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Tellkamps „Turm“ kommt Ende 2012 als Zweiteiler ins Fernsehen

Tellkamps „Turm“ kommt Ende 2012 als Zweiteiler ins Fernsehen

Uwe Tellkamps preisgekrönter Roman „Der Turm" soll Ende 2012 im Ersten als Zweiteiler ausgestrahlt werden. „Die Idee wird Wirklichkeit", sagte MDR-Fernsehdirektor Wolfgang Vietze am Dienstag bei den Dreharbeiten auf dem unsanierten Schloss Cotta bei Pirna.

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Die Schauspieler Jan-Josef Liefers (l.) Sebastian Urzendowsky und Claudia Michelsen am Set der Dreharbeiten für den Fernseh-Zweiteiler „Der Turm“ im Schloss Cotta in Dohma-Cotta.

Quelle: dpa

Der Film wird im Auftrag der Dreiländeranstalt von TeamWorx produziert. Bis Dezember sind 50 Drehtage geplant.

Das Projekt hat ein Gesamtbudget von 6,7 Millionen Euro und wird unter anderem von der Mitteldeutschen Medienförderung unterstützt. Regisseur Christian Schwochow kann auf ein hochkarätige Schauspielerensemble setzen, zu dem mit Jan Josef Liefers als Richard Hoffmann, Claudia Michelsen als seine Frau Anne und Stephanie Stumph als Ina Rohde sogar drei Dresdner gehören. Hochzeit bei den Türmern: Die schwangere Braut trägt Polyester-Spitze, der Bräutigam Präsent 20, der Neffe NVA-Uniform. In Uwe Tellkamps preisgekröntem Roman hat Ina Rohde nicht geheiratet. „Die Szene ist eine Interpretation", sagte Regisseur Christian Schwochow („Novemberkind"). Im Buch sei dies aber der Zeitpunkt, an dem die ganze Familie noch einmal zusammenkomme - vor dem Zerfall der Hoffmanns.

„Der Turm" setze die Linie der DDR-Verfilmungen wie „Nikolaikirche" oder „Weissensee" fort, sagte Vietze. Die beiden je 90-minütigen Teile werden noch bis Anfang Dezember in Dresden und Umgebung, Görlitz, Bad Düben, Pilsen (Tschechien) und Berlin gedreht. Das 6,7 Millionen Euro-Projekt wird finanziell von der Mitteldeutschen Medienförderung und dem Medienboard Berlin- Brandenburg unterstützt.

„Ich habe mich sehr gefreut auf diesen Film und diese Geschichte", sagte der 47-Jährige Liefers. Er erfülle die fehlende Differenzierung beim Thema DDR. Weil sich diesmal schwarz und weiß zu den Graustufen vermischten, die das Leben ausmachten, habe er erstmals für einen DDR-Film zugesagt.

Für ihn wie für Claudia Michelsen ist der Dreh auch eine Reise in die Vergangenheit. „Die Erinnerungen sind automatisch da", sagte die 42-Jährige. Die Schauspieler, die sich schon seit der Teenagerzeit kennen, lebten aber damals in der Stadt und haben andere Erfahrungen. Das von Tellkamp beschriebene Reich der „Türmer", das Nobelviertel Weißer Hirsch, eröffne sich ihnen erst jetzt. Das knapp 1000-Seiten- Werk haben beide gelesen - mit Mühe. „Auf Seite 100 hat es mich dann gekriegt", bekannte Liefers.

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Uwe Tellkamps Alter Ego, der 17-jährige Christian Hoffmann, besteigt die Standseilbahn, um vom Internat nach Hause – zum Haus seiner Eltern, dem „Haus Karavelle“ - zu kommen.

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Die nächste Aufführung am 30. September ist bereits ausverkauft, Karten gibt es noch für den 13. Oktober.

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Drehbuchautor Thomas Kirchner hat das Epos über das Leben der Bildungsbürger im Dresdner Turmstraßenviertel zwischen 1982 und 1989 komprimiert. Der Film skizziert das Doppelleben des Chirurgen Richard Hoffmann, die Spannungen in der Familie, den erzwungenen Wehrdienst von Sohn Christian, dessen Widerstand und seine Zeit im Gefängnis. Am Ende sind das Land in Aufruhr, die Ehe der Eltern zerrüttet, Mutter und etliche Bekannte in der Oppositionsbewegung. In weiteren Rollen sind Nadja Uhl, Götz Schubert, Sergej Moya, Udo Schenk oder Peter Sodann besetzt.

„Es war ein langer Weg, den Stoff zu bekommen", erzählte Produzent Nico Hoffmann („Dresden", „Der Tunnel"). Tellkamp selbst freue sich auf die Interpretation seines Materials, berichtete Regisseur Schwochow. „Als wir uns verabschiedeten, hat er gesagt, dass er großes Vertrauen in uns hat."

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Uwe Tellkamp wurde für seinen Roman "Der Turm" mehrfach ausgezeichnet.

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dpa

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