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Ex-Luisenhof-Wirt will „zurück zu den Wurzeln“

Am 27. September eröffnet Schumanns Genusswerkstatt in Pulsnitz Ex-Luisenhof-Wirt will „zurück zu den Wurzeln“

Am Dienstag, dem 27. September, eröffnen Armin und Anja Schumann – die langjährigen Wirtsleute vom Traditionsrestaurant Luisenhof Dresden – in Pulsnitz am Schlosspark ihr neues Restaurant. „17 Uhr schließen wir einfach die Türe auf.“ Schumann’s Genusswerkstatt“ taufte das bekannte Gastronomenpaar sein Restaurant. Der Name ist Programm.

Armin Schumann will sich auch von den Rezepten aus dem handgeschriebenen Kochbuch seiner Großmutter inspirieren lassen.
 

Quelle: Catrin Steinbach

Dresden/Pulsnitz.  „Es war nicht Liebe auf den ersten Blick“, gibt Armin Schumann freizügig zu. „Wir brauchten erstmal viel Fantasie. Aber jetzt bauen wir hier nach unseren Vorstellungen um. Und dann passt’s.“ Am Dienstag, dem 27. September, eröffnen Armin und Anja Schumann – die langjährigen Wirtsleute vom Traditionsrestaurant Luisenhof Dresden – in Pulsnitz am Schlosspark ihr neues Restaurant. „17 Uhr schließen wir einfach die Türe auf.“

120 Plätze innen und 60 Plätze außen hat das Restaurant in der Pfefferkuchenstadt. Im Luisenhof in der Landeshauptstadt waren es 420 innen und 180 außen. Jetzt werden also kleinere Brötchen gebacken. „Zurück zu den Wurzeln“, sagt Schumann selbst, der sich nicht in Konkurrenz zu den anderen Gaststätten im Ort sieht, sondern als Ergänzung. „Unsere Branche ist schwierig, aber sie hat Zukunft, wenn man sich etwas einfallen lässt und etwas Besonders bietet.“

„Schumann’s Genusswerkstatt“ taufte das bekannte Gastronomenpaar sein Restaurant. Der Name ist Programm. Genuss habe oberste Priorität. Und Werkstatt bedeute Handwerk und Bodenständigkeit.

 Das Gastronomenpaar will frische Küche mit regionalen Zutaten bieten mit Produkten vom Ziegenhof Lauterbach, der Krabat Milchwelt Wittichenau, dem Fischhandel Wels aus Pulsnitz zum Beispiel. Mit Jägern habe er Kontakte geknüpft, damit er frisches Wild bekommt. „Wir wollen wie früher alles vom Tier verwerten. Es ist doch furchtbar, wenn ein Tier stirbt, nur das Filet verwendet wird und der Rest zu Hundefutter verarbeitet wird“, findet der Koch.

Gesammelte Kräuter, Blätter und Blüten für selbst kreierte Teemischungen, die es künftig auch in der Genusswerkstatt geben soll

Gesammelte Kräuter, Blätter und Blüten für selbst kreierte Teemischungen, die es künftig auch in der Genusswerkstatt geben soll.

Quelle: Catrin Steinbach

 Zudem werden er und seine Frau im Garten am Restaurant Kaninchen halten – sicher auch zur Freude der jungen Gäste. Des Weiteren ziehen Schumanns selbst Obst, Gemüse, Salat, Kräuter und grünen Spargel. Zum Teil im 800 Quadratmeter großen Privatgarten außerhalb von Pulsnitz und zum anderen direkt am Restaurant. Der kleine Garten dort wird nächstes Jahr – wie die Terrasse der Gaststätte – umgestaltet. Bis dahin baut das Gastronomenpaar in provisorisch aufgestellten Hochbeeten schon mal Salat an. „Er wird gepflückt und kommt wenig später auf den Tisch. Frischer geht es nicht“, so Armin Schumann.

Der Salat im provisorisch aufgestellten Hochbeet ist schon prächtig gediehen

Der Salat im provisorisch aufgestellten Hochbeet ist schon prächtig gediehen.

Quelle: Catrin Steinbach

Der 44-Jährige und seine Frau arbeiten zudem daran, handwerklich gefertigte kulinarische Produkte zum Mitnehmen herzustellen. Auf unbehandelten Wiesen in der Oberlausitz haben sie Kräuter, aromatische Blätter und Blüten für eigene Teemischungen gesammelt. Marmeladen, Konfitüren, Pestos und Chutneys, Kräutersalz sollen hinzukommen. Auch Catering ist eine Option.

 Bezüglich der Speisen schöpfe er nicht nur aus seinem langjährigen Erfahrungsschatz, sondern lasse sich ebenso von den Rezepten im handgeschriebenen Kochbuch seiner Großmutter inspirieren. Hauptgerichte sollen zwischen 10 und 18 Euro kosten. Es wird frisch gekocht, die Karte werde nicht riesig sein. „Es gibt, was es gerade zu der Zeit gibt und zwar zur besten Zeit.“

Blick in den Gastraum in der Ausbauphase

Blick in den Gastraum in der Ausbauphase. Platz finden Gäste des Restaurants zudem im Kaminzimmer.

Quelle: Catrin Steinbach

 Die Einrichtung der Gaststätte ist hell und modern mit viel Holz. An den Wänden sollen Aquarelle der Hausherrin und von Jochen Fiedler sowie Fotos und Kopien von Rezepten „als Hommage an meine Familie“ hängen, sagt Armin Schumann. Denn er stammt aus einer rheinhessischen Gastronomenfamilie mit langer Tradition.

Vom langen „Familientisch“ kann man durch ein großes Glasfenster den Köchen bei der Arbeit zusehen. Zudem werden Teile der Einrichtung aus der Altbauwohnung in Dresden-Bühlau in den Gastraum integriert, wie ein großer Teak-Buffettschrank. „Unsere Gäste sollen sich bei uns wie zu Hause fühlen“, so Schumanns Ziel. Er selbst, seine Frau und seine Tochter sind von Dresden nach Pulsnitz gezogen, wohnen in einer 80 Quadratmeter-Wohnung über der Gaststätte. Zudem gibt es im Haus noch vier Pensionszimmer.

Anja Schumann mit einem von ihr selbst gemalten Bild

Anja Schumann mit einem von ihr selbst gemalten Bild.

Quelle: Catrin Steinbach

Seine Mannschaft für das neue Restaurant in Pulsnitz hat Armin Schumann überwiegend aus dem Luisenhof-Team rekrutiert. „Mit meiner Frau und mir sind wir zehn Leute, sieben davon waren vorher schon im Luisenhof, eine Köchin haben wir hier vom Vorgänger übernommen.“ Fürs kommende Jahr hat der Gastronom sogar schon einen Azubi. „Ein zweiter kommt im zweiten Lehrjahr zu mir“, freut sich der Koch, der 2006 als Top-Ausbilder deutschlandweit ausgezeichnet wurde.

Auch in Sachen Interieur wird der Luisenhof nicht ganz aus Schumanns Leben verschwinden. Von den Nachkommen der Familie Voigt, in deren Besitz der Luisenhof 55 Jahre lang war, habe er eine Büste von Luise von Toscana zur Aufbewahrung bekommen. Sie werde in der Gaststätte einen Ehrenplatz bekommen.

Von Catrin Steinbach

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