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DNN-Exklusiv: Gauck erlebt selbstbewusstes Sachsen

DNN-Exklusiv: Gauck erlebt selbstbewusstes Sachsen

Sachsen erleben an einem Tag: Nirgends sonst ist der Osten so selbstbewusst wie in Sachsen, meint Bundespräsident Joachim Gauck.

Dresden .

Dresden (DNN). Sachsen erleben an einem Tag: Nirgends sonst ist der Osten so selbstbewusst wie in Sachsen, meint Bundespräsident Joachim Gauck. Deshalb lud er die in Deutschland tätigen Botschafter gestern zu einem Ausflug in den Freistaat ein. Dabei ging es in die Frauenkirche, ins Museum und mit dem Dampfer nach Meißen.

Von Christine Keilholz

Der Diplomatenausflug begann gestern gleich hinterm Dresdner Flughafen. Bei den EADS Elbe Flugzeugwerken nahm Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) den Bundespräsidenten und dessen bunte Schar von 184 Botschaftern in Empfang. Die sollen eben auch mal rauskommen aus der Hauptstadt, um Land und Leute kennenzulernen. Deshalb begann Gaucks Vorgänger Roman Herzog mit dem schönen Brauch einer Informations- und Begegnungsreise, die jedes Jahr in ein anderes Bundesland führt. 2011 war Rheinland-Pfalz dran, 2010 Thüringen.

Der neue Präsident verblüffte die Diplomaten diesmal, indem er sie nicht in seine mecklenburgische Heimat einlud, sondern nach Dresden. Und hier verblüffte Ministerpräsident Tillich, indem er nicht gleich die Perlen Sachsens für die Gäste glänzen ließ, sondern die Besucher erst einmal in eine Flugzeughalle schleppte. Denn die Elbe Flugzeugwerke stehen für das moderne Gesicht Dresdens. Hier werden in die Jahre gekommene Passagierflugzeuge zu Frachtmaschinen umgerüstet, damit sie noch weitere 25 Jahre bei kleineren Airlines fliegen können. Mit etwa 1200 Mitarbeitern hat das Unternehmen bereits 170 Flugzeuge recycelt.

Gauck staunte und führte seinen Tross sogleich weiter zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Im Lichthof des Albertinums, bei Wels, Elbwiesenrindsroulade und Sachsen-Wein, stellte Tillich den Diplomaten seinen Freistaat als das Land vor, das Bierdeckel, Kaffeefilter, Teebeutel und Zahnpasta erfunden hat. "Sachsen baut die schnellsten Autos, stellt die teuersten Uhren her und hat die höchste Geburtenrate in Deutschland", so der Ministerpräsident. "Da schwebt ein Selbstbewusstsein im Raum, das einige von uns nie erlangen werden." Das sei eben der sächsische Geist. Hätten nicht 40 Jahre kommunistischer Zwangsherrschaft diesen "großartigen Landstrich" lahmgelegt, so Gauck, wäre der Freistaat jetzt ein Industrie- und Mittelstandszentrum auf Augenhöhe mit Baden-Württemberg. Gauck lobte Sachsen als "Hochkultur verbunden mit allerlei Volkstümlichkeit, mit Eigenheiten und unverwechselbarem Dialekt". Und empfahl seinen internationalen Gästen, wann immer sie mal "ihre Gemütslage auffrischen" und neuen Mut schöpfen müssten, das in Sachsen zu tun. Valter Imrahimi wird das gern demnächst tun. Der diplomatische Vertreter Albaniens kennt Leipzig von früher, war aber gestern zum ersten Mal in der Landeshauptstadt. "Ich bin sehr beeindruckt von den schönen Gebäuden. Ich habe schon viel darüber gehört", so Ibrahimi.

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) präsentierte ihre Stadt als strahlendes Barockzentrum, in dem heute mehr Kinder geboren würden als in jeder anderen Stadt Deutschlands. Hartwig Fischer, neuer Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, präsentierte stolz die Ausstellungsräume im Albertinum, die nach langer Sanierung erst vor zwei Jahren wiedereröffnet wurden. Nach dem Essen im Albertinum ging es nach nebenan in die Frauenkirche.

Am Nachmittag bestieg die Gesellschaft den Raddampfer elbabwärts nach Meißen. Dort stattete der Bundespräsident den Elite-Schülern am Landesgymnasium Sankt Afra einen Besuch ab, gleich an deren erstem Schultag. Am Abend lud der Bundespräsident zum finalen Umtrunk auf dem Staatsweingut Wackerbarth in Radebeul, danach flog die Delegation zurück nach Berlin.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.09.2012

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