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Ärztemangel in Sachsen – Oschatz, Kamenz und Marienberg stark betroffen

Medizinische Versorgung Ärztemangel in Sachsen – Oschatz, Kamenz und Marienberg stark betroffen

Die gealterte Bevölkerung in Sachsen braucht im Jahr 2030 mehr Urologen und Augenärzte, aber weniger Frauenärzte und Psychotherapeuten. Das ist ein Ergebnis eines Gutachtens des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung, das gestern in Dresden vorgestellt wurde.

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Barbara Klepsch

Quelle: Wolfgang Zeyen

Dresden. Die gealterte Bevölkerung in Sachsen braucht im Jahr 2030 mehr Urologen und Augenärzte, aber weniger Frauenärzte und Psychotherapeuten. Das ist ein Ergebnis eines Gutachtens des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung, das gestern in Dresden vorgestellt wurde.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass sich auch der Bedarf an Haus- und Fachärzten in den einzelnen Regionen stark verändern wird. Während in den Großstädten Leipzig und Dresden aufgrund des Bevölkerungswachstums auch mehr Mediziner benötigt werden, müssen ländliche Regionen wie Marienberg, Kamenz, aber auch Oschatz gleichzeitig damit kämpfen, dass sich Ärzte in ihrem Bereich überhaupt nicht mehr niederlassen wollen und es zu weiteren Engpässen in der medizinischen Versorgung kommt. Im Vogtland wiederum praktizieren gegenwärtig viele ältere Hausärzte.

„Auf die Folgen des demografischen Wandels und die daraus resultierende Entwicklung des Ärzte- und Versorgungsbedarfs gibt es nicht die eine Lösung für alles“, kommentierte deshalb Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU).

In dem Gutachten wurden sowohl die Daten der ambulanten medizinischen Versorgung als auch einer Bevölkerungsvorausberechnung einbezogen sowie die Situation der Hausärzte und Fachärzte in 47 geografischen Bereichen verglichen. Daraus ergab sich beispielsweise, dass ein Patient in Sachsen gegenwärtig im Durchschnitt knapp vier Kilometer Wegstrecke (Luftlinie) zu seinem Hausarzt braucht. Den kürzesten Weg um die drei Kilometer haben die Westsachsen in Crimmitschau, Glauchau und Reichenbach. Die größte Entfernung müssen hingegen die Ostsachsen überwinden. In Niesky, Großenhain und Dippoldiswalde verlängert sich die Strecke schon mal auf acht Kilometer.

Bei den Internisten wiederum sind die Wege in Chemnitz, Leipzig und Plauen besonders kurz, in Niesky, Torgau und Eilenburg dagegen am längsten. Im Einzelfall kommen dort über 40 Kilometer Anfahrt zusammen.

Dominik Graf von Stillfried, Geschäftsführer des Zentralinstituts, sagte, dass gegenwärtig noch eine „ganz gute Versorgungslage“ herrsche. Das Problem werde sich aber verschärfen, weil die Zahl der Studienplätze in Sachsen zu gering sei und Absolventen oftmals lieber angestellt arbeiten wollten, erwiderte Klaus Heckemann, Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen.

Klepsch erklärte, neben den vorhandenen Fördermaßnahmen wie dem Landärzte- und dem Telemedizinprogramm sei das Gutachten eine gute Grundlage, um weitere Handlungsalternativen zu entwickeln. Um dem Ärztemangel auf dem Land zu begegnen, arbeiten Kassenärztliche Vereinigung, Krankenkassen und Sozialministerium bereits eng zusammen. Für die künftige medizinische Versorgung werde man auch über neue Modellregionen nachdenken müssen, sagte Klepsch. Wichtig sei, dabei auch die Bürgermeister vor Ort mit einzubeziehen.

Von Roland Herold

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