nächsten Station ansteht.

Was die Jugendlichen ganz nebenbei mit auf den Weg bekommen: Neben einem guten Realschulabschluss sind Belastbarkeit und Koordinationsvermögen sowie Ruhe und Überblick auch in komplexen Situationen wichtige Voraussetzungen für einen guten Fahrdienstleiter. Ein Interesse am Zugverkehr der Bahn wird selbstredend vorausgesetzt.

Gut zu wissen: Für 2016 gibt es sogar noch einige wenige freie Ausbildungsplätze als Fahrdienstleiter. Für 2017 sind in Mitteldeutschland 55 Ausbildungsplätze, davon 33 in Leipzig, geplant. Hierfür sind schon Bewerbungen möglich.

Von Martin Pelzl

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