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Dresden-Virus macht sächsischen Tourismus krank

Übernachtungszahlen stagnieren Dresden-Virus macht sächsischen Tourismus krank

Es ist eine durchwachsene Tourismusbilanz für den Freistaat, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Während alle anderen Bundesländer in Sachen Ankünfte und Übernachtungen Zuwächse vermelden, stagnieren die Zahlen in Sachsen.

Während alle anderen Bundesländer in Sachen Ankünfte und Übernachtungen Zuwächse zu vermelden haben, stagnieren die Zahlen in Sachsen auf dem Vorjahresniveau.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden.  Es ist eine durchwachsene Tourismusbilanz für den Freistaat, die Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und Hans-Jürgen Goller, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH (TMGS), am Mittwoch für das Jahr 2015 vorstellten. Während alle anderen Bundesländer in Sachen Ankünfte und Übernachtungen Zuwächse zu vermelden haben, stagnieren die Zahlen in Sachsen auf dem Vorjahresniveau.

7,4 Millionen Gäste und 18,7 Millionen Übernachtungen bedeuten im Vergleich zu 2014 eine Differenz von null bzw. –0,9 Prozent. Vor allem deutsche Gäste meiden den Freistaat als Urlaubsziel zunehmend. Ein Minus von 0,7 Prozent bei den Ankünften und 1,4 Prozent bei den Übernachtungen unterstreichen diesen Negativtrend. Dass Sachsen mit einem halbwegs blauen Auge davon kommt, liegt an den Besuchern aus dem Ausland – hier gab es ein Plus von 5,1 Prozent bei den Gästen und 3,5 Prozent bei den Übernachtungen. „Das Incoming hat Gott sei Dank ein richtig negatives Ergebnis verhindert“, sagte Goller.

Die Gründe für die mäßige Bilanz liegen für den TMGS-Geschäftsführer auf der Hand: „Es muss nicht lange spekuliert werden, dass die Ereignisse im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik in Sachsen und vor allem die praktisch das ganze Jahr vorherrschende mediale Berichterstattung zu diesem Thema ein besseres Ergebnis aus dem deutschen Markt verhindert haben.“ Vor allem Dresden hat wegen der montäglichen Pegida-Demonstrationen unter der mangelnden Nachfrage inländischer Gäste zu leiden (DNN berichteten). „Geht in dieser Stadt der Virus um, dann bekommt auch ganz Sachsen eine Grippe“, fasste es Dulig zusammen.

Die Zahlen im Detail

– Dresden: –2,3 Prozent Gäste, –3,0 Prozent Übernachtungen

– Leipzig: +1,7 Prozent Gäste, +2,3 Prozent Übernachtungen

– Sächsisches Burgen- und Heideland: +3,5 Prozent Gäste, +4,0 Prozent Übernachtungen

– Erzgebirge: +0,8 Prozent Gäste, –0,3 Prozent Übernachtungen

– Oberlausitz: +2,2 Prozent Gäste, –0,5 Prozent Übernachtungen

– Sächsische Schweiz: –0,1 Prozent Gäste, –1,2 Prozent Übernachtungen

– Vogtland: –2,1 Prozent Gäste, –1,6 Prozent Übernachtungen

– Sächsische Elbland: –1,1 Prozent Gäste, –4,8 Prozent Übernachtungen

– Chemnitz: –4,9 Prozent Gäste, –8,9 Prozent Übernachtungen

Die richtige Medizin dagegen ist noch nicht gefunden, wird aber dringend benötigt. Denn mit einem Jahresumsatz von 7,4 Milliarden Euro stellt die sächsische Tourismusbranche eine wichtige Wirtschaftsgröße dar. „Landschaftliche Schönheiten und kulturelle Vielfalt allein reichen nicht, wenn sie von politischen Negativnachrichten überdeckt werden. Diejenigen, die bei Pegida mitlaufen und vor Flüchtlingsheimen demonstrieren, müssen sich die Frage gefallen lassen, inwieweit sie verantwortlich sind daran, dass Arbeitsplätze verloren und ganze Branchen kaputt gehen“, so Dulig.

Um den Tourismusstandort Sachsen zukunfts- und wettbewerbsfähig zu gestalten, gehe es jetzt darum, das Problem nicht zu verschweigen, sondern aktiv Haltung gegen Fremdenfeindlichkeit zu zeigen. Dabei setzt Dulig auch auf die Touristiker selbst. „Deren Geschäftsmodell ist Gastfreundschaft. Deshalb sind sie wichtige Botschafter für Sachsen.“ Auch monetäre Maßnahmen hat der Freistaat auf der Agenda: Für das Tourismusmarketing ist für den kommenden Doppelhaushalt 2017/2018 fast eine Million Euro pro Jahr mehr veranschlagt. Insgesamt sind je 9,35 Millionen Euro vorgesehen. Mit den Mitteln wird auch das Werben auf dem ausländischen Markt verstärkt – etwa in China, wo es auch 2015 mit 32,6 Prozent mehr Gästen und 26,9 Prozent mehr Übernachtungen weiterhin hohe Zuwächse gab.

Zunächst präsentiert sich Sachsen aber vom 9. bis zum 13. März mit mehr als 30 Ausstellern auf der weltgrößten Tourismusmesse, der ITB in Berlin. Unter dem Motto „Sachsen – Spüre die Natur! Saxony – Feel the Spirit of Nature!“ liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr erstmalig auf Aktivurlaub und es stehen die ländlichen Regionen im Fokus.

Von Christin Grödel

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