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Aids: In Sachsen steigt die Zahl der Neuinfektionen

190 HIV-Erstdiagnosen Aids: In Sachsen steigt die Zahl der Neuinfektionen

Trotz Aufklärung sind Aids und HIV in Sachsen weiter auf dem Vormarsch. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Immunschwächevirus ist im Freistaat im Vorjahr erneut gestiegen. Die meisten Erstdiagnosen entfielen auf die Städte Leipzig und Dresden. Ostdeutschlandweit gilt Leipzig sogar als HIV-Hochburg.

Trotz Aufklärung sind Aids und HIV in Sachsen weiter auf dem Vormarsch.

Quelle: dpa

Dresden. Trotz Aufklärung sind Aids und HIV in Sachsen weiter auf dem Vormarsch. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Immunschwächevirus ist im Freistaat im Vorjahr erneut gestiegen. 2015 kam es zu 190 HIV-Erstdiagnosen. Ein Jahr zuvor waren es 168 und davor 139 Neuinfektionen. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) in Dresden hervor. Sachsen liegt damit im nationalen Trend. Nach ebenfalls vorläufigen Daten stieg bundesweit die Zahl der HIV-Erstdiagnosen im Vorjahr auf 3687 (2014: 3500).

In Deutschland leben laut Auskunft des Robert-Koch-Instituts (RKI) ungefähr 83 400 Menschen mit HIV oder Aids, in Sachsen sind es 2100 und in Thüringen 640. Die Spitzenplätze nehmen Nordrhein-Westfalen (18 000) und Berlin (15 000) ein. 480 Erkrankte sind 2014 bundesweit gestorben.

Der Anteil der Infizierten, die Medikamente gegen das Virus einnehmen und damit in der Regel kaum noch infektiös sind, ist gestiegen. „Dieser positive Effekt und die bisherigen Präventionsanstrengungen haben aber bislang nicht ausgereicht, die Zahl der Neuinfektionen zu verringern“, teilt das RKI mit.

Allgemein seien die Deutschen gut über HIV, Übertragungswege und Schutzmöglichkeiten informiert, heißt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Laut einer Studie nutzen 88 Prozent der Befragten, die mehrere Sexualpartner haben, häufig Kondome. Im internationalen und auch Europa-Vergleich habe Deutschland mit 4,4 Neu-Diagnosen pro 100 000 Einwohner relativ niedrige HIV-Raten. In West-Europa liegt die Rate bei 6,4 und in Osteuropa bei 22,3.

In Sachsen entfielen die meisten Erstdiagnosen auf die Städte Leipzig und Dresden. Ostdeutschlandweit gilt Leipzig sogar als HIV-Hochburg. In der Stadt mit ihrer ausgeprägten Schwulenszene registriere man die meisten Neuinfektionen im Osten ohne Berlin, sagt der Infektiologe Professor Bernhard Ruf vom Leipziger Klinikum St. Georg. Zuletzt sei es gelungen, die Therapie für HIV-Infizierte weiter zu verbessern, sodass inzwischen bei vielen der Ausbruch von Aids verhindert werden könne. Das sei allerdings der Grund dafür, dass HIV weniger als Bedrohung wahrgenommen werde als früher, was leider zu einem sorgloserem Verhalten führe. Ruf plädiert dafür, bei der Aufklärung nicht nachzulassen.

Leipzig habe eine ausgeprägte Schwulenszene mit Angeboten wie Sauna und andere Treffs, bestätigt Sandra Gödicke von der Aids-Hilfe Leipzig. Es gebe einen regen Zuzug, zudem würden Leute regelmäßig zu entsprechenden Partys nach Berlin fahren. Den Anstieg der Neuinfektionen erklärt sich die Sozialarbeiterin auch mit der gewachsenen Bereitschaft, sich testen zu lassen. In Veranstaltungen würde die Aids-Hilfe regelmäßig auf Tests hinweisen, die bereits nach sechs Wochen zuverlässige Ergebnisse liefern. Bei früheren HIV-Tests musste man sechs Monate auf Ergebnisse warten. Das RKI schätzt, dass 13 200 Deutsche noch nichts von ihrer Infektion wissen. Eine schnellere und frühere Diagnose trage dazu bei, die mit Spätdiagnosen verbundene höhere Sterblichkeit zu verringern. Vor allem aber hätte das auch präventive Effekte, weil weniger Infektionen unbeabsichtigt weitergegeben werden.

Bezogen auf das inländische Infektionsgeschehen sind Männer, die Sex mit Männern haben, laut RKI mit 72 Prozent die Hauptbetroffenengruppe. Auf heterosexuellem Weg infizieren sich jährlich etwa 18,5 Prozent der Männer und Frauen. 7,5 Prozent steckten sich beim intravenösen Drogenkonsum an.

Andreas Dunte

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