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Den großen Parteien in Sachsen laufen weiter die Mitglieder davon

Grüne und AfD legen zu Den großen Parteien in Sachsen laufen weiter die Mitglieder davon

Die großen Parteien in Sachsen schrumpfen weiter - die Mitglieder sind alt, oft fehlt der Nachwuchs. Experten sehen bisher keinen Anlass, der diese Entwicklung umkehren könnte.

Der Mitgliederschwund vor allem bei den großen Parteien hat sich in Sachsen im vergangenen Jahr fortgesetzt.

Quelle: DNN

Dresden. Der Mitgliederschwund vor allem bei den großen Parteien hat sich in Sachsen im vergangenen Jahr fortgesetzt. Zulegen konnten hingegen die Grünen und die rechtskonservative AfD, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Demnach blieb die CDU mit 11 391 Mitgliedern Ende November 2015 zwar stärkste Partei, musste aber verglichen mit dem Vorjahr ein Minus von 523 Mitgliedern hinnehmen. 

Die Linken verbuchen noch rund 8700 Genossen - 5,7 Prozent weniger. Die SPD verliert 122 und kommt auf 4414 Mitglieder. Die Grünen gewinnen 16 und stehen jetzt bei 1390. Die AfD steigerte sich trotz rund 50 Austritten nach dem Lucke-Abgang von 783 auf 951 Mitglieder.

Die Union macht neben einem allgemeinen Trend auch aktuelle politische Entwicklungen für ihre Mitgliederverluste verantwortlich. Die aktuelle Asyl- und Flüchtlingspolitik treibe auch die CDU-Mitglieder um, hieß es. Als „Schwankung im üblichen Rahmen“ bewertete die SPD ihren Rückgang. In den vergangenen 20 Jahren habe die Mitgliederzahl meist zwischen 4000 und 5000 gelegen. Mit Gastmitgliedschaften zu einem Beitrag von monatlich 2,50 Euro versucht die Partei, die Menschen zeitweilig zum Mitmachen zu bewegen. Diese haben in Versammlungen Rede- und Antragsrecht, können Personalvorschläge machen, dürfen aber nicht abstimmen und an Wahlen teilnehmen. Landesweit gibt es derzeit 39 solcher Gastmitglieder.  

Die Linken rechnen auch künftig mit einem Mitgliederrückgang - schon aus demografischen Gründen. Die 1929 Geborenen seien 2015 der stärkste Mitgliederjahrgang gewesen, hieß es. 2016 will die Partei verstärkt um Neueintritte werben und unter anderem Menschen ansprechen, die sich etwa in der Flüchtlingshilfe engagieren. Auf beständigen Zuwachs hoffen die Grünen. Derzeit werde an einem Konzept zur Mitgliederwerbung mit Aktionen und Kampagnen gearbeitet. Die AfD sieht sich nach eigenen Angaben auf einem „gesunden Wachstumskurs“. Die derzeit nicht im Landtag vertretene FDP hatte Ende 2015 genau 2011 Mitglieder, 89 weniger als 2014. Nachdem sich die Partei wieder stabilisiert habe, solle in diesem Jahr wieder mehr um Mitglieder geworben werden, hieß es.

Der Politikwissenschaftler Tom Thieme von der TU Chemnitz macht den Parteien indes wenig Hoffnung auf eine Trendwende. Die Abneigung vieler Menschen aus der ehemaligen DDR gegen Parteien allgemein und Politik wirke nach. Das werde an folgende Generationen weitervererbt. „Das geschieht etwa bei Gesprächen in der Familie oder im Freundeskreis“.“ Demotivierend wirke auch die inhaltliche Annäherung der großen Parteien. „Warum soll da noch jemand in Parteien eintreten?“

dpa

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