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Bei den Naturfreunden vom BUND Sachsen fliegen die Fetzen

Bei den Naturfreunden vom BUND Sachsen fliegen die Fetzen

Im Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Sachsen fliegen die Fetzen nach der knappen Wahl Felix Ekardts zum Vorsitzenden. Der 41-jährige Nachhaltigkeitsforscher und ehemalige Leipziger Oberbürgermeister-Kandidat wurde Anfang April zum Chef des zweitgrößten Umweltverbands Sachsens gewählt.

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Felix Ekardt

Quelle: Andre Kempner

Nun läuft eine Wahlanfechtung wegen Verdachts auf Manipulation, etliche Mitglieder drohen mit Austritt. Intern ist die Rede von Abspaltung. In einem Schreiben an den Bundesvorstand, das den DNN vorliegt, berichtet der Vorsitzende der Regionalgruppe Elstertal/Plauen, Frank Baumann, von verbalen Entgleisungen Ekardts bei der Delegiertenkonferenz am 6. April in Chemnitz - und bittet um "Unterstützung bei der Problemlösung".

Einen "Nazi-Namensvergleich" hat sich der Jurist, Philosoph und Soziologe demnach vor versammelter Mannschaft geleistet. Als Baumann, der die Wahl leitete, sich nach der Schreibweise der Leipziger Delegierten Franziska Heß erkundigte, antwortete Ekardt: "Na eben Heß, wie der Stellvertreter!" Ekardt habe sich dann sofort die Hand vor den Mund gehalten, musste aber dennoch grinsen, so schildern es mehrere Teilnehmer. "Ich hätte sofort abbrechen müssen", sagt Baumann. Er sieht "unsere Glaubwürdigkeit in Gefahr" mit einem künftigen Landesvorsitzenden, "der seine Gleichnisse aus dem braunen Sumpf zieht", so schrieb Baumann kürzlich an den Bundesvorstand. Die Antwort aus Berlin steht noch aus.

Überhaupt war die Rhetorik im Umfeld der Wahlversammlung auffällig martialisch. Nachdem Ekardt im dritten Wahlkampf gegen den Vorsitzenden der Grünen Liga Sachsen, Tobias Mehnert (52), gewonnen hatte, freute sich die Chefin der Grünen-Landtagsfraktion, Antje Hermenau, via Twitter: "Die feindliche Übernahme wurde abgewehrt." Der Leipziger Grüne und BUND-Regionalchef Jürgen Kasek (32) twitterte zurück: "Jetzt machen wir den BUND klar und nächstes Jahr Sachsen." Kasek beschwichtigt auf Anfrage: Er habe um das eigene Profil des BUND gefürchtet im Falle eines Wahlsiegs Mehnerts, der bereits zwei Umweltgruppen leitet. Dass der BUND zu einer "fünften Kolonne der Grünen" werden soll, wie manch Mitglied vermutet, nennt Kasek "völligen Quatsch". Dennoch wetterte Kasek via Twitter gegen den aus seiner Sicht FDP-nahen Mehnert - und gegen die FDP als "natürlichen Fressfeind der Umweltschützer in Sachsen".

Im Kern geht es um die künftige Ausrichtung des 2500 Mitglieder starken BUND Sachsen. Da stehen langjährige Naturschützer vom Lande einer stärker werdenden Fraktion junger, städtischer, gut verdrahteter Aktivisten gegenüber. So sollen die Leipziger auf den letzten Drücker massenhaft junge Leute in den Landesverband geholt haben, um die Mehrheit für Ekardt zu erreichen. "Wenn Ekardt tatsächlich Vorsitzender wird", sagt der 67-jährige Plauener Baumann, "dann werde ich mir eine andere Umweltorganisation suchen, wo es solche Schweinereien nicht gibt." Ekardt war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.04.2013

Christine Keilholz

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