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Bezahlbare Wohnungen: Ein Problem für Rentner und Alleinerziehende

Genossenschaften: Bezahlbare Wohnungen: Ein Problem für Rentner und Alleinerziehende

In Sachsen haben vor allem Rentner und Alleinerziehende Probleme, bezahlbare Wohnungen zu finden. „Die Klientel ist da und sichtbar“, sagte der Chef des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften in Sachsen (VSWG), Axel Viehweger, am Mittwoch.

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Quelle: dpa

Dresden. In Sachsen haben vor allem Rentner und Alleinerziehende Probleme, bezahlbare Wohnungen zu finden. „Die Klientel ist da und sichtbar“, sagte der Chef des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften in Sachsen (VSWG), Axel Viehweger, am Mittwoch. Laut einer aktuellen Berechnung des Verbands liegt die „absolute Obergrenze“ für den Großteil der Bevölkerung bei einer Kaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter. Für Neubauvorhaben sieht der VSWG einen Wert von 8,50 Euro als bezahlbar an.

Der Verband hat für 18 verschiedene Fallgruppen untersucht, wie teuer bezahlbarer Wohnraum sein darf - abhängig von Faktoren wie Einkommen, Wohnungsgröße und die im Haushalt lebenden Personen. Zu den Fallgruppen gehören unter anderem alleinstehende Rentner, Alleinerziehende mit einem Teilzeiteinkommen oder auch Paare mit und ohne Kindern. Während sich gut verdienende Paare ohne Kinder rechnerisch eine Kaltmiete von knapp 20 Euro pro Quadratmeter leisten können, liegt der Wert für alleinstehende Rentner gerade einmal bei 3,60 Euro. „Die Schere ist groß“, so Viehweger. Der Untersuchung zufolge sind 20 Prozent der Haushalte in Sachsen armutsgefährdet und haben es dementsprechend schwer, eine bezahlbare Bleibe zu finden.

Derzeit liegt die durchschnittliche Miete für eine Genossenschaftswohnung eigenen Angaben zufolge bei 4,70 Euro pro Quadratmeter. Aufgrund der älter werdenden Bevölkerung wachse aber der Bedarf nach einem altersgerechten Umbau, zudem müssten die Wohnungen energetisch saniert werden. Über die Miete allein lasse sich das kaum finanzieren, hieß es. Setze man 6,50 Euro als Obergrenze für sanierte Bestandswohnungen an, müsste es daher Zuschüsse geben, etwa für barrierearme Umgestaltung.

Zudem fordert der Verband eine breitere soziale Wohnraumförderung, die auch das Umland von Dresden und Leipzig einbezieht sowie Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen. Die Frage nach bezahlbarem Wohnen sei ein sehr komplexes Thema, so Viehweger. „Es bedarf einer ehrlichen Debatte, die alle Beteiligten, vom Mitglied der sächsischen Wohnungsgenossenschaften bis zum Ministerium, einschließt.“

Grünen-Politiker Wolfram Günther kritisierte, dass die Koalition nicht einmal die Hälfte der vom Bund bereitgestellten 234,2 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau verwende. Diese 40 Millionen Euro seien lediglich ein „Tropfen auf dem heißen Stein.“ 2015 habe es sachsenweit lediglich 11 766 Sozialwohnungen gegeben. Linke-Bundestagsabgeordneten Caren Lay machte geltend, dass in den vergangenen 15 Jahren in Sachsen keine einzige Sozialwohnung gebaut wurde. „Ein schnelles Umsteuern ist nötig.“

Im Verband sind 215 Wohnungsgenossenschaften organisiert, die zusammen rund 275 000 Wohnungen in Sachsen bewirtschaften.

dpa

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