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DDR-Museen zwischen Kult und Wissenschaft

Überblick DDR-Museen zwischen Kult und Wissenschaft

Alltagsgegenstände aus der DDR finden sich in Sachsen in zahlreichen Museen. Einige setzen ganz klar auf Kult und Nostalgie. Andere betreiben eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte. Eine Auswahl der DDR-Sammlungen:

Alltagsgegenstände aus der DDR finden sich in Sachsen in zahlreichen Museen.

Quelle: dpa

ALLTAG:

Dresden. 40 Jahre DDR auf vier Etagen - das DDR-Museum „Zeitreise“ in Radebeul gilt mit rund 60 000 Exponaten als das größte seiner Art. Gezeigt wird der DDR-Alltag von „Ata bis MZ“. Dem langjährigen Betreiber Hans-Joachim Stephan ist es wichtig, dass die „Zeitreise“ kein Vitrinen-Museum ist, sondern den DDR-Alltag erlebbar macht - samt komplett eingerichtetem Wohnzimmer mit Schrankwand und Polstercouch. Dabei geht es weniger um die „Ostalgie“. „Davor warne ich, weil es immer auch etwas mit Verklärung zu tun hat“. Das Museum stelle auch die Hintergründe der deutsch-deutschen Geschichte dar. Allerdings ging das Konzept nur zum Teil auf: Ausbleibende Besucher und steigende Mietkosten ließen das Museum in die Insolvenz rutschen. Ein Unternehmer kaufte die Sammlung jetzt und will sie ab Januar 2017 in einem Geschäfts- und Einkaufszentrum in Dresden zeigen.

Alltagsgegenstände aus der DDR finden sich in Sachsen in zahlreichen Museen. Eine Auswahl der DDR-Sammlungen:

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HONNILAND: 

In Chemnitz lässt Heidi Dentler in einem Altbau den DDR-Alltag wieder aufleben. „Honniland“ heißt ihre Ausstellung, in der 200 wechselnde Exponate aus dem DDR-Leben zu sehen sind. Auf Wunsch kann dort auch gefeiert werden - mit Ostrock und Papageienkuchen. Dentler hat das „Honniland“ vor zwei Jahren aufgemacht. „Und wir schließen das die nächsten 20 Jahre nicht“, sagt die 53-Jährige. Das Privatmuseum mit Eventcharakter laufe bestens, die gelernte Krankenschwester hat dafür ihren Beruf an den Nagel gehängt. Unter den Besuchern seien Altenheimbewohner ebenso wie Schulklassen. Dentler: „Wir sind richtig kultig hier.“

(N)'OSTALGIE: 

Trabi, Praktica, Backmischung - im „N'Ostalgie-Museum“ von Nancy Häger in Leipzig können frühere DDR-Bürger in Erinnerungen schwelgen. 30 000 Gegenstände umfasst die private Sammlung. Hägers Großvater hatte nach 1989 in Brandenburg angefangen, Alltagsgegenstände aus der DDR zu sammeln. Seit Juli 2016 ist das Museum in Leipzig beheimatet. Laut Häger ist es das drittgrößte DDR-Museum Deutschlands. Erklärt werde zu den Ausstellungsstücken nicht so viel. Vielmehr sollen die Besucher ihre Erlebnisse mit den DDR-Produkten erzählen. Und wer den Arbeiter-und-Bauern-Staat nicht erlebt hat, solle sich ein wenig dem Alltag annähern können.

DESIGN:

Einen ausgewählten Bestand an Gegenständen, die zwischen 1949 und 1989 in der DDR produziert wurden, hat auch das Grassi Museum für Angewandte Kunst in Leipzig. Zwischen 3000 bis 4000 Design-Objekte, vom Besteck über Schallplattencover bis hin zu Möbeln, liegen im Depot. Von einer „DDR-Sammlung“ will Museumschef Olaf Thormann aber nicht sprechen. Das sei stigmatisierend. Und auch überhaupt nicht der Anspruch des Museums. „Wir sammeln nach Gestaltungsgrundsätzen“, sagt Thormann. Wichtig sei, ob etwas einen Beitrag zur Formengestaltung geliefert habe. Thormann: „Es interessiert uns überhaupt nicht, ob jemand sagt: "Oh, das hatte meine Mutti auch im Schrank."“

GESCHICHTE:

Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland besitzt an seinen drei Standorten Bonn, Leipzig und Berlin mehr als 350 000 Objekte aus der DDR-Zeit. Das reicht von Fotos und Plakaten über einen Gefangenentransporter „Barkas B 1000“ bis hin zu Überwachungsmonitoren der Stasi. „Uns geht es nicht um Nostalgie und schon gar nicht um Ostalgie, sondern um die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der DDR, um das Alltagsleben in einer kommunistischen Diktatur zwischen Anpassung und Widerstand sowie um die Förderung von Diskursen zu den Themen Freiheit, Demokratie und Menschenrechte“, erklärt der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, Jürgen Reiche.

dpa

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