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Volldigitalisierung in Dresdens Kinos naht

Volldigitalisierung in Dresdens Kinos naht

2012 war ein erfolgreiches Kinojahr für die meisten Dresdner Filmtheater: Überraschungs-Hits wie "Ziemlich beste Freunde", aber auch der Bond-Streifen "Skyfall" und das Mittelerde-Märchen "Der Hobbit" bescherten fast allen Häusern mehr Besucher und sorgten für techni- sche Aufrüstungen.

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Jeremy Irons im "Nachtzug nach Lissabon".

Quelle: Concorde

Von Heiko Weckbrodt

2012 war ein erfolgreiches Kinojahr für die meisten Dresdner Filmtheater: Überraschungs-Hits wie "Ziemlich beste Freunde", aber auch der Bond-Streifen "Skyfall" und das Mittelerde-Märchen "Der Hobbit" bescherten fast allen Häusern mehr Besucher und sorgten für techni- sche Aufrüstungen. Die Trends 2013: Sonderveranstaltungen werden immer wichtiger, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Und: Selbst die kleinen Kinos steigen bis zum Jahresende alle auf Digitalprojektion um.

"Ufa-Kristallpalast"

"2012 war ein sehr gutes Jahr für uns", schätzt Theaterleiter Till Grahl ein. 525 000 Besucher (fünf Prozent mehr als im Vorjahr)empfing das "Ufa" an der St. Petersburger Straße. Zu den Publikumsrennern zählten "Ziemlich beste Freunde", "Skyfall" und "Der Hobbit". Bei Sonderveranstaltungen wie den Visiten des Komikes Otto und von Wolfgang Stumph wurde das Haus "fast überrannt", so Grahl. "Solche Extraveranstaltungen bringen Leute ins Haus und die Verleiher sehen: Da tut sich was", sagt er. 2013 soll es auch wieder viele Sportübertragungen auf großer Leinwand geben, so den "Superbowl" Anfang Februar. Im ersten Quartal will das Ufa auf das neue Dolby-Sound-System "Atmos" umstellen, das für einen volleren, besseren Filmklang sorgen soll. Auch werden in zwei Sälen die Digitalprojektoren auf doppelte Auflösung ("4k") umgestellt.

"Programmkino Ost"

Für das Kino an der Schandauer Straße zahlt sich der Umbau mehr und mehr aus. Um satte 15 Prozent auf 182 000 stiegen die Besucherzahlen. "Wir haben von ,Ziemlich beste Freunde' überdurchschnittlich profitiert, weil uns die Leute mit europäischen und vor allem französischen Filmen assoziieren", glaubt Betreiber Sven Weser. Auch sei das Publikum breiter geworden: Kamen früher vor allem eingefleischte Filmkunst-Freunde, sind es nun auch mehr Kinder und Familien. Auch "große" Filme wie die 2D-Variante des "Kleinen Hobbits" halfen - den guckten sich vor allem 3D-Abstinenzler im "Ost" an. Nachdem bereits zwei Säle digitalisiert wurden, will Weser bis Mai auch in den anderen drei Sälen Digitalprojektoren installieren. "Wir müssen einfach", sagt er. Denn selbst von Programmkino-Filmen wollen die Verleiher statt 800 Euro teurer Analog-Kopien nur noch billigere Digitaldateien auf Festplatten verschicken.

"Rundkino"

Zugelegt hat nach dem Betreiberwechsel auch das Rundkino. Neben Blockbustern wie "Skyfall", "Hobbit" und "Ziemlich beste Freunde" macht Cineplex-Sprecher Robert Schünemann dafür auch die Spezialangebote verantwortlich: Originalfassungen, Sonderveranstaltungen für Frauen, aber auch Klassik-Übertragungen kommen gut an. Demnächst will das Rundkino eine neue Reihe "Kino et Vino" starten, bei der zu ausgewählten Filmen Weine und Snacks des Herkunftslandes kredenzt werden.

"Thalia"

Leicht gesteigert auf über 23 000 Zuschauer hat das Thalia in der Neustadt seine Besucherzahlen. Magneten seien Streifen wie die französische Tragikkomödie "The Artist" gewesen. Betreiber Stephan Raack will in diesem Jahr weiter am Sonderveranstaltungsprogramm feilen und mehr Konzerte zu Filmen statt Lesungen ausrichten. "Nur Kino machen allein reicht heute nicht mehr", ist er überzeugt. Auch er will sein Kino in diesem Jahr digitalisieren, den Analogprojektor indes weiter behalten. Zudem stehe eine Saal-Renovierung an, bei der auch die Sitze erneuert werden: "Seit der Eröffnung vor reichlich acht Jahren haben wir mehr Besucher gehabt als je erwartet", sagt Raack, dies habe zu Abnutzungen geführt.

"KiF"

Zufrieden zeigt sich das "Kino in der Fabrik" - die Zuschauerzahlen seien gestiegen, so KiF-Betreiberin Conny Apel. Auch für sie steht in diesem Jahr die Digitalisierung der restlichen Säle an - bisher konnte das KiF nur im kleinen Saal Digitalkopien vorführen. Die Fördergelder dafür seien bereits beantragt. Ein erster Höhepunkt steht am 20. Januar an, wenn Margarethe von Trotta mit ihrem Film "Hannah Arendt" ins KiF kommt.

"Cinemaxx"

Für das Haus am Schillerplatz haben sich die Investitionen in Konzept (Werbefreiheit und Familienfreundlichkeit) und in Technik (hochauflösende und HFR-Projektoren) bewährt: Nach durchwachsenen Ergebnissen in den Vorjahren steigerte das Großkino 2012 seine Besucherzahlen um 30 000 auf etwa 250 000. "Ziemlich beste Freunde" - eigentlich eher ein Programmkino-Film - wie auch "Skyfall" und "Der Hobbit" waren Kassenschlager. Normale 3D-Filme liefen laut Theaterleiterin Theresa Gerstenberger "nicht so gut". Dafür waren die Hobbit-Vorführungen mit den neuen Projektoren, die 48 statt 24 Bilder je Sekunde darstellen (HFR-Technik) mehrmals ausverkauft. In diesem Jahr will die Chefin das Familienprofil ausbauen.

"Schauburg"

115 000 Besucher entsprechen einer leichten Steigerung zum Vorjahr - 2012 war "normaler Betrieb", so Betreiber Stefan Ostertag. Auch bei ihm waren die "Ziemlich besten Freunde" Zugpferde, andererseits habe es im Sommer auch "katastrophale Wochenenden" gegeben. Auch hier steht die Digitalisierung an, zudem neue Klimatechnik und - je nach finanzieller Lage - neue Stühle. Ostertag will die Analogprojektoren aber nicht einmotten: Für das Schulkino mit seinen teils jahrzehntealten Filmen gibt es oft nur Analogkopien. Auf dem 2013er Plan stehen Kinderfest, Filmfest und Poetry Slam, außerdem im Herbst eine lateinamerikanische Filmwoche.

"UCI"

"Das Kinojahr 2012 war sehr gut", meint UCI-Sprecher Torsten Schenk. Mit seinen Besucherzahlen liege das Großkino im Elbepark "leicht über Vorjahresniveau" - genaue Angaben wollte er jedoch nicht machen. Sehr gut angekommen sei die Projektor-Umrüstung auf "High Frame Rates" (HFR) für den "Hobbit". Mitte 2012 hatte das UCI zudem seinen großen Saal erneuert, dort teils Ledersitze eingebaut, die Leinwand vergrößert und auf bessere Projektoren mit einer Auflösung von 4000 Bildpunkten (4K) aufgerüstet. Auch 2013 soll es wieder Opern- und Ballett-Übertragungen (teils live aus Paris und Moskau) wie "Nabucco", "Hänsel und Gretel" und "Schwanensee" geben.

"KiD"

Dass es kleine Ein-Saal-Filmtheater im umkämpften Dresdner Kinomarkt nicht leicht haben, hat sich im "Kino im Dach" gezeigt: Mit nur noch rund 8000 Besuchern setzte sich der Publikumsschwund fort - schon im Vorjahr waren weniger als 10 000 Filmfreunde (minus zehn Prozent) gekommen. Betreiber Bernhard Reuther will das KiD-Profil nun schärfen. In der Praxis heißt das, dass er fast nur noch Nischenfilme mit kleinem Zuschauerpotenzial zeigen kann. Die frühere Kooperation mit dem nahen PK Ost, durch die er früher an publikumswirksamere Streifen herankam, ist de facto geplatzt: Seitdem das "Ost" fünf eigene Säle hat, braucht es keine Nachspielstätte mehr, um vom Verleih Kopien zu bekommen. Gut angekommen seien aber zum Beispiel der israelische Film "Die Wohnung" über deutsch-jüdische Schicksale und die Doku über den - inzwischen verstorbenen - Aktfotografen Günter Rössler, sagt Reuther. In diesem Jahr will er mit Partnerkinos die "Nordischen Filmtage" wieder aufleben lassen. Und auch er rechnet damit, dass er wegen des Drucks der Verleiher um eine Digitalisierungsinvestition nicht mehr herumkommt.

"Django Unchained" (ab heute): Auf den neuen Tarantino-Western mit Christoph Waltz als Kopfgeldjäger setzen sowohl Multiplexe wie Programmkinos große Hoffnungen.

"Hitchcock" (ab 7. Februar): Anthony Hopkins spielt den Meisterregisseur während der Dreharbeiten von "Psycho".

"Hannah Arendt" (seit 10. Januar): Margarethe von Trottas Porträt über die streitbare Totalitarismus-Forscherin.

"Nachtzug nach Lissabon" (ab 7. März): Literaturverfilmung mit Jeremy Irons als Gymnasiallehrer Gregorius, der von einem Tag auf den anderen ein neues Leben als Portugalforscher beginnt.

"Stirb Langsam 5" (ab 14. Februar): Bruce Willis macht mal wieder alles kaputt.

"Star Trek 12: Into Darkness" (ab 16. Mai): Modisch-trendige Jungraumfahrer - nun auch in 3D.

"Die Monster Uni" (ab 20. Juni): Pixars Prequel zum Animationsfilm "Monster AG".

"Der Hobbit 2 - Die Einöde von Smaug" (ab 12. Dezember): Bilbo und die Zwerge robben weiter in Hochauflösung und Super-3D gen Osten vor.

Stalingrad-Reihe im "Thalia" ab 24. Januar: mit alten Perlen wie "Stalingrad" (SU 1943, 24.1.) und "Hunde, wollt ihr ewig leben" (BRD 1958, 31.1.).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.01.2013

hw

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