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Demografische Spaltung: Immer mehr zieht es in „Schwarmstädte“

Wohnungsknappheit und ausblutende Gemeinden Demografische Spaltung: Immer mehr zieht es in „Schwarmstädte“

Volle Städte, leere Dörfer: In Sachsen üben Leipzig, Dresden, Freiberg und Chemnitz eine besondere Anziehungskraft vor allem auf junge Menschen aus. Die Folgen: Wohnungsknappheit in den Städten, Leerstand in den Gemeinden.

Immer mehr Menschen wollen in Städten wie Dresden wohnen.

Quelle: dpa

Dresden. Volle Städte, leere Dörfer: In Sachsen üben Leipzig, Dresden, Freiberg und Chemnitz eine besondere Anziehungskraft aus - vor allem auf junge Menschen. Das geht aus einer am Donnerstag in Dresden vorgestellten Studie des Forschungsinstituts empirica hervor. Professor Harald Simons sprach von einer Umverteilung der Bevölkerung fast aller Landesteile zugunsten ausgewählter Städte. „Einzelne Personen steigen wie Vögel auf und lassen sich in Schwarmstädten nieder“, so Simons. Das bringe Wohnungsknappheit auf der einen Seite, Leerstand bei „ausblutenden“ Gemeinden mit sich. Leipzig ist sogar deutschlandweit Spitzenreiter.

Für die „Schwärmer“ zählen laut Studie weniger harte Fakten wie Arbeitsplätze, sondern eher das Lebensgefühl: Kneipen und Clubs, viele Gleichaltrige, kulturelle Angebote. „Viele pendeln dann lieber aus den Schwarmstädten heraus, so Simons.

Neun sächsische Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern verbuchen moderaten Zuzug und profitieren dabei von ihrer Nähe zu den angesagten Städten, darunter Radebeul, Markleeberg oder Freital. Die Studie sieht auch Potenzial in „versteckte Perlen“ wie Borna, Mittweida oder Bischofswerda. Diese verlieren zwar an die großen Städte, ziehen aber Menschen aus der ländlichen Umgebung an.

Auf der anderen Seite zählt Sachsen laut Studie 391 Gemeinden mit rund 1,9 Millionen Einwohnern, die immer weiter schrumpfen. Vor allem Hoyerswerda, Riesa, Grimma, Zittau, Werdau oder Annaberg-Buchholz bluten demnach immer mehr aus.

Simons sprach von einer demografischen Spaltung: In schrumpfenden Regionen werden Schulen, Ämter, Infrastruktur und Wohnungen immer weniger ausgelastet. In „Schwarmstädten“ dagegen reichten die Kapazitäten nicht mehr aus. Simons forderte die Politik auf, sich mit gezielter Förderung gegen den Trend zu stellen.

In Auftrag gegeben wurde die Studie vom Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG), dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vdw) und der Sächsischen Aufbaubank (SAB).

Man wolle auf die kommenden Veränderungen vorbereitet sein, erklärte VSWG-Vorstand Axel Viehweger. Es müsse angesichts der Entwicklung über die Fusionen von kleineren Genossenschaften nachgedacht werden, über Abriss und den Umbau von mehr altersgerechten Wohnungen auf dem Land sowie Neubau in der Stadt. Auch der vdw forderte Unterstützung für Sanierung, Umbau und innovative altersgerechte Projekte auf dem Land. Sonst würde sich der Trend zur Landflucht noch verstärken, warnte Direktor Rainer Seifert.

dpa

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