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„Ein toter Ernst in den Gesichtern“ – rund 100 Dresdner auf Gedenkweg durch Dresdner Altstadt

„Ein toter Ernst in den Gesichtern“ – rund 100 Dresdner auf Gedenkweg durch Dresdner Altstadt

Das Grauen zeichnen wollte der Dresdner Maler Wilhelm Rudolph. Das Grauen der Leichenverbrennung auf dem Dresdner Altmarkt nach dem Bombardement. Zu großen Stapeln waren die Toten dort aufgeschlichtet worden, Holzschwellen dazwischen, damit es besser brenne.

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Unter anderem trugen Trompeter Ludwig Güttler, Schauspielerin Anna-Katharina Muck und Lord-Bishop of Coventry Christopher Cocksworth Texte von Zeitzeugen vor.

Quelle: Tanja Tröger

„Brannte aber schlecht. Fässer von Benzin drüber. Brannte aber schlecht.“ Zeichnen durfte Rudolph schließlich nicht, aber er hielt das Grauen schriftlich fest. Seine erschütternden Erinnerungen wurden am 13. Februar auf dem Dresdner Gedenkweg vorgetragen.

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Impressionen vom Dresdner Gedenkweg 2015.

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Wie in jedem Jahr hatte die Fördergesellschaft der Frauenkirche den anderthalbstündigen Spaziergang zu Erinnerungsorten in der Altstadt organisiert, um einen „Beitrag wider das Vergessen“ zu leisten. An jeder der Stationen – von Synagoge, Wieland Försters „Großem Trauernden Mann“, Frauenkirche, Busmannkapelle, Altmarkt, Trümmerfrau bis zu den „Steinen des Anstoßes“ an der Kreuzkirche – verlasen Dresdner Kulturschaffende und Kirchenpersönlichkeiten Texte von Zeitzeugen. Auszüge aus Briefen, Tagebüchern, Akten und Predigten schilderten eindrücklich Momente aus der Geschichte des jeweiligen Ortes. So berichtet eine Aktennotiz aus dem Jahr 1964, dass beim Ausheben der Baugrube für die Gaststätte „Gastronom“ am Postplatz auch Tote aus der Sophienkirche mit weggebaggert wurden, oder erinnerte ein Gedicht an der „Trümmerfrau“ vor dem Rathaus an die vielen Frauen, die klaglos die Ruinen der Stadt beräumten und mit nichts als einem Hammer Steine für den Wiederaufbau vorbereiteten.

Erstmals wurde der Gedenkweg von der Nagelkreuz-Gemeinde mitorganisiert, einem weltweiten ökumenischen Netzwerk, das sich für Versöhnung einsetzt. Das namensgebende Kreuz aus drei Nägeln der von Deutschen zerstörten Kathedrale von Coventry gilt als Zeichen der Vergebung und Verständigung. Deshalb trug der Dresdner Gedenkweg erstmals den Zusatz „Unterwegs zur Versöhnung“, erläuterte Jost Hasselborn von der Nagelkreuz-Gemeinde.

ttr

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