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"ravir film" drehte für ihren neuen Dokumentarfilm über den Klimawandel auch in Dresden

"ravir film" drehte für ihren neuen Dokumentarfilm über den Klimawandel auch in Dresden

Es geht nicht darum, den Leuten den erhobenen Zeigefinger zu zeigen. Es geht auch nicht um wissenschaftliche Erklärungen oder Lösungsvorschläge.

Der Film soll die Zuschauer zum Nachdenken anregen. Sie sollen sich mit dem Thema neu beschäftigen. Und sich selbst und ihre Sichtweisen im Film entdecken. Der Film, um den es hier geht, heißt "Reality or non reality - a little bit of both" ("Realitäten - von Jeder ein Bisschen") und thematisiert die beiden Extreme in der Wahrnehmung des Klimawandels - ein Mal in einer westlichen Großstadt und ein Mal in der Provinz von Bolivien.

Die Dresdner Produktionsfirma "ravir film" hat sich in ihrem neuen Dokumentarfilm dieses Themas angenommen. Uwe Nadler, Dorit Jeßner und Felix Göpfert sind der harte Kern von "ravir film" und haben sich schon während ihres Studiums immer wieder mit dem Thema befasst. Ausschlaggebend für den Dreh eines Dokumentarfilms war jedoch ein Freund von ihnen, Martin David, der heute am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen arbeitet und für Forschungszwecke schon öfters in Bolivien war. Gemeinsam mit ihm vertieften sich in Gesprächen die Ideen. Dabei merkten sie, dass der Klimawandel in den Medien omnipräsent ist. "Das Thema erscheint extrem oft in der Presse", so Uwe Nadler. Um sich nicht in die Reihe der bereits bestehenden Dokumentationen einzureihen, wählte "ravir film" einen anderen Fokus für diesen Film: Die Produktionsfirma wollte zwei Umfelder und damit zwei extrem unterschiedliche Wahrnehmungen des Klimawandels mit der Kamera einfangen, aber niemanden dabei belehren. Quasi ein Blick von oben auf das Geschehen.

"Der Film ist wie eine Collage zusammengestellt. Es war uns wichtig zu zeigen, dass es verschiedene Wahrnehmungen und Sichtweisen gibt, aber nur das eine Problem", erläutert Dorit Jeßner, die bei "ravir film" hauptsächlich für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. "Durch wen oder was der Klimawandel verursacht wird, ist nicht das Thema des Films." Martin David, der das Drehbuch mitgeschrieben hat, bringt sein Anliegen wie folgt auf den Punkt: "Der Film soll eine Lücke besetzen zwischen Alltag und Wissenschaft. Wir versuchen, die beiden Extreme bildlich auf einen Nenner zu bringen."

Dafür filmten sie zum einen unter anderem den bolivischen Kleinbauern Lorenzo, der in seinem Leben noch nie etwas von dem Klimawandel gehört hat, der aber merkt, dass sich etwas auf seinem Feld verändert - und zum anderen den urbanen Stadtbewohner. Vergangenen Sonntag drehten sie im Hauptbahnhof und World Trade Center in Dresden, um das alltägliche Leben eines Großstadtmenschen darzustellen.

"Die Menschen in den Städten erfahren nur aus den Medien vom Klimawandel, sie haben keinen direkten Bezug dazu", erklärt Uwe Nadler, Kameramann und Drehbuchautor bei "ravir film". "Die Bauern in Bolivien dagegen wissen meistens nichts über den Klimawandel, sind aber direkt davon betroffen."

Das Team reiste im November letzten Jahres nach Bolivien, genauer gesagt nach Santa Cruz und Postrervalle. "Eine Überschwemmung hatte die Kartoffelernte eines Bauern in Postrervalle zerstört, aber er nahm sein Schicksal als gegeben hin", so Uwe Nadler. "Die Gründe, warum das passiert, werden nicht hinterfragt", ergänzt Felix Göpfert, Verantwortlicher für die technischen Komponenten beim Dreh.

Der bolivischen Provinz stellen sie eine typische Alltagssituation eines Stadtbewohners gegenüber. Umgeben von Medien, Menschen und moderner Architektur stand die Dresdner Schauspielerin Franziska Hoffmann im Hauptbahnhof vor der Kamera. Dabei ging es aber nicht vorrangig um die Landeshauptstadt, sondern schlicht um den urbanen Raum. "Theoretisch hätte es jede andere Großstadt sein können", so Uwe Nadler. "Nicht zwangsläufig Dresden."

Der Film "Reality or non reality - a little bit of both" soll in drei Sprachen erscheinen, auf deutsch, englisch und spanisch. "Bis spätestens 10. Juli soll der Film fertig sein", lächelt Uwe Nadler. "Wir würden ihn nämlich gerne beim DOK-Festival in Leipzig einreichen." Die Dokufilm-Festivals, beispielsweise in Prag oder das Umundu-Festival in Dresden, sind die ersten Anlaufstellen für Nadler, Jeßner und Göpfert. "Unsere zweite Schiene wäre es dann, den Film zu verkaufen, dass er auch im Fernsehen laufen kann." Das Schönste für Uwe Nadler wäre es allerdings, wenn die Dokumentation im Vorprogramm eines Programmkinos laufen könnte.

Das Team von "ravir film" bezahlte die Produktion größtenteils aus eigener Tasche, trotz einiger Sponsoren. Nach wie vor sind sie auf der Suche nach Spendern, denn der Film kostet auch in der Studioarbeit noch Geld. Auf der Homepage der Firma findet sich dafür ein Spenden-Button. "Wir arbeiten gerade am Sound-Design", erklärt Dorit Jeßner. "Dafür sind auch Kleinstbeträge willkommen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.05.2012

Annette Thoma i Der Trailer, weitere Infos zum Film und zur Produktionsfirma und der Spenden-Button unter www.ravir.de

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