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20 000 Kilometer für die Wildkatz' - Sachsen stellt neuen Wegeplan vor

20 000 Kilometer für die Wildkatz' - Sachsen stellt neuen Wegeplan vor

Ausgestorbene leben länger. Bis 2011 galt die Wildkatze mehr als 100 Jahre lang als unwiederbringlich verloren für den Freistaat Sachsen. Nun kehrt die scheue Schönheit allmählich und beinahe unbemerkt auf Samtpfoten zurück.

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Scheuer Rückkehrer: Wildkatzen ernähren sich meist von Feldmäusen.

Quelle: dpa

Zunächst mehr auf der Durchreise aus Richtung Thüringen, Bayern oder auch Tschechien, soll sie doch bald auch in Sachsen wieder richtig heimisch werden.

Damit das gelingt, stellte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Sachsen in Dresden gestern einen eigenen Wildkatzenwegeplan für den Freistaat vor. Lange breite und weniger breite grüne Lebensadern, die von tatsächlichen und potenziellen Lebensräumen im Harz, im Fichtelgebirge oder auch im Thüringer Wald zum Einwandern nach Sachsen führen. Felis silvestris - so lautet der lateinische Begriff für Wildkatze - soll nämlich langfristig über geeignete Verbindungskorridore zu den Wäldern in den Nachbarbundesländern animiert werden, zurückzukehren. Eine Art Planfeststellungsverfahren für Wildkatzentrassen.

"Unser langfristiges Ziel ist es, in Deutschland ein Netzwerk verbundener Waldgebiete von einer Länge von 20 000 Kilometern zu schaffen", sagt die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel. Dies entspräche in etwa der Hälfte des Erdumfangs. Ein Projekt, das über mehrere Generationen hinweg schrittweise verwirklicht werden soll. Das alles auf der Grundlage des BUND-Projektes Wildkatzensprung, einem der größten Naturschutzvorhaben in ganz Europa.

Der daraus resultierende Wildkatzenwegeplan zeigt nun in einer Art Wanderkarte, wo die geeignetsten Routen wären, aber auch wo es Konfliktstellen mit den vorhandenen Verkehrsadern - allen voran die Autobahnen - gibt. Und wo eintönige Fichtenforste der Wiederansiedelung im Wege stehen, weil Wildkatzen strukturreichen Wald mögen. Noch sind die einzelnen Lebensraumgebiete weitgehend isoliert voneinander.

"In Sachsens Wäldern könnten bis zu 1600 Wildkatzen leben", schwärmt Sachsens BUND-Chef Felix Ekardt. "Aber die Wälder sind Kilometer voneinander getrennt, von vielen Straßen zerschnitten und oftmals von eintönigen Fichtenforsten dominiert." Das soll sich nun ändern.

Geplant sind gemeinsam mit anderen Akteuren wie der Unteren Naturschutzbehörde Vogtlandkreis, Jagdverbänden und den Forsten lange grüne Korridore quer durch das Bundesland. Die Idee, die dahinter steht, lautet: Wenn die scheue Wildkatze erst einmal Sachsen wieder für sich entdeckt, könnten langfristig auch andere bedrohte Arten folgen. Denn die Wildkatze hat den Status einer Leitart.

Die vier größten und am besten geeigneten Streifgebiete liegen in der Lausitz, im Vogtland, im Erzgebirge und in der Sächsischen Schweiz. Insgesamt im Freistaat wären etwa 29 Prozent der Gesamtfläche geeignet. Diese Vernetzung der Lebensräume sei der Schlüssel zum Erhalt einzelner Arten und der biologischen Vielfalt insgesamt, unterstreicht der Direktor der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, Dietmar Kammerschen.

Noch wandert die Wildkatze nur vereinzelt und in großen Abständen vor allem durch die Gohrischheide in Nordsachsen und durch das Vogtland. Immerhin hinterlässt sie dabei Spuren - wie im vogtländischen Bergen. Almut Gaisbauer, Projektkoordinatorin Wildkatzensprung beim BUND Sachsen, ist davon hellauf begeistert. "Dass die Wildkatze ausgerechnet hier auftaucht, haben wir schon vor Jahren prognostiziert. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass unser Vorhersagemodell funktioniert."

Erschwert wird die Suche nach der seltenen Schönheit durch den Umstand, dass die Wildkatze nun einmal der Hauskatze sehr ähnelt und darum häufig verwechselt wird. Im Gegensatz zu ihr ist sie jedoch meist grau mit creme-gelbem bis ockerfarbigem Ton und weißem Kehlfleck. Die Fellfarbe insgesamt ist verwischter. Eine breitere Schnauze, kräftigere Schnurrhaare und ein buschiger Schwanz sind weitere Unterscheidungsmerkmale.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.04.2015

Roland Herold

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