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Erster Fall von Vogelgrippe in Sachsen

Sperrkreis um den Fundort Erster Fall von Vogelgrippe in Sachsen

In Sachsen gibt es einen ersten Vogelgrippe-Fall. Eine am Freitag am Cospudener See bei Leipzig gefundene Wildente habe den H5-Virus, sagte der Sprecher der Stadt, Matthias Hasberg, am Sonntag. Ob es sich dabei jedoch um den aggressiven Typ H5N8 handle, sei noch unklar.

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Wie hier am Bodensee ist auch am Cospudener See eine Wildente an Vogelgrippe gestorben.

Quelle: dpa

Dresden. In Sachsen gibt es einen ersten Vogelgrippe-Fall. Bei einer Mitte vergangener Woche am Cospudener See bei Leipzig aufgefunden Reiherente sei das hochpathogene Influenzavirus H5N8 nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt des Landkreises Leipzig am Sonntag in Borna mit. Deswegen sei drei Kilometer um den Fundort ein Sperrbezirk eingerichtet worden.

Alle 22 bekannten Geflügelbesitzer würden aufgesucht, hieß es. In dem Gebiet gilt für Geflügel Stallpflicht. Aufgefundene tote Vögel sind sofort zu melden. Auch Hund und Katze dürfen nicht mehr frei umherlaufen. Zudem ist ein Gebiet im Umkreis von 10 Kilometern bis weit in die Stadt Leipzig hinein Beobachtungszone. Zuerst hatte das Online-Portal „Tag24“ berichtet.

Vogelgrippe-Erreger H5N8

Das Vogelgrippe-Virus H5N8 kann in unterschiedlich gefährlicher Form auftreten. Ein hochpathogenes Influenzavirus H5N8 wurde nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) erstmals Anfang 2014 in Südkorea bei Geflügel und Wildvögeln nachgewiesen. Dort habe es diverse Ausbrüche gegeben, mehrere Millionen Vögel seien sicherheitshalber getötet worden. Im Zuge der Ausbrüche seien infizierte Wildenten entdeckt worden, die aber weniger stark erkranken. Das Virus tauchte auch in China und Japan auf.

Seit November 2014 wurden solche H5N8-Viren in mehreren Geflügelbetrieben in Deutschland und anderen europäischen Ländern entdeckt. Infektionen von Menschen mit den Viren sind laut FLI bislang weltweit nicht nachgewiesen worden. Eine Ansteckung über infizierte Lebensmittel ist nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung „theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich“. H5N8-Viren war schon früher entdeckt worden, etwa 1983 in Irland.

Am Sonntagnachmittag wurden nach Angaben des Landratsamtes zwei weitere tote Enten am Cospudener See gefunden. Auch diese würden auf Vogelgrippe untersucht, hieß es. Mit den Ergebnissen sei nicht vor Montagabend zu rechnen.

Laut einer Sprecherin des Sozial- und Verbraucherschutzministerium in Dresden soll nach dem ersten Vogelgrippe-Fall am Montag entschieden werden, ob eine landesweite Stallpflicht verhängt wird.

Wegen der Vogelgrippe-Gefahr gilt schon in einigen Teilen Sachsens eine Stallpflicht für Geflügel. Der Landkreis Nordsachsen und die Stadt Dresden hatten entsprechende Verfügungen erlassen. Aus mehreren Bundesländern sind Vogelgrippe-Fälle gemeldet worden.

Die Grünen im Landtag sprachen in einer Mitteilung von einem „erneuten Rückschlag“ für die Landwirtschaft und rieten bei den Maßnahmen zu Augenmaß. „Ein größerer Schaden von der Landwirtschaft lässt sich nur abwenden, wenn wir schnell wieder zum Normalzustand zurückkehren können“, sagte der Agrarexperte der Fraktion, Wolfram Günther.

dpa

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