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1150 neue Lehrer: Sachsen stellt verstärkt Quereinsteiger ein

Lehrermangel 1150 neue Lehrer: Sachsen stellt verstärkt Quereinsteiger ein

Sachsen setzt kurz vor Beginn des neuen Schuljahres verstärkt auf Seiteneinsteiger, um den Unterricht abzusichern. Im Schnitt seien 45 Prozent der freien Stellen mit Quereinsteigern besetzt worden, erklärte Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) am Donnerstag in Dresden.

Künftig sollen auch Quereinsteiger in den sächsischen Schulen unterrichten.

Quelle: Archiv / dpa

Dresden. Sachsen setzt kurz vor Beginn des neuen Schuljahres verstärkt auf Seiteneinsteiger, um den Unterricht abzusichern. Im Schnitt seien 45 Prozent der freien Stellen mit Quereinsteigern wie diplomierten Naturwissenschaftlern besetzt worden, erklärte Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) am Donnerstag in Dresden. Besonders hoch ist der Anteil von Beschäftigten ohne Lehramtsausbildung an Oberschulen (58 Prozent) und Grundschulen (45 Prozent). An den Gymnasien sind 4 Prozent der neu eingestellten Lehrer nicht entsprechend ausgebildet.

„Auf dem Arbeitsmarkt finden wir nicht die Lehrer, die wir benötigen - weder in Quantität noch in Qualität“, so die Ministerin. Zudem wollten 70 Prozent der Bewerber nur in Dresden oder Leipzig unterrichten. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Situation auf dem bundesweit heiß umkämpften Lehrermarkt noch einmal verschärft, erklärte Kurth. In Sachsen wurden bisher für das neue Schuljahr 1148 Lehrstellen besetzt - geplant waren 1200. Kurth betonte, dass es sich dabei um vorläufige Zahlen handele. Andere Bundesländer gehen in die heiße Phase bei der Einstellung ihrer Lehrer - und können dabei teilweise mit besseren Angeboten oder einer Verbeamtung locken. Allein in Leipzig hätten jüngst 30 Bewerber ihre Zusage wieder zurückgezogen. In den nächsten Tagen und Wochen werde man daher verstärkt über die Attraktivität des Lehrberufs und bessere Rahmenbedingungen sprechen, kündigte Kurth an. Am Nachmittag sollten dazu Gespräche mit den Lehrergewerkschaften sowie dem Finanzministerium geführt werden.

Auch der Sächsische Lehrerverband forderte Sachsen angesichts der unzureichenden Zahl der Bewerber zum Handeln auf: „Sachsen muss mit attraktiveren Bedingungen bundesweit um Lehrernachwuchs werben“, so der Landesvorsitzende Jens Weichelt. Gleichzeitig sprach er mit Blick auf die Seiteneinsteiger von „dramatischen Dimensionen“. Problematisch sei dabei vor allem die fehlende Vorbereitungszeit auf den Einsatz im Unterricht. Kurth bat Eltern und Schüler um einen „Vertrauenvorschuss“ für die Lehrerneulinge: Seiteneinsteiger könnten durch ihre Erfahrung eine Bereicherung sein. Sie werden in den nächsten Wochen durch pädagogisch-didaktische Fortbildungen qualifiziert, zudem stehen ihnen erfahrene Mentoren zur Seite.

Im neuen Schuljahr werden rund 400 000 Schüler an den 1353 öffentlichen Schulen unterrichtet - 10 000 Jungen und Mädchen mehr als im vergangenen Schuljahr. In 530 Vorbereitungsklassen werden rund 9200 Flüchtlingskinder unterrichtet. Zwar werde vor jeder Klasse ein Lehrer stehen, die Unterrichtsversorgung sei aber angespannter als zuvor, so die Ministerin. Die Stellen für Honorarkräfte und Springer, die als Vertretungslehrer einspringen, werden daher im neuen Schuljahr von 80 auf 270 Stellen aufgestockt. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 16 Millionen Euro. Unter den Vertretungslehrern sind den Angaben zufolge auch pensionierte Lehrer oder ehemalige Dozenten. Die Linke kritisierte, dass Kurth den Lehrermangel nicht in den Griff bekomme. Daran seien vor allem die im Vergleich zu anderen Bundesändern niedrigen Nettogehälter schuld. Grünen-Politikerin Petra Zais bezeichnete die aktuellen Zahlen zum Schuljahresbeginn als „Absage an den Qualitätsanspruch von Schule.“

Insgesamt haben sich in diesem Jahr 1200 Lehrer in den Ruhestand verabschiedet, rund 1870 Lehrer wurden neu eingestellt. Damit habe Sachsen auf die Renten-Abgänge und die steigenden Schülerzahlen reagiert, erklärte die Kultusministerin. Mit einer Entspannung wird aber frühestens 2018/19 gerechnet. Weil die Zahl der Lehramtsstudienplätze nach oben geschraubt wurden, kommen dann mehr angehende Lehrer auf den Markt. Bis dahin müsse man ein „Tal der Tränen“ durchschreiten, so Kurth.

dpa

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