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Die Expertenkommission im Fall „Al-Bakr“

Vorgestellt Die Expertenkommission im Fall „Al-Bakr“

Sachsens Behörden sind im Fall des terrorverdächtigen Syrers Dschaber al-Bakr heftig kritisiert worden. Die Landesregierung hat nun vier Experten berufen, die Abläufe zu untersuchen.

Die Bildkombo zeigt zwei Mitglieder bzw. den Vorsitzenden der Expertenkommission im Fall «Al-Bakr»: den Juristen Heinrich Fromm (l), die Psychologin Katharina Bennefeld-Kersten und den Juristen Herbert Landau. Das erste Treffen der Kommission soll am 24.10.2016 in Dresden stattfinden

Quelle: dpa

Dresden. Sachsens Behörden sind im Fall des terrorverdächtigen Syrers Dschaber al-Bakr heftig kritisiert worden. Erst misslingt die Festnahme des 22-Jährigen in Chemnitz. Nicht von der Polizei, sondern von Landsleuten gefasst und den Behörden übergeben, erhängt sich der mutmaßliche IS-Terrorist schließlich in seiner Zelle der JVA Leipzig - trotz einer durch eine Haftrichterin zuvor festgestellten Suizidgefahr. Die Landesregierung hat vier Experten berufen, die Abläufe zu untersuchen.

HERBERT LANDAU - Der 68 Jahre alte Jurist ist Vorsitzender der Kommission. Von 2005 bis Juli dieses Jahres war er Richter am Bundesverfassungsgericht. Mitte bis Ende der 90er Jahre war er als Bundesrichter im 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs tätig, danach wechselte das CDU-Mitglied als Staatssekretär ins hessische Justizministerium. Landau wurde 1948 im Siegerland (Nordrhein-Westfalen) geboren. Er ist Witwer und hat drei erwachsene Kinder

KATHARINA BENNEFELD-KERSTEN - Die 1947 geborene Psychologin leitete zehn Jahre lang die Justizvollzugsanstalt Celle-Salinenmoor. Bundesweit bekannt wurde sie, als sie sich 1996 bei einer Geiselnahme in der Haftanstalt im Austausch gegen eine Sozialarbeitern in die Hände eines verurteilten Mörders begab und von ihm vergewaltigt wurde. Von 2002 bis 2012 war sie Chefin des Kriminologischen Dienstes des Bildungsinstituts des niedersächsischen Justizvollzugs. Heute ist sie Leiterin der Bundesarbeitsgruppe Suizidprävention im Justizvollzug.

HEINZ FROMM - Der 68 Jahre alte Hesse mit SPD-Parteibuch stand bis 2012 als Präsident an der Spitze des Kölner Bundesamtes für Verfassungsschutz. Zuvor war der Jurist als Staatssekretär im hessischen Innenministerium und später als Direktor des hessischen Verfassungsschutzes tätig. Im Sommer 2012 - ein Jahr nach Auffliegen des NSU-Terror-Trios - bat der Chef des deutschen Inlandsgeheimdienstes um seine Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand.

JÜRGEN JAKOBS - Der gebürtige Rheinländer war über zehn Jahre lang ranghöchster Polizist des Landes Brandenburg. Zunächst zwei Jahre kommissarisch im Amt, wurde er 2004 Polizeiinspekteur. Mitte der 90er Jahre kam er aus Nordrhein-Westfalen in den Osten Deutschlands. Er arbeitete als Schutzbereichsleiter in Cottbus und Dahme-Spreewald. Später wechselte er in die Polizeiabteilung des Innenministeriums in Potsdam. Auch in Sachsen ist er kein Unbekannter: Dort war er als Mitglied der „Fachkommission Polizei 2020“ an der Evaluierung des Sach- und Personalbedarfs der sächsischen Polizei beteiligt.

dpa

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