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Facebook-Verbot für Sachsens Lehrer: Nur noch private Nutzung und Medienschulung erlaubt

Facebook-Verbot für Sachsens Lehrer: Nur noch private Nutzung und Medienschulung erlaubt

Sachsens Lehrer dürfen ab dem kommenden Schuljahr soziale Netzwerke wie Facebook für dienstliche Zwecke nicht mehr nutzen. Wie das Kultusministerium des Freistaats (SMK) am Freitag mitteilte, sollen dadurch minderjährige Schüler vor der Verbreitung und dem Missbrauch persönlicher Daten geschützt werden.

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Laut einer Umfrage von Bitkom Research nutzen viele deutsche Journalsten soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter bisher kaum für die Recherche.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Privat dürften Lehrer diese Portale auch weiterhin nutzen. Sanktionen oder Kontrollen seien jedoch nicht angedacht.

„Mit dem Verbot machen wir auf datenschutzrechtliche Probleme aufmerksam“, erklärte SMK-Sprecher Dirk Reelfs. „Es ist unklar, wie Facebook die personenbezogenen Daten der Nutzer verarbeitet.“. So unterstehen zum Beispiel Zensuren, Bildungsempfehlungen oder Bilder vom Wandertag dem sächsischen Datenschutzgesetz. Um diese über die sozialen Netzwerke teilen zu dürfen, sei eine vorherige Einwilligung der Schüler nötig, so das SMK. Dies sei nicht praktikabel.

Das Kultusministerium verweist stattdessen auf die Portale lernsax.de und OPAL-Schule. Diese seien technisch gleichwertig, vom Standpunkt des Datenschutzes jedoch unbedenklich. Ob, und wie diese durch die Schüler angenommen würden, dazu lagen dem SMK-Sprecher keine Zahlen vor.

Lehrerverband: "Diese Entwicklung kann man nicht aufhalten"

Der Sächsische Lehrerverband (SLV) hingegen verwahrt sich gegen ein generelles Facebook-Verbot im Unterricht und bezeichnet dies als nicht zeitgemäß. „Die Jugendlichen sind nun mal bei den sozialen Netzwerken“, weiß Jens Weichelt, Landesvorsitzender des SLV. „Diese Entwicklung kann man nicht aufhalten.“ Er spricht sich für einen verantwortungsbewussten Umgang aus. „Wir wollen aber nicht, dass da dirigistisch von oben eingegriffen wird.“ Weichelt sieht besonders im niedrigschwelligen Zugang und der zeitnahen Kommunikation mit den Schülern einen Vorteil. „Bei Facebook bekommen sie direkt eine Antwort. Viele Schüler lesen ihre E-Mails heute gar nicht mehr.“ Reelfs empfiehlt hingegen, sich auf andere Kommunikationsinstrumente zu besinnen.

Einig sind sich Ministerium und Lehrerverband, dass es keine Facebook-Pflicht für Schüler geben dürfe. „Ihnen dürfen keine Nachteile entstehen, wenn sie oder ihre Eltern sich bewusst gegen die Nutzung sozialer Netzwerke entscheiden.“ Auch betonen beide Seiten, dass im Rahmen der Medienbildung Facebook weiterhin genutzt werden solle. Dafür braucht es jedoch klare Regeln, fordert der SLV.

Erst am Dienstag stellte der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) klar, dass Sachsens Beamte die sozialen Netzte weiterhin privat nutzen könnten. Dabei müssen diese jedoch Rücksicht auf ihren Dienstherren nehmen: „Dienstgeheimnisse bleiben geheim.“

Johannes Angermann

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