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Air Berlin droht Zerschlagung: Sachsen wäre betroffen

Fluglinie Air Berlin droht Zerschlagung: Sachsen wäre betroffen

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft, die angeschlagene Air Berlin, verschreibt sich einen drastischen Schrumpfkurs und wird dann am Ende dieses Prozesses wohl nur noch halb so viele Flugzeuge betreiben wie heute. Das neue Sparprogramm sieht laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ auch den Abbau von 1000 der insgesamt 8600 Arbeitsplätze vor.


Quelle: dpa

Berlin. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft, die angeschlagene Air Berlin, verschreibt sich einen drastischen Schrumpfkurs und wird dann am Ende dieses Prozesses wohl nur noch halb so viele Flugzeuge betreiben wie heute. Das neue Sparprogramm sieht laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ auch den Abbau von 1000 der insgesamt 8600 Arbeitsplätze vor. Betroffen sei vor allem die Verwaltung, wo nahezu jeder zweite Job wegfallen soll, heißt es.

Um seine Maschinen besser auszulasten und Geld zu sparen, verhandle Großaktionär Etihad Airways (29,2 Prozent) derzeit mit dem Touristikkonzern Tui darüber, Teile von Air Berlin mit Tuifly zusammenzulegen und in einer eigenen Ferienfluggesellschaft fortzuführen. Übrig blieben von den rund 140 Jets in Eigenregie der Air Berlin nur noch etwa 70 Maschinen, mit denen die Gesellschaft noch Fernstrecken ab Berlin und Düsseldorf abwickeln würde sowie Zubringerflüge nach Abu Dhabi, wo Hauptaktionär Etihad seinen Sitz hat.

Das hätte auch Auswirkungen auf Sachsen: Leipzig/Halle ist eine von zehn Air-Berlin-Basen in Deutschland. Zwei Airbus A 320 sind hier fest stationiert – samt rund 50 Crew-Mitgliedern. Sie könnten künftig für Eurowings starten.

Bisher bedienen die beiden Airbusse ausschließlich Ferienziele vor allem am Mittelmeer. Pro Woche heben sie 29 Mal ab und steuern 11 Ziele an. Allein die Urlaubsinsel Mallorca wird zweimal am Tag bedient. In Dresden hatte Air Berlin seine Basis dagegen Ende 2014 geschlossen, steuert den Airport aber weiter an. Stationiert ist hier nach wie vor eine Propellermaschine des Typs Dash 8, die die Luftfahrtgesellschaft Walter betreibt. Bis zu viermal am Tag pendelt sie für Air Berlin nach Düsseldorf. Hinzu kommen tägliche Flüge nach Mallorca, die Air Berlin mit eigenen Maschinen anbietet.

„Air Berlin ist ein sehr wichtiger Partner für uns“, sagte Leipzigs Flughafen-Sprecher Uwe Schuhart. Noch mehr Flüge bieten hier nur die Lufthansa und Condor an. Condor hatte erst im Mai eine dritte Maschine in Schkeuditz stationiert und bietet pro Woche 40 Flüge an.

Laut Süddeutscher Zeitung soll die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki mit ihren 17 Maschinen zusammen mit 14 Tuifly-Jets, die bisher für Air Berlin unterwegs sind, in eine gemeinsame Ferienfluggesellschaft eingehen. Die Partner fänden damit zumindest einen Ausweg aus dem für Air Berlin viel zu teuren Leasing-Deal über die 14 Tuifly-Boeings, der noch mindestens bis 2019 liefe. Auch danach könnte er nur von beiden Seiten gemeinsam gekündigt werden. Weitere 40 Maschinen will Air Berlin samt Crews an die Lufthansa abgeben. Sie sollen an die Billigtochter Eurowings gehen. Betroffen wären nur Maschinen des Typs Airbus A320, wie sie Air Berlin auch in Leipzig stehen hat. Denn Eurowings setzt ausschließlich Maschinen diesen Typs ein. Kommt der Deal, dann würden zum Winterflugplan ab 30. Oktober erst einmal nur die Flugnummern wechseln. Umlackiert würden die Airbusse wohl erst später. Sprecher von Etihad, Air Berlin und Tui lehnten Stellungnahmen gestern ab. „Marktspekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht“, sagte eine Air-Berlin-Sprecherin auf LVZ-Anfrage. Die Tuifly-Spitze hatte aber schon am Freitag in einem Brief an die Belegschaft bestätigt, dass man „angesichts der wirtschaftlich schwierigen Situation der Air Berlin“ mit dem Unternehmen selbst und Partnern im Gespräch sei und mögliche Kooperationen auslote.

Von Frank Johannsen und Steffen Weyer

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