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AOK entlastet Mitglieder um 200 Millionen

AOK entlastet Mitglieder um 200 Millionen

Erfolgreiches Jahr für die Krankenkasse AOK Plus in Sachsen und Thüringen: Der gesetzliche Versicherer wird 2014 mit einem Überschuss von rund 200 Millionen Euro abschließen.

Das erklärte Vorstandschef Rainer Striebel gestern vor Journalisten in Dresden. "Das Jahr ist gut gelaufen", fügte er hinzu. Mit dem neuen Beitragssatz von 14,9 Prozent würden die Beitragszahler in Sachsen und Thüringen um 250 Millionen Euro im Jahr entlastet. In diesem Jahr werde mit einem Defizit von etwa 200 Millionen Euro gerechnet. Die Kasse gebe damit die Überschüsse praktisch zu 100 Prozent als Ausgaben wieder an die Versicherten zurück, sagte Striebel.

2,72 Millionen Versicherte

Die AOK Plus hat in beiden Ländern mit insgesamt 2,72 Millionen Versicherten einen Marktanteil von 47,9 Prozent unter den gesetzlichen Krankenkassen, in Sachsen allein liegt er mit 1,92 Millionen Versicherten bei 51,7 Prozent. Das bringt bundesweit einen Top-Ten-Platz.

Deutschlandweit hätten insgesamt nur sechs weitere Kassen einen Beitrag von unter 15 Prozent, in Sachsen und Thüringen gebe es nichts günstigeres. Striebel legte Wert darauf, dass die AOK auch mit guten Leistungen und gutem Service für sich werbe. Beispielsweise Osteopathie und professionelle Zahnreinigung würden weiterhin unterstützt. Bisherige Bonusprogramme sollen möglicherweise neu ausgerichtet werden. 27 000 Versicherte hat die Kasse im vergangenen Jahr dazugewonnen. Das Netz von 142 Filialen mit 6500 Mitarbeitern werde erhalten.

Milliardenpolster

Der aktuelle Beitrag sei für drei Jahre kalkuliert, zur Finanzierung kann sich die Kasse auf ein in den Jahren 2011 bis 2013 aufgebautes Finanzpolster von 1,1 Milliarden Euro stützen. Die Ausgaben lagen 2014 nach vorläufigen Zahlen bei rund 8,5 Milliarden Euro, in diesem Jahr sollen es neun Milliarden sein. Die Verwaltungsausgaben belaufen sich laut Vize-Vorstand Stefan Knupfer auf rund 430 Millionen Euro und damit stabil rund 4,5 Prozent der Gesamtausgaben.

Die größten Ausgabeblöcke (Stand: 30. September) sind die Krankenhausbehandlungen (38,4 Prozent) sowie Arzneimittel (18,3 Prozent) und Ärztliche Behandlungen (16,1 Prozent). Der in den letzten Jahren zu beobachtende Anstieg bei Operationen stagniere inzwischen. Es sollte jedoch über die Bildung von Zentren für bestimmte Eingriffe nach- gedacht werden. "Wo es wenige Fälle gibt, sind die Komplikationen häufiger", sagte Striebel. Über den Krankenhaus-Navigator der Kasse im Internet soll- ten sich Patienten vor Operationen "sehr genau" informieren. Er sprach sich für eine noch stärkere Nutzung der Telematik aus. Patienten auf dem Land könnten so von Experten in Unikliniken profitieren.

77 Millionen Euro an Beiträgen erlassen

Im Kampf gegen die Überlastung von Beitragszahlern hatte der Bund alle Kassen zur Streichung bestimmter Beitragsrückstände und Säumniszuschläge aufgefordert. Die AOK hat für 35 500 Mitglieder 77,6 Millionen Euro erlassen, die zwischen 2007 und 2013 aufgelaufen sind. Die Mindereinnahmen wirken sich allerdings beim Gesundheitsfonds aus, in den alle gesetzlich Versicherten einzahlen und aus dem die Kassen dann ihr Geld erhalten. 75 Millionen Euro schulden Mitglieder der AOK derzeit noch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.01.2015

Ingolf Pleil

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