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Die Bergakademie Freiberg wird 250 Jahre alt

Glück auf! Die Bergakademie Freiberg wird 250 Jahre alt

Zum Jubiläum stellt die Bergakademie Freiberg alles auf die Beine. 1600 Leute formieren sich zu einer Bergparade. Als Festredner ist der Bundespräsident geladen. 250 Jahre wollen ausgiebig gefeiert sein.

Das Logo zum Jubiläum.

Quelle: Bergakademie Freiberg

Freiberg. Auch zwischen Jubiläen lässt es die Freiberger Bergakademie ordentlich krachen. Als einzige Universität der Welt besitzt sie ein eigenes Bergwerk, und auch eine Sprengkammer in 150 Meter Tiefe gehört zu den Superlativen. Hier beschäftigen sich Forscher mit Versuchen zu stofflichen Veränderungen unter extremem Druck. Der ist nach menschlichen Maßstäben kaum fassbar, schließlich geht es um mehrere hundert Gigapascal. Um eine Vorstellung zu geben, bringen die Freiberger gern einen amüsanten Vergleich: Würde man den Pariser Eiffelturm auf einer Fingerspitze balancieren, entspräche das einem Druck von gerade einmal zehn Gigapascal.

Freiberg hat in der weltweiten Gemeinde der Montanwissenschaftler einen ausgezeichneten Ruf. Schließlich gehört die 1765 gegründete Lehranstalt zu den ältesten ihrer Art und hat seit jeher Persönlichkeiten angelockt. Alexander von Humboldt (1769-1859) gehört genauso dazu wie die Dichter Karl Theodor Körner (1791-1813) und Novalis (1772-1801). Auch zu DDR-Zeiten war sie ein internationaler Treffpunkt. Heute bezeichnet sich die Akademie als Ressourcenuniversität und widmet sich den Themen Geologie, Material, Energie und Umwelt.

Im Kern geht es um Lehre und Forschung für eine nachhaltige und effiziente Stoff- und Energiewirtschaft. Alle Aktivitäten und Kooperationen stehen unter der Maxime der Nachhaltigkeit - einem Prinzip, das 1713 vom damaligen sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz (1645-1714) begründet wurde. So will man unter anderem zusammen mit dem Helmholtz-Institut für Ressourcenforschung herausfinden, in welchem Umfang sich aus alten Deponien und Bergbauhalden noch wichtige Rohstoffe wie die Metalle Indium und Germanium - beide wurden seinerzeit in Freiberg entdeckt - gewinnen lassen. Gemeinsam mit Bergbau-Universitäten aus aller Welt gründete Freiberg 2013 ein Weltforum für Nachhaltigkeit. Ohnehin reichen die Aktivitäten der Sachsen in aller Herren Länder. 

Ob nun auf dem Meeresboden des Pazifik oder in der chilenischen Atacama-Wüste: Wissenschaftler der Bergakademie sind weltweit im Einsatz. Die Basis für viele Forschungsprojekte bildet eine exzellente technische Ausstattung in Freiberg. Mit der virtuellen Projektionskammer Cave lassen sich beispielsweise Vorgänge visualisieren, die gemeinhin im Verborgenen stattfinden - zum Beispiel der Verbrennungsprozess in einem Hochofen. Im Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ entwickeln Informatiker Roboter, die die Arbeit unter Tage sicherer und effizienter machen. Die Maschinen sollen unter anderem exakte 3-D-Kartierungen von Bergwerken erstellen.  

Heute sind an der Bergakademie etwa 5.300 Studenten an sechs Fakultäten eingeschrieben. Sie haben zwischen 63 Studiengängen die Qual der Wahl. Der Schwerpunkt lieg auf den Geowissenschaften und Ingenieurwissenschaften. In elf Studiengängen bietet Freiberg noch Diplome an. Der Anteil der Ausländer an allen Studierenden liegt bei 13 Prozent. Der Studiengang Markscheidewesen und angewandte Geodäsie ist einmalig in Deutschland. Bei Geotechnik und Bergbau ist Freiberg eine von drei Ausbildungsstätten in Deutschland. Die Begrüßung im Lehrbetrieb erfolgt auf althergebrachte Weise: In Freiberg ruft man sich nach Tradition der Bergleute „Glück auf!“ zu.  

Zum 250. Geburtstag hat die Bergakademie ein flippiges Video ins Netz gestellt. Zu poppigen Klängen wird selbstbewusst Eigenwerbung betrieben: „Wir sind ganz oben, wenn es um Rankings geht. Sind ganz unten, wenn sich’s ums Bergwerk dreht“, heißt es da. Beim Festakt am Samstag in der Freiberger Nikolaikirche spricht außer Bundespräsident Joachim Gauck auch der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU). Später formiert sich die Bergparade. Rektor Klaus-Dieter Barbknecht erhofft sich auch davon eine größere Aufmerksamkeit für seine Universität. Die Betreuung der Studenten in Freiberg sei optimal, sagt der Rektor: „Das wissen nur noch nicht alle in Deutschland.“

Von Jörg Schurig, dpa

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