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Döbeln wehrt sich gegen braune Flut

Döbeln wehrt sich gegen braune Flut

Es waren die Gegensätze, die den Protest einer Stadt gegen einen Aufmarsch der Jungen Nationaldemokraten (JN) Sachsen prägten. Das Aktionsbündnis "Döbeln ist bunt!" setzte den Rechtsextremisten Farbe entgegen.

800 Polizisten der sächsischen Bereitschaftspolizei sowie aus Berlin, Hessen, Thüringen und der Bundespolizei sicherten diejenigen, die unter dem Motto "Der Drang nach Freiheit - gegen Polizeirepression und Willkür" ausgerechnet gegen die Beamten selbst Parolen skandierten. Und während Solistin Susanne Engelhardt vom Mittelsächsischen Theater auf der Bühne "Sagt mir, wo die Blumen sind" sang, kreiste der Polizeihelikopter über der Innenstadt. Die Aufzüge verliefen nach Aussage der Polizei störungsfrei. Entlang der Aufmarschroute habe es "Proteste in Hör- und Sichtweite" gegeben, hieß es. Eine Sitzblockade wurde durch die Einsatzkräfte aufgelöst. Über acht Stunden kam es in der Innenstadt zu erheblichen Verkehrseinschränkungen.

Rund 300 Demonstranten im JN-Aufmarsch - unter denen sich auch der NPD-Bundeschef Holger Apfel aus Sachsen befand - sahen sich etwa 600 Döbelnern gegenüber, die ein wirksames Zeichen gegen Rechts setzten. Das Aktionsbündnis wertete die vielfältigen Aktionen am Ostbahnhof der Stadt, am Lessing-Gymnasium, auf dem Obermarkt und am Wettinplatz als "vollen Erfolg". Die JN versuche, die sächsische Kreisstadt in der rechten Szene als Symbol für ihren Kampf zu etablieren. Doch: "Noch nie haben sich in Döbeln so viele Menschen an Protesten gegen einen Neonaziaufmarsch und gegen Menschenfeindlichkeit beteiligt. Das ist ein starkes Zeichen."

Der angemeldete Aufzug der Rechtsextremen war als Reaktion auf das Verbot der Nationalen Sozialisten Döbeln (NSD) im Februar dieses Jahres gedacht. Innenminister Markus Ulbig (CDU), der einen Besuch in Döbeln aus terminlichen Gründen abgesagt hatte, begrüßte "ausdrücklich, dass die Bemühungen, sich für ein weltoffenes und tolerantes Döbeln - und auch Sachsen insgesamt - einzusetzen, dank einer gemeinsamen Initiative verschiedener Kräfte erreicht werden konnte".

Auf den Kundgebungen kamen Vertreter der evangelischen Kirche sowie aus Politik und Wirtschaft zu Wort. Das Bündnis bekräftigte in einem öffentlichen Aufruf, Döbeln werde nach dem überstandenen Hochwasser nunmehr auch "die braune Flut abwehren".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.10.2013

Thomas Lieb

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