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Eric Hattke vom Bündnis "Dresden für alle": Bildung ist bestes Mittel gegen Vorurteile

Eric Hattke vom Bündnis "Dresden für alle": Bildung ist bestes Mittel gegen Vorurteile

Das Netzwerk „Dresden für alle“ will bis auf weiteres Akzente für Toleranz und Demokratie setzen - unabhängig von der Entwicklung der islamkritischen Pegida-Bewegung.

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Eric Hattke, Sprecher des Dresdner Bündnis "Dresden für alle".

Quelle: dpa

„Wir müssen nicht über Pegida sprechen, sondern über die Symptome“, sagte der Sprecher des Netzwerkes, Eric Hattke, im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Der 23-Jährige ist für sein Engagement angefeindet worden, will aber weiter für seine Überzeugungen einstehen.   

Frage: Was ist das größte Ärgernis für Sie an Pegida?

Antwort: Dass wir eine politische Unmutsdebatte auf dem Rücken von Asylsuchenden führen, auf dem Rücken von Schwächeren. Natürlich gibt es politischen Unmut. Das sehe ich nicht anders. Es wird zu wenig für Bildung getan. Es gibt Politiker, die ihre Versprechen nicht einhalten und das Volk von oben herab behandeln. Es gibt Altersarmut, es gibt Steuerverschwendung, es gibt intransparente politische Entscheidungen. Das alles gibt es und muss auch bemängelt werden. Aber all das darf keine Ressentiments und Vorurteile auslösen. 

Frage: Pegida hat nach Lage der Dinge ihren Höhepunkt hinter sich. Welche Zukunft hat das Netzwerk „Dresden für alle“?

Antwort: Wir haben uns nicht organisiert, um gegen etwas zu sein, sondern um für bestimmte Werte einzutreten. Wir stehen für Toleranz und Mitmenschlichkeit. Nur dürfen das keine Worthülsen bleiben. Erst im Rückblick wird sich herausstellen, wie wir mit diesen Diskursen umgegangen sind, wie stark unsere Demokratie war. Wir suchen das Gespräch. Reden und zuhören heißt aber nicht, dass man alles tolerieren und akzeptieren muss. Die Grenze ist da, wo Menschenrechte verletzt, wo Ressentiments und Vorurteile geschürt werden. 

Frage: Wo sehen Sie denn Defizite in unserer Gesellschaft?

Antwort: Zum Beispiel in der Bildung. Bildung ist das beste Mittel für Integration und gegen Vorurteile, für Chancengleichheit und soziale Absicherung. Da wird bei uns massiv gespart. Sachsen steht zwar auf Platz 1 bei der Pisa-Studie, hat aber laut Bildungsmonitor den letzten Platz bei politischer Bildung. Wir haben also jede Menge schlaue Leute, die Fakten wissen, aber kein Bewusstsein für Politik haben. Das ist gefährlich. Ich halte es auch für fatal, dass wir den Wert eines Menschen vor allem nach ökonomischen Aspekten beurteilen. 

Frage: Sie kamen als junger Mensch zum Studieren nach Dresden, weil Sie die Stadt liebten. Hat Pegida Ihr Dresden-Bild verändert? 

Antwort: Mein Bild von Dresden hat sich durch Pegida nicht verändert. Ich bin es wohl eher, der sich verändert hat. Pegida ist nur Ausdruck einer Problematik, die wir hier seit langem haben. Zur Landtagswahl gab es rund 50 Prozent Nichtwähler, fast 10 Prozent wählten AfD, fast

fünf Prozent NPD. Wenn die Hälfte der Leute beschließt, nicht mehr an der Demokratie teilzunehmen, läuft etwas verkehrt. Pegida ist nur das Sichtbarmachen dieses Problems, nicht das eigentliche Problem. Wir müssen nicht über Pegida sprechen, sondern über die Symptome.

ZUR PERSON : Eric Hattke (23) ist Sprecher des Netzwerkes „Dresden für alle“, das sich als Gegenpol zur islamkritischen Bewegung Pegida gründete und für Toleranz und Weltoffenheit eintritt. Hattke studiert an der TU Dresden

dpa

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