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Das Schicksal der Familie Sachs aus Dresden

Das Schicksal der Familie Sachs aus Dresden

Max Sachs, geboren 1883, wuchs als Sohn eines jüdischen Bankiers in Breslau auf, legte seinen Glauben allerdings später ab. Sachs arbeitete als Journalist und Redakteur und engagierte sich in der SPD.

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Am 23.9. 1935 wurde Max Sachs erneut inhaftiert und starb vier Tage später an den Folgen mehrtägiger, schwerer Misshandlungen.

Quelle: Archiv

Er heiratete in Bielefeld, wo er als Redakteur für die „Volkswacht“ tätig war, Maria Meyer. Im Jahr 1911 übernahm Sachs die Wirtschaftsredaktion der „Dresdner Volkszeitung“ und übersiedelte mit seiner Familie in die sächsische Landeshauptstadt. Er engagierte sich auch politisch, trat zum Beispiel im Juli 1914 auf einer Antikriegskundgebung der SPD als Redner auf.

Bereits vor 1933 war das Haus der Familie Sachs in Dresden-Briesnitz Ziel von Überfällen gewesen. Im März wurde Sachs zusammen mit anderen Redakteuren der „Dresdner Volkszeitung“ von den Nationalsozialisten verhaftet, im Dresdner Polizeipräsidium festgehalten und misshandelt. Durch Intervention seiner Familie kam er nach vier Monaten Haft frei. Am 23.9. 1935 wurde Max Sachs erneut inhaftiert und starb vier Tage später an den Folgen mehrtägiger, schwerer Misshandlungen.

Wegen der außergewöhnlich brutalen Todesumstände kam es im April 1936 zu einem Prozess vor dem Landgericht Chemnitz. Einige am Tod Sachs´ Beteiligte wurden wegen Körperverletzung zu Freiheitsstrafen verurteilt. Auch die Exilpresse verfolgte den Fall. Max Sachs wurde im Krematorium Dresden-Tolkewitz eingeäschert und in Bielefeld beigesetzt.

Seine Frau Maria zog wieder nach Bielefeld, das Haus der Familie wurde enteignet. Die ältere Tochter Klara – später Claire Ehrmann – war aufgrund ihrer Kontakte zu verschiedenen Untergrundorganisationen kurz vor der Verhaftung ihres Vaters 1935 nach Holland geflüchtet. Sie gelangte über Frankreich, Portugal und Spanien gemeinsam mit ihrer Schwester Edith in die USA. Dort engagierte sie sich in der Frauenrechtsbewegung. Maria Sachs erhielt 1948 das enteignete Haus in Dresden zurück, fühlte sich hier jedoch nie mehr heimisch.

fs

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