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Experten sehen zu wenig Projekte für Schulschwänzer in Sachsen

Experten sehen zu wenig Projekte für Schulschwänzer in Sachsen

In Sachsen wird nach Einschätzung von Experten zu wenig für notorische Schulschwänzer getan. Derzeit gibt es elf Projekte mit insgesamt 120 Plätzen. „Vielerorts ist der Bedarf aber höher und kann nicht abgedeckt werden", sagte Jens Reißmann von der Landesarbeitsgemeinschaft Schulverweigererprojekte.

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Nach Angaben des Kultusministerium gab es im Schuljahr 2009/2010 landesweit mehr als 4600 Schulverweigerer.

Quelle: dpa

Im Laufe des Schuljahres müssten viele Projekte sogar Wartelisten anlegen. Zudem würden sie nur für ein Jahr finanziert und müssten immer wieder neu beantragt werden. „Da bleibt immer auch eine Unsicherheit in der Planung", erklärte Reißmann.

Dennoch hätten die Helfer einiges erreicht. „In den letzten zehn Jahren konnten wir rund 1000 Schüler auf die Schulbank zurückholen", sagte der Experte. Die Gründe für das Fernbleiben vom Unterricht seien vielfältig und reichten von Mobbing in der Schule, Gewalt im Elternhaus, Missbrauch und unerkannten Lernschwächen bis zu generellem elterlichen Desinteresse. Immer mehr Jugendliche hätten zudem psychische Probleme.

„Erst wenn ein Schüler mindestens ein halbes Jahr lang durch Abwesenheit glänzt, kann man von sogenannten Schulverweigerern sprechen", so Reißmann. In den Projekten würden Jungen und Mädchen in kleinen Gruppen dann wieder an den Schulstoff herangeführt. Zudem versuchten Sozialpädagogen mit ihnen über ihre Probleme zu reden. „Etwa 75 Prozent der Schüler machen das Projekt zu Ende, gehen dann in ihre Schule zurück oder werden in berufsvorbereitende Maßnahmen vermittelt", sagte Reißmann.

Nach Angaben des Kultusministerium gab es im Schuljahr 2009/2010 landesweit mehr als 4600 Schulverweigerer. Aktuelle Zahlen liegen nicht vor. Unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht gilt als Ordnungswidrigkeit, nach dem fünften unentschuldigten Fehltag kann ein Verfahren eingeleitet werden. 2010 wurden rund 4700 solcher Verfahren in Sachsen eingeleitet.

Notorische Schulschwänzer müssen dabei mit Geldbußen von bis zu 1250 Euro rechnen. 2010 wurden Geldstrafen von insgesamt 337.600 Euro verhängt. Wird nicht gezahlt, droht Arrest. Nach Angaben des Justizministeriums sitzen derzeit zwei Jungen und zwei Mädchen deshalb in Gefängnissen des Freistaates.

dpa

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