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Von Red Bull bis Universal Music - Der Dresdner Sebastian Linda ist als Filmemacher weltweit gefragt

Von Red Bull bis Universal Music - Der Dresdner Sebastian Linda ist als Filmemacher weltweit gefragt

Jeder Skater kennt wohl den Film "Born to Skate" - eine Roadmovie-Dokumentation zweier Freunde auf ihrem letzten gemeinsamen Trip zu den Wurzeln des Skateboardens.

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Sebastian Linda (li.) arbeitete für sein letztes Projekt "Schnee Running" mit den beiden Free Runnern Leo (re.) und Jo zusammen

Quelle: Ralf U. Heinrich

Der Film lief 2010 deutschlandweit in den Kinos, ist auch jährlich bei ZDF.kultur zu sehen. Was viele nicht wissen: Hauptakteur und Regisseur Sebastian Linda, der in "Born to Skate" nach einer schweren Verletzung das Skaten eigentlich aufgegeben hat, ist kein bekannter Hollywood-Produzent und auch kein Schauspieler, der in Miami oder New York in Saus und Braus lebt. Ganz im Gegenteil: Sebastian Linda ist ein bodenständiger Filmemacher und leidenschaftlicher Skater, der in der Dresdner Johannstadt wohnt.

Seit seinem zwölften Lebensjahr ist die Kamera Sebastians treueste Begleiterin. Das nötige Handwerk hat sich der heute 30-Jährige komplett selbst angeeignet. Als Jugendlicher produzierte er kleine Skate-Filme, schließlich auch Werbefilme für Vereine. Dass das Filmen seine Berufung ist, war ihm bei Zeiten klar und so studierte er in Darmstadt Medienproduktion. Bereits während seines Studiums erhielt er seine ersten Aufträge, mittlerweile arbeitet der Dresdner unter anderem für Red Bull, Saturn und Universal Music.

Ein paar Beispiele: Für das Musikprojekt Schiller drehte Sebastian in Bangkok das Musikvideo zum Titel "Lichtermeer", für die Saturn-Kampagne "All you can schlepp" war der Dresdner Videokünstler ebenfalls engagiert und für Red Bull dreht der 30-Jährige vor allem Skate- oder Wakeboard-Filme. Von seinen Engagements kann er problemlos leben. Im Rahmen seiner Aufträge ist der Johannstädter in der ganzen Welt unterwegs, verbringt die meiste Zeit aber trotzdem in Dresden. "Ich fahre nur für ein paar Tage zum Dreh. Danach geht es wieder nach Hause. Die meiste Zeit nimmt die Vor- und die Nachbereitung in Anspruch", erklärt Sebastian. Wenn es möglich ist, dreht er sowieso am liebsten in Dresden. Für die Landeshauptstadt hat er sich vor knapp drei Jahren entschieden. "Ich habe für mein künstlerisches Schaffen eine neue Stadt gesucht. Dresden bietet einfach unglaublich viele und schöne Plätze zum Drehen. Außerdem sind hier kaum Filmemacher zu Hause", erklärt der 30-Jährige.

Wenn ihn seine Kunden fragen, warum er ausgerechnet in der sächsischen Landeshauptstadt dreht, kontert er immer mit derselben Antwort: "Weil Dresden die schönste Stadt Deutschlands ist." Doch was macht seine Arbeit so besonders? Was finden große Firmen wie Red Bull oder Universal Music an dem Dresdner? Die Antwort scheint ebenso einfach wie auch kompliziert zu sein. Sebastian selbst beschreibt seine Filme als "bewegt, dynamisch, hochwertig, actionreich, natürlich und dokumentarisch". Außenstehende würden wohl oft auch Worte wie verträumt oder episch finden. Fakt ist: Seine Filme sind etwas Besonderes, sein Blick fürs Detail und witterungsbedingte Besonderheiten ist einzigartig. Doch nicht nur sein Talent macht die Filme zu dem, was sie sind: "Ich arbeite meistens in einem kleinen Team oder ganz alleine", erzählt Sebastian. Der Grund liegt auf der Hand: Unzählige Kameras, Lichtequipment, Visagisten und Regieanweisungen nehmen einer Situation die Natürlichkeit. "Am liebsten ist es mir, wenn ich für meine Protagonisten unsichtbar bin", erklärt der Filmemacher.

Aber nicht nur beruflich, sondern auch privat ist Sebastian Linda oft mit seiner Kamera unterwegs. Die Hälfte seiner Arbeiten seien beruflich, die anderen für ihn persönlich. Neben seinen zahlreichen Skate-Filmen dreht er gern Dokumentationen. So zum Beispiel "Mr. Elektro". Die Dokumentation beschäftigt sich mit dem Wunderheiler "Mr. Elektro". Hintergrund: Auf einer Reise durch Südost-Asien begegneten Sebastian und seine Freundin Sophia Maier dem an Krebs erkrankten Holländer Mike. Dieser berichtete ihnen von einem balinesischen Wunderheiler mit angeblich übernatürlich-elektrischen Kräften. Die Geschichte weckte natürlich die Neugier des Filmemachers und so reisten er und seine Freundin nach Bali, um den Wunderheiler persönlich zu treffen - und die Entscheidung hat sich gelohnt. Grund: Die Dokumentation "Mr. Elektro" schaffte es im vergangenen Jahr ebenfalls ins Kino, lief zweimal in der Schauburg. "Die erste Vorstellung war komplett ausverkauft, die zweite zur Hälfte", erzählt Sebastian.

Und was plant der Videokünstler als nächstes? "Ich will mit meinen Skateboard-Freunden demnächst nach Asien fliegen. Dort soll ein weiterer Film entstehen." Außerdem will Sebastian seine Film-Workshops weiter ausbauen. "Es macht mir Spaß, mein Wissen weiter zu geben und die Welt des Filmens nach Dresden zu bringen." Nadine Steinmann

@Weitere Informationen auch im Internet unter www.sebastian-linda.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.02.2014

Nadine Steinmann

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