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Dresden erlebt den ruhigsten 13. Februar seit vielen Jahren – die Diskussionen bleiben

Dresden erlebt den ruhigsten 13. Februar seit vielen Jahren – die Diskussionen bleiben

Die Stadt Dresden hat den ruhigsten 13. Februar seit vielen Jahren erlebt. Der 70. Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Jahr 1945 war ein großer Schritt in Richtung Normalität.

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Quelle: Dennis Hetzschold

Doch eine wichtige Frage bleibt: Wie soll Dresden mit diesem Datum umgehen? Die Meinungen hier sind genauso gespalten wie früher beim Umgang mit Nazi-Demos. Während die einen still an die Opfer der Bombennacht erinnern wollen, kämpfen andere gegen die Verklärung der Dresdner als Opfer.

Sie weisen dabei zu Recht darauf hin, dass Dresden eben keine unschuldige Stadt war. Dresden war Festungsstadt, Verkehrsknotenpunkt und Standort von Rüstungsfabriken. Das Bündnis Nazifrei führt auf seinem „ Mahngang Täterspuren“ seit 2012 an Orte der NS-Herrschaft, in diesem Jahr schlossen sich rund 2000 Menschen an.

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Die Menschenkette 2015

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Welche Rolle die Trauer und stilles Gedenken auf der einen Seite und die Erinnerung und Mahnung auf der anderen Seite haben werden, muss Dresden in den kommenden Jahren weiter verhandeln. Zur Frage steht, ob der Heidefriedhof wieder eingebunden wird, auch über das Symbol der Menschenkette haben in diesem Jahr erste Diskussionen begonnen.

Viel wird dabei auch davon abhängen, wer neuer Oberbürgermeister wird. Die Noch-Amtsinhaberin Helma Orosz hatte in den vergangenen Jahren viel dafür getan, die gespaltene Stadt rund um den 13. Februar zu einen, versäumte es aber auch, Dresden Nazifrei in die Gespräche einzubinden.

Abzuwarten bleibt auch, wie sich die Situation rund um Pegida entwickelt. Oberbürgermeisterin Orosz forderte ein klares Bekenntnis gegen Hass, Krieg und Gewalt. Gedenken und Versöhnung hätten nur dann einen Wert, „wenn wir auch für das Hier und Heute eine klare Position beziehen“, sagte sie. Bundespräsident Joachim Gauck musste sich auf dem Neumarkt einige Beschimpfungen von Pegida-Anhängern anhören.

Trotzdem bleibt vom 13. Februar vor allem die Hoffnung auf Toleranz, die sich vor allem in den kleinen Momenten zeigte. Dass eine dezidiert linke Punk-Band wie „ Feine Sahne Fischfilet“ auf dem Neumarkt spielt, während wenige Meter weiter das stille Gedenken beginnt, wäre noch vor wenigen Jahren unmöglich gewesen. Die Fortschritte sind klein, aber sie sind da.

Stephan Lohse

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