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Dresden zeigt Flagge gegen Rechtsextremismus

Dresden zeigt Flagge gegen Rechtsextremismus

Dresden. Tausende Menschen aus ganz Deutschland haben am Samstag in Dresden erneut Flagge gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass gezeigt.

Deutsche Presse-Agentur dpa

Zu Konfrontationen mit Neonazis kam es bis zum Mittag nicht, weil die parallel geplante Kundgebung der Rechtsextremen überraschend abgesagt worden war. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben auch keine Hinweise darauf, dass es spontane Kundgebungen Rechtsextremer geben könnte.

Die Veranstaltungen unter dem Motto „Mit Mut, Respekt und Toleranz. Dresden bekennt Farbe" waren am Vormittag mit Friedensgebeten und Mahnwachen der Kirchen eingeläutet worden. Am öffentlichen Schabbatgottesdienst in der Synagoge nahmen etwa 50 Menschen teil. Neben zwei Großkundgebungen waren im Laufe des Tages auch viele kleine Aktionen geplant, darunter Diskussionsrunden und Konzerte.

Das „Bündnis Nazifrei - Dresden stellt sich quer!" meldete einige Tausend Teilnehmer bei seinem Demonstrationszug durch die Elbestadt. Er setzte sich vom Hauptbahnhof in Richtung Elbe in Bewegung und wurde von einem Polizeiaufgebot begleitet. Als in Höhe des Ufa-Kinopalastes Teilnehmer Feuerwerkskörper zündeten, setzten die Beamten ihre Helme auf. Kurze Zeit später war es aber wieder ruhig.

„Es scheint ein großes Bedürfnis danach zu geben, sich weiterhin in Dresden zu engagieren. Die Leute haben erkannt, dass das Problem nicht damit gelöst ist, den Naziaufmarsch geknackt zu haben", sagte die Sprecherin des Bündnisses, Franziska Radtke. Vielmehr gehe es darum, einen „antifaschistischen Grundkonsens" im Alltag zu etablieren und wachsam zu sein, dass es solche Aufmärsche in Dresden nicht mehr geben wird.

Für die Gewerkschaft lief Verdi-Bundesjugendsekretär Ringo Bischoff in dem Zug mit. „Es ist überwältigend, wie viele Menschen sich heute hier eingefunden haben. Tausende zeigen: Hier ist kein Platz mehr für Nazis - der Aufmarsch ist Geschichte", zitierte das Bündnis den Gewerkschafter in einer Pressemitteilung. Die Präsenz solle deutlich machen, dass zivilgesellschaftliches Engagement notwendig sei.

Parallel zum Marsch war für den frühen Nachmittag eine Großkundgebung auf dem Schlossplatz angesagt. Dort sollten neben dem früheren SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel auch Überlebende der alliierten Luftangriffe vom 13. Februar 1945 auf Dresden und der deutschen Bombenangriffe auf die polnische Stadt Wielun sprechen.

Dresden erinnert jedes Jahr im Februar an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Bei Bombenangriffen am 13. Februar 1945 und in den Folgetagen waren etwa 25 000 Menschen ums Leben gekommen. In den vergangenen Jahren zogen regelmäßig Neonazis auf, um das Datum für ihre Zwecke zu missbrauchen. Am vergangenen Montag versammelten sich etwa 1600 Rechtsextreme in Dresden. Ihr geplanter Marsch musste aber stark abgekürzt werden, weil Tausende Menschen die Straßen blockierten.

dpa

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