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Die neue Postkutsche heißt Street Scooter und fährt elektrisch

Neue Zustellbasen in Dresden und Leipzig Die neue Postkutsche heißt Street Scooter und fährt elektrisch

Viele Jahrhunderte lang wurden Pakete und auch Personen per Postkutsche transportiert. Die neue Postkutsche des bundesrepublikanischen Beförderungsgiganten heißt Street Scooter. Mit diesem Elektrotransporter, hergestellt bei der Post-Tochter Street Scooter in Aachen, will das Unternehmen künftig die Pakete zu den Kunden bringen.

Quelle: Deutsche Post

Dresden/Leipzig.  Viele Jahrhunderte lang wurden Pakete und auch Personen per Postkutsche transportiert. Die neue Postkutsche des bundesrepublikanischen Beförderungsgiganten (59,2 Milliarden Euro Umsatz, 498 000 Mitarbeiter, darunter 9100 in Sachsen) heißt Street Scooter. Mit diesem Elektrotransporter, hergestellt bei der Post-Tochter Street Scooter in Aachen, will das Unternehmen künftig die Pakete zu den Kunden bringen. Bis zum Jahresende sollen die ersten 2000 Fahrzeuge hergestellt werden. Geplant ist, nach und nach etwa 30 000 Fahrzeuge der vorhandenen Flotte durch den Öko-Transporter zu ersetzen.

Mittelfristig denkt die Post auch an die Vermarktung des Wagens. Mit Blick auf den US-Elektroautohersteller Tesla sagte Post-Paketvorstand Jürgen Gerdes (52) kürzlich: „Die bauen hochwertige Fahrzeuge für Privatkunden, wir können preisaggressive Werkzeuge für Geschäftskunden bauen.“ Im Moment würde die Post die Fertigungskapazitäten aber selbst benötigen.

Auch in Sachsen werden die Transporter bald zum Einsatz kommen. Das verkündete Frank Bettgenhäuser (54), seit gut 100 Tagen Post-Chef in Ostdeutschland. In der Niederlassung Dresden sollen noch in diesem Jahr 24 Street Scooter im Straßenbild auftauchen. In der Niederlassung Leipzig, die auch Chemnitz umfasst, sind es 44 Fahrzeuge. Zwickau ist mit 30 Elektro-Transportern dabei. Damit solle ein Beitrag zur Senkung der Umweltbelastung gerade in den Städten erreicht werden, sagte Bettgenhäuser. Denn dank des anhaltenden Booms im Online-Handel werden täglich immer mehr Pakete an die Verbraucher geliefert. Die Post hat im vorigen Jahr bei den Paketen ihren Umsatz um knapp neun Prozent auf 4,15 Milliarden Euro erhöht und kommt auf einen Marktanteil von 43,7 Prozent.

Ein Großkunde ist Amazon. Die deutsche Tochter des US-Versandhandelsriesen testet gegenwärtig in München die Zustellung in Eigenregie. Sechs Subunternehmer sind mit zusammen 240 Lieferwagen am Start. Berichte, dass diese Maßnahme in der bayerischen Landeshauptstadt den Post-Paketen Umsatzeinbußen von rund 25 Prozent gebracht hätten, kommentierte Bettgenhäuser nicht, gab sich aber betont gelassen.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Amazon sich Großstädte herauspicken wird, um dort die Waren zuzustellen.

Um im wachsenden Paketmarkt weiter Schritt zu halten, investiert die 1995 privatisierte einstige Behörde in Sachsen und will Anfang nächsten Jahres in Dresden – dort wurde gestern der Rohbau fertiggestellt – ihre erste mechanisierte Zustellbasis in Betrieb nehmen mit einer Tageskapazität von 13 000 Paketen. Neu ist dabei, dass eine Verteilanlage die Pakete automatisch der richtigen Zustelltour zuordnet. Noch erfolgt dies manuell durch die Paketfahrer. Sie gewinnen dadurch Zeit und können somit mehr Kunden ansteuern. Für Leipzig ist im nächsten Jahr ebenfalls der Bau einer entsprechenden automatisierten Basis geplant. „Wir steigern damit die Leistungsfähigkeit unserer Paketnetzes in Sachsen“, kommentierte Bettgenhäuser. Die neuen Basen ergänzen damit die drei Paketzentren in Radefeld, Ottendorf-Okrilla und Neumark. In diesen Anlagen können pro Stunde bis zu 32 000 Pakete sortiert werden.

Der gebürtige Westerwälder Bettgenhäuser hat seinen Job von der Pike auf gelernt. Mit 15 begann er eine Lehre als Briefträger, studierte später mit Hilfe des Arbeitgebers Betriebswirtschaftslehre und war dann Teil der Projektgruppe, die nach der Wende das gesamtdeutsche Postleitzahlsystem entwickelte.

Von Ulrich Milde

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