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Einsatzbereitschaft der Feuerwehren gefährdet - Zu wenig Kameraden in Sachsen

Einsatzbereitschaft der Feuerwehren gefährdet - Zu wenig Kameraden in Sachsen

Zu wenig Kameraden, Nachwuchssorgen, überalterte Technik: Freiwillige Feuerwehren, die Helfer in der Not, sind selbst in einer Notlage. Vor allem in ländlichen Regionen gibt es oft nicht genügend Personal, um tagsüber einsatzbereit zu sein, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

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Zu wenig Kameraden, Nachwuchssorgen, überalterte Technik: Freiwillige Feuerwehren sind in einer Notlage.

Quelle: dpa

„Die Kreise um den Einsatzort werden immer größer, da kann es schon einmal sein, dass es ein paar Minuten länger dauert, bis die Feuerwehr vor Ort ist“, sagte der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes, Karsten Saack. Minuten könnten allerdings entscheidend sein, wenn es um Menschenleben gehe.

Laut Verbandstatistik verlieren die Wehren in Sachsen pro Jahr rund 1000 aktive Kameraden. „Damit ist die Einsatzbereitschaft am Tag deutlich gefährdet“, so Saack. Rund 1800 Ortsfeuerwehren mit etwa 44.000 Kameraden gibt es derzeit im Freistaat. Vor allem auf dem Land müssten viele der ehrenamtlichen Helfer pendeln und seien am Tag kaum einsatzbereit. Um Einsätze wie vorgeschrieben stemmen zu können, müssten immer mehr Ortsfeuerwehren parallel alarmiert werden.

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Ein unbekannter Brandstifter hat in der Nacht zu Freitag einen Flachbau in der Leipziger Demmeringstraße angezündet.

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„Die Situation ist prekär“, berichtete auch Jens Glasewald von der Feuerwehr Weißwasser. Eine aktuelle Umfrage unter den 33 Ortsfeuerwehren der Region hat gezeigt, dass 26 nicht einsatzbereit sind. Allein in Weißwasser fehlt die Hälfte der Kameraden, um Einsätze abzudecken. Von den gesetzlich vorgeschriebenen 84 Einsatzkräften gibt es derzeit nur 42. Im gesamten Landkreis Görlitz seien rund 70 Prozent der Feuerwehren tagsüber nicht einsatzbereit. „Aber genau da passieren die meisten Einsätze, vor allem mittags, wenn gekocht wird“, sagte Glasewald.

Zudem fehlten ausgebildete Spezialisten, die Atemschutzgeräte tragen und im Ernstfall auch ins Feuer gehen können. „Das sind die wichtigsten Leute“, so Glasewald. Hin und wieder komme es vor, dass die Alarmierten selbst per Funk um Unterstützung von Kollegen bitten. „Die Betroffenen sind letztendlich die Unfallopfer.“

Lange Zeit sei das „Riesenproblem“ mit dem Personal totgeschwiegen worden. Jetzt wolle man offensiv vorgehen. Bei der Regionalkonferenz „Zukunft Brandschutz“ am 31. Mai in Bad Muskau treffen sich Helfer und Politiker, um über das Problem zu diskutieren.

Auch im Vogtland kennt man die Probleme: Am Tag sollten innerhalb von 13 Minuten nach der Alarmierung neun Einsatzkräfte am Brandort sein. „Das kann oft nicht gewährleistet werden“, sagte ein Sprecher des Kreisverbandes. 161 Wehren mit rund 4200 Aktiven verzeichnet der Verband derzeit, Tendenz fallend. Auch die Technik sei nicht auf dem besten Stand, etwa 20 Prozent stammten noch aus DDR-Zeiten. Nach Angaben des Landesverbandes gibt es eine große Spanne zwischen den Gemeinden. Manche seien gut ausgerüstet, in anderen sei die Feuerwehr noch mit einem Barkas, dem „B 1000“ unterwegs, hieß es.

In diesem Jahr unterstützt der Freistaat die Kommunen mit rund 20 Millionen Euro bei Investitionen im Brandschutz. Mit der Kampagne „Helden gesucht!“ soll zudem mehr Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr gewonnen werden. Zwar verbucht die Jugendfeuerwehr wieder steigende Mitgliederzahlen. „Viele gehen dann aber nicht in die aktive Feuerwehr über, weil sie für Ausbildung oder Job Sachsen verlassen“, sagte Karsten Saack vom Landesverband.

Derzeit gebe es Gespräche mit dem Innenministerium, eine Arbeitsgruppe diskutiert unter anderem mit Landkreisen und Gemeinden über die Zukunft der Feuerwehr. Auch mehr Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit etwa durch Prämien könnte helfen, meint Saack. Der größte Antrieb für die Feuerwehrleute sei allerdings Idealismus. „Sie sind einfach mit Herzblut dabei.“

Christiane Raatz, dpa

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