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Bundespolizei nimmt mehr Personen fest

Wegen Flüchtlingen bessere Kontrollen an den Grenzen Bundespolizei nimmt mehr Personen fest

Die im Zuge der Flüchtlingswelle vorübergehend wieder eingeführten Kontrollen an den EU-Binnengrenzen haben sich auch im Alltag der Bundespolizei in Sachsen ausgezahlt. So konnten mehr mit Haftbefehl gesuchte oder verurteilte Personen gestellt werden – im Grenzgebiet zu Polen und Tschechien sowie an Bahnhöfen und Flughäfen.


Quelle: Archiv

Dresden. Die im Zuge der Flüchtlingswelle vorübergehend wieder eingeführten Kontrollen an den EU-Binnengrenzen haben sich auch im Alltag der Bundespolizei in Sachsen ausgezahlt. So konnten mehr mit Haftbefehl gesuchte oder verurteilte Personen gestellt werden – im Grenzgebiet zu Polen und Tschechien sowie an Bahnhöfen und Flughäfen. Für 2015 stehen laut der behördlichen Statistik 1646 solcher Festnahmen zu Buche – 280 mehr als im Jahr davor. Auch auf die Bilanz 2016 wirkte sich die bis ins erste Quartal reichende Maßnahme noch aus, wie Sprecher Bernd Förster sagte. Bis Ende Oktober 2016 klickten bei 1069 Erwachsenen die Handschellen.

Die Zahl der Fahndungstreffer aber lag 2015 mit 10 364 um rund 600 unter der aus des Jahres davor. Offenbar waren Gesuchte vorsichtig oder umgingen die Kontrollen, so Förster. Dieses Jahr tauchten bisher 7366 Erwachsene auf, nach denen gefahndet wurde oder die aus anderen Gründen gesucht wurden. „Gewalttäter verschiedener Art, links oder rechts oder Fußballfans, die polizeilich beobachtet werden, um Bewegungsprofile zu erstellen“, zählte Förster auf.

Viele würden von Behörden zur Aufenthaltsermittlung gesucht. „Sie haben im Ausland ihren Wohnsitz verändert, Ladungen für Gerichtsverfahren oder mit Strafen können nicht zugestellt werden.“ Die Polizei hat es im Grenzgebiet oft mit ausländischen Straftätern zu tun. „Im Inland stellen wir viele Deutsche, die zur Aufenthaltsermittlung oder mit Haftbefehl gesucht werden, etwa wenn sie ohne festen Wohnsitz sind.“

Der „dickste Fisch“ war ein 44-Jähriger, der wegen Veruntreuung von Arbeitsentgelt gesucht wurde – es ging um über 3,5 Millionen Euro. Dabei ist Haftbefehl nicht gleich Haftbefehl. „Wenn es sich nicht um wirklich schwere Verbrechen handelt, sind sie zur Strafvollstreckung ausgeschrieben“, sagte Förster. „Entweder die Geldstrafe wird an Ort und Stelle beglichen oder es geht ins Gefängnis.“ Manchmal übernehmen auch Freunde, Bekannte, Partner die Rechnung – oder die Mutter: Einem 37-Jährigen aus Radebeul blieben so 140 Tage hinter Gittern erspart.

Von Simona Block

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