Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -7 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Entrüstung nach Äußerungen von CDU-Politiker zu Flüchtlingen

Alexander Krauß Entrüstung nach Äußerungen von CDU-Politiker zu Flüchtlingen

Der CDU-Politiker Alexander Krauß hat mit Äußerungen über Flüchtlinge erneut für Empörung gesorgt. Am Freitag sprach sich der Landesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft für eine Einschränkung beim Familiennachzug von Flüchtlingen aus.

Voriger Artikel
„Spiegel“: Sachsen zahlt über 300.000 Euro für Biedenkopfs Tagebücher
Nächster Artikel
Sachsen richtet sich auf neue Flüchtlings-Sonderzüge ein
Quelle: dpa

Dresden. Der CDU-Politiker Alexander Krauß hat mit Äußerungen über Flüchtlinge erneut für Empörung gesorgt. Am Freitag sprach sich der Landesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft für eine Einschränkung beim Familiennachzug von Flüchtlingen aus, weil die Kapazitätsgrenzen erreicht seien. Eltern minderjähriger Ausländer sollten nicht mehr das Recht haben, nach Deutschland zu ziehen. „Wer sein Kind allein um die weite Welt reisen lässt, sollte dafür nicht auch noch mit einer Aufenthaltserlaubnis belohnt werden“, sagte Krauß wörtlich.

„Krauß unterstellt pauschal, Eltern würden ihre minderjährigen Kinder freiwillig fortschicken, um sich selbst ein besseres Leben zu verschaffen. Er verkennt bewusst die Zustände in Kriegs- und Krisengebieten, die Menschen zu solchen Notlösungen treiben“, sagte die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Linke). „Für mich ist Krauß kein Sozial-, sondern ein Asozialpolitiker, der Kriegsopfer verhöhnt.“ Nagel bezweifelte auch, dass Sachsen an Kapazitätsgrenzen angelangt sei und sprach von Panikmache. Die ankommenden Asylsuchenden würden noch längst nicht die Bevölkerungsverluste ausgleichen, die Sachsen seit 1990 hatte. Für das Kindeswohl sei es unbestreitbar das Beste, wenn die Familien schnellstmöglich wieder zueinander finden können, sagte der SPD-Politiker Hennig Homann.

„Die Ungewissheit über das Wohlergehen der zurückgebliebenen Familienmitglieder ist für viele das Schlimmste. Wer durch Krieg getrennten Familien die Zusammenführung verweigert, verweigert sich einem Mindestmaß an Menschlichkeit.“ Es sei mit vielen Familiennachzügen zu rechnen. Für die Grünen-Abgeordnete Petra Zais hat Krauß mit seinen Äußerungen den „letzten Rest von Menschlichkeit und christlicher Ethik verloren“. „Diese Unverfrorenheit, mit Unterstellungen und Schreckensbildern zu arbeiten, macht mich mittlerweile sprachlos.“

Krauß stempele bar jeglicher Faktenkenntnis Menschen pauschal zu Verbrechern und Kriminellen: „Es muss doch niemanden mehr wundern, wenn Hass und Gewalt eskalieren.“ Krauß hatte außerdem verlangt, bei Anträgen strenger zu prüfen, ob es sich um Zwangsehen oder arrangierte Partnerschaften handelt. Auch dann dürfe es nicht zu einem Familiennachzug kommen. „Ladendiebe und andere Kriminelle sollten grundsätzlich auf das Privileg des Nachholens von Familienangehörigen verzichten müssen. Das europäische Recht lasse solche Einschränkungen zu“, hieß es in einer Mitteilung. Schon einmal hatte Krauß, der auch CDU-Landtagsabgeordneter ist, im Sommer mit Äußerungen für Entrüstung gesorgt. Damals sprach er sich dafür aus, Asylbewerber, die keine Ausweispapiere vorweisen könnten oder ihren Namen „vergessen“ hätten, im Gefängnis unterzubringen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Majong: Der Klassiker unter den Computer-Puzzles. Hier kostenlos online spielen im Spieleportal von DNN.de ! mehr

Gewinnspiele
  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr