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Bauministerkonferenz fordert Umdenken in der Baupolitik

Unterbringung von Flüchtlingen Bauministerkonferenz fordert Umdenken in der Baupolitik

Angesichts der Herausforderungen bei der Flüchtlingsunterbringung haben die Bauminister der Länder ein Umdenken in der Baupolitik angemahnt. Wohnraum müsse schnell und kostengünstig bereitgestellt werden, sagte der Vorsitzende der Bauministerkonferenz, Sachsens Ressortchef Markus Ulbig.

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ie Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Barbara Hendricks (SPD) und der Innenminister von Sachsen, Markus Ulbig (CDU)

Quelle: dpa

Dresden. Angesichts der Herausforderungen bei der Flüchtlingsunterbringung haben die Bauminister von Bund und Ländern ein Umdenken in der Baupolitik angemahnt. Wohnraum müsse schnell und kostengünstig bereitgestellt werden, sagte der Vorsitzende der Bauministerkonferenz, Sachsens Ressortchef Markus Ulbig (CDU), am Freitag zum Abschluss der zweitägigen Beratungen in Dresden. Bestehende Standards müssten deshalb auf den Prüfstand.

Eine im Vorfeld geforderte Aussetzung der nächsten Stufe der Energieeinsparverordnung (EnEV) für den Wohnungsbau wird es vorerst nicht geben. Man sei sich aber einig, dass eine Neukonzeption von EnEV und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz nötig seien. „Wir sehen an dieser Stelle wirklich Handlungsbedarf“, sagte Ulbig. „Stückwerk“ solle es aber nicht gegen. Deshalb werde eine Fachgruppe von Bund und Ländern Vorschläge erarbeiten und einer Sonderkonferenz der Bauminister Mitte nächsten Jahres vorlegen.

Nordrhein-Westfalens Bauminister Michael Groschek (SPD) unterstrich, dass der Beschluss ohne Gegenstimmen gefallen sei, was schon an sich einen Erfolg darstelle. Es gehe darum, Position zu beziehen zwischen Klimaschutz und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit, um günstigen Wohnraum zu schaffen. „Das ist kein Abgesang auf den Klimaschutz, sondern das ist ein Abgesang auf einseitige technologische Festlegungen.“

Um den privaten Wohnungsbau zu fördern, sprach sich die Konferenz für die Schaffung von Anreizen wie Steuervergünstigen aus. Der Bund wurde von den Ländern aufgefordert, die Mittel für den sozialen Wohnungsbau um jährlich zusätzliche 500 Millionen Euro zu erhöhen und die Wohnraumförderung im Wege der Neuregelung der Bund-Länder-Finanzen auch über das Jahr 2019 hinaus sicherzustellen.

Es gehe nicht nur darum, Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen, sagte Ulbig. Alle Bürger in Deutschland würden davon profitieren, „insbesondere junge Familien und andere Personengruppen, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind“.

Laut Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) werden pro Jahr in Deutschland rund 350 000 neue Wohnungen benötigt. Um sie bereitzustellen, sei man auch auf private Investoren angewiesen. Sie sei mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) deshalb im Gespräch, „steuerliche Anreize für Privatinvestitionen in den Wohnungsbau wieder neu aufleben zu lassen“, sagte Hendricks.

Die Steuervorteile könnten dann beispielsweise für besonders förderungswürdigen Bereiche gewährt werden, so dass auch Länder und Kommunen - die von den geringeren Steuereinnahmen betroffen wären - mit der Ausweisung dieser Gebiete einen Gestaltungsspielraum hätten.

Hendriks sprach sich für die Schaffung sogenannter „urbaner Gebiete“ in den Bebauungsplänen der Ballungsräume aus. In diesen solle die strenge Abgrenzung zwischen Wohn- und Gewerbegebieten aufgeweicht werden, so dass mehr Bauland für Wohnungen ausgewiesen werden könnte.

dpa

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