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Bald mehr Förster in Sachsens Wäldern?

Sachsenforst Bald mehr Förster in Sachsens Wäldern?

Vorm Landtag demonstrieren ein paar Dutzend Umweltaktivisten für mehr Naturschutz, der nicht nur auf die Schultern ehrenamtlicher abgeladen wird. Drinnen stellt der Staatsbetrieb Sachsenforst zur selben Zeit sein Vorjahresergebnis vor und hat diesbezüglich ein reines Gewissen.

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Ein Warnschild weist während der Holzernte im staatlichen Forstrevier Collm bei Wermsdorf auf Gefahren hin. Künftig will der Staatsbetrieb Sachsenforst noch mehr Bäume fällen und verkaufen.

Quelle: Foto: dpa

Dresden. Vorm Landtag demonstrieren ein paar Dutzend Umweltaktivisten für mehr Naturschutz, der nicht nur auf die Schultern ehrenamtlicher abgeladen wird. Drinnen stellt der Staatsbetrieb Sachsenforst zur selben Zeit sein Vorjahresergebnis vor und hat diesbezüglich ein reines Gewissen.

„Rund vier Millionen Euro hat Sachsenforst im Vorjahr für Naturschutz ausgegeben – neben den 15,4 Millionen Euro für nachhaltigen Waldumbau“, lobte gestern Umweltminister Thomas Schmidt (CDU). Um besser für veränderte Klimabedingungen gerüstet zu sein, wurden auf gut 1230 Hektar neue Baumarten gepflanzt, darunter 4,4 Millionen Rotbuchen, Weißtannen und Eichen. Geschlagen wurde freilich auch viel, nämlich fast 1,2 Millionen Festmeter, davon fast 90 Prozent Nadelholz. „Mit reichlich zwei Dritteln Anteil am Holzeinschlag bleibt die Fichte der Brotbaum der sächsischen Forst­wirtschaft“, hob Sachsenforst-Geschäftsführer Hubert Braun hervor. Sorgen, dass damit womöglich zu viel einheimische Wälder abgeholzt wurden, konnte der Universitätsprofessor zerstreuen. „Mit reichlich zwölf Kubikmeter Holz pro Jahr und Hektar hat Sachsen bundesweit den höchsten Zuwachs, noch vor dem Bayerischen oder dem Schwarzwald.“ Nicht mal zwei Drittel dieses Zuwachses werden geerntet, sodass die nachhaltige Wald­bewirtschaftung noch längst nicht gefährdet ist.

Allen Stürmen wie Niklas und Eckhardt, großer Trockenheit im Sommer und Nassschnee im Oktober zum Trotz konnte Sachsenforst bei leicht sinkenden Holzpreisen an das sehr gute Vorjahresergebnis anknüpfen. Erlösen von 134 Millionen Euro standen Kosten von 120 Millionen Euro gegenüber. Damit deckt das Staatsunternehmen nicht nur seine Personal- und Investitionskosten selbst, sondern wirft mit knapp 14 Millionen Euro auch noch ordentlich Gewinn ab.

Insgesamt 1309 Mitarbeiter sind in den 15 Forstbezirken tätig. „Mit mehr Leuten könnten wir noch mehr Geld verdienen“, so Braun. Rund drei Millionen Euro Personalkosten für etwa 40 Förster zusätzlich würden einen Mehrerlös von 16 Millionen Euro einbringen, rechnete er vor. „Das lohnt sich auch für den Finanzminister!“, versprach der Forstexperte. Der Umweltminister sprang ihm sofort bei: „Ich halte mehr Forstpersonal zur Steigerung des Holzeinschlags für eine Notwendigkeit und werde das bei den Haushaltsverhandlungen deutlich ansprechen“, sagte Schmidt. „Ich wüsste nicht, wodurch Sachsens Finanzminister eher zu überzeugen wäre als durch steigende Einnahmen.“

Die sächsischen Grünen im Landtag fordern mehr Engagement beim Waldumbau: „Mit einer Fläche von nur etwa 1200 Hektar im Jahr auf knapp 200 000 Hektar landeseigenem Wald bleibt der Sachsenforst leider beim geringen Tempo der letzten Jahre. Ein Waldumbau auf der Gesamtfläche würde bei diesem Tempo immer noch mehr als 100 Jahre brauchen“, kritisierte Wolfram Günther, umweltpolitischer Sprecher der Grünen. Der Wald sei zudem Lebensraum für viele wertvolle Arten und die Darstellung des guten wirtschaftlichen Ergebnisses nur eine Seite der Medaille. „Erst wenn beispielsweise viele der Nadelbäume in den niedrigen Höhenlagen durch eine große Vielfalt an Baumarten ersetzt werden, sind der Wald und dessen Lebewesen dauerhaft für die Änderungen des Klimas gewappnet“, so Günther.

Von Winfried Mahr

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