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Denkmalpfleger: Gemeinsamer Einsatz für Kulturerbe nötig

Tag des offenen Denkmals Denkmalpfleger: Gemeinsamer Einsatz für Kulturerbe nötig

Bei Pflege und Erhaltung historischer Bauten in Sachsen setzen die Fachleute vor allem auf deren Eigentümer. „Denkmalpflege kann man nicht administrieren, sondern nur kommunizieren“, sagte der stellvertretende Landeskonservator Michael Kirsten.

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Offiziell beginnt der Tag für Sachsen im Barockgarten Zabeltitz, unter anderem mit der Verleihung des Sächsischen Kinder- und Jugenddenkmalpreises.

Quelle: Schlösserland sachsen

Dresden. Bei Pflege und Erhaltung historischer Bauten in Sachsen setzen die Fachleute vor allem auf deren Eigentümer. „Denkmalpflege kann man nicht administrieren, sondern nur kommunizieren“, sagte der stellvertretende Landeskonservator Michael Kirsten mit Blick auf den Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag (11. September). „Ohne Mittun der Eigentümer und deren Willen, Notwendiges zu tun, ist es aussichtslos, denkmalpflegerische Ziele zu verwirklichen.“ Die Bereitschaft sei sehr unterschiedlich ausgeprägt. „Es gibt gute und schlechte Beispiele.“

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days und wird seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz organisiert. Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ sind diesmal bundesweit rund 8000 Stätten zugänglich. Besucher können erleben, wie viele Engagierte auf allen Ebenen nötig sind, um bauhistorisches Erbe vor dem Verfall zu bewahren.

In Sachsen öffnen sich rund 800 oft sonst verschlossene oder nur teils zugängliche Baudenkmäler, Parks oder archäologische Stätten für Besucher. Das Spektrum reicht vom ehemaligen Wohnhaus eines Scharfrichters bis zum Adelspalais, vom Gräflichen Mausoleum bis zum Friedhof, von der Pferdebahn bis zur Silberschmelzhütte im Erzgebirge. 

Besichtigt werden können etwa einer der ersten Bibelgärten Deutschlands, wo ehemalige Frühbeete mit Pflanzen der Bibel bestellt werden, oder die Weiße Erdenzeche St. Andreas, einst Kaolin-Lieferant für die Meissener Porzellanmanufaktur. Auch der einzige erhaltene Privatbau des Baumeisters Hieronymus Lotter aus dem 16. Jahrhundert in Geyer (Erzgebirge) und das Görlitzer Jugendstilkaufhaus, das Hollywood als „The Grand Budapest Hotel“ diente, sind zugänglich. 

Offiziell beginnt der Tag für Sachsen im Barockgarten Zabeltitz, unter anderem mit der Verleihung des Sächsischen Kinder- und Jugenddenkmalpreises. Die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung würdigt seit 2012 das Engagement der Jüngsten. Landesweit erforschen und pflegen rund 3500 Schüler Zeugnisse der Vergangenheit in ihrer Region - seit 1995 auch gefördert über das Landesprogramm „Pegasus - Schulen adoptieren Denkmale“.

Das öffentliche Interesse am Erhalt der Objekte spielt laut Kirsten neben deren Eigentümern eine große Rolle. Allerdings fehle es vielen Besitzern an Geld, um zur Verfügung stehende Fördermittel in Anspruch zu nehmen. „Große Sorge machen uns die Schlösser und Herrenhäuser in ländlichen Gebieten.“ Viele der Eigentümer hätten keine Kraft, sie zu pflegen und zu erhalten. Und es fehle an Investoren.

Seit 1991 sind mehr als drei Milliarden Euro von Land und Bund in Sachsens Denkmalschutz geflossen. Mit Hilfe von Eigentümern, Vereinen, Ehrenamtlichen und Stiftungen konnten viele vom Verfall bedrohte Altstadtkerne und wertvolle Bürgerhäuser aus Spätgotik, Renaissance, Barock oder Gründerzeit gerettet werden. Die Zahl der Kulturdenkmäler nimmt jedoch stetig ab - bisher von 113 000 im Jahr 2002 auf aktuell etwa 102 000. Rund zwei Drittel davon gelten als saniert und gesichert, der Rest steht noch unsaniert teils leer oder ist akut gefährdet.

dpa

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