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Tatort-Kommissar Martin Brambach im Interview: "Ich habe bildhafte Erinnerungen an meine Kindheit in Dresden"

Tatort-Kommissar Martin Brambach im Interview: "Ich habe bildhafte Erinnerungen an meine Kindheit in Dresden"

Taucht in einem Krimivorspann der Name Martin Brambach auf, ist in aller Regel der Mörder schon vor der Tat entlarvt. Seine Rollen als Fiesling sind ausgezeichnet und sein Markenzeichen.

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Martin Brambach spielt künftig im Dresdner Tatort.

Quelle: Dominik Brüggemann

Mit dem neuen Tatort aus Dresden wechselt Schauspieler Martin Brambach jedoch die Seiten und mimt ab 2015 den Kommissariatschef. Im Interview berichtet er über seine neue Aufgabe und alte Erinnerungen an Dresden.

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Martin Brambach hat die ersten sechs Jahre seines Lebens in Dresden gelebt und kehrt gerne an die Elbe zurück.

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Frage: Herr Brambach, gucken Sie privat Tatort?

Brambach: Ja. Persönlich schaue ich sehr gerne den Münsteraner Tatort, aber auch die Münchner, Kölner und Wiener. Manchmal gibt es Filme, die sind zu ambitioniert oder es gibt zuviel Ballerei. Aber bei Til Schweiger muss ich sagen, dass ich da sogar Respekt vor der filmischen Umsetzung habe: Der Showdown auf der Elbphilarmonie - das war geil, das habe ich gerne gesehen.

Die Tatorte, abgesehen von den Til-Schweiger-Filmen, haben häufig eine politische Komponente. Ist das für Sie ein wichtiger Aspekt im Tatort?

Eine gewisse gesellschaftliche Relevanz wünsche ich mir. Der Tatort ist aber gleichzeitig Unterhaltungsfernsehen. Im besten Fall hat der Tatort beides. Die Wiener haben zum Beispiel Humor und trotzdem sind sie tiefgründig und erreichen eine politische Dimension. Das ist auch die Chance dieses Formats, dass man schwierige unangenehme Dinge einem großen Publikum präsentieren kann.

Wie bereiten Sie sich denn auf ihre Rolle vor? Stehen Sie in Kontakt mit der echten Polizei?

Ich erzähle mal eine Anekdote: Wir haben für Soko Wismar, wo auch ein Polizeibeamter war, eine Einführung erhalten. Der hat uns gezeigt, wie man eine Waffe hält. Im Anschluss hat er demonstriert, wie eine Tür eingetreten wird. Dabei hat er sich das Bein verstaucht. Ich führe sehr oft die Diskussion, dass die Polizei so etwas in Realität komplett anders machen würde. Aber für mich ist der Film Fiktion. Es gibt meiner Meinung nach Situationen, wo die Exaktheit sehr wichtig ist. Trotzdem sollten wir uns einige Freiheiten behalten und den Kommissar am Tatort nicht in einen Ganzkörperanzug stecken. In welchen deutschen Film ist das so?

In vielen unterstützenden Rollen sieht man sie als fiesen und bösartigen Darsteller. Werden Sie im neuen Tatort ihre drei Kommissarinnen unter die Fittiche nehmen und triezen?

Das ist noch völlig offen. In der Ausschreibung steht „Er ist kein Frauenflüsterer, aber auch kein Rumschreier“. Da ist also noch alles möglich, vielleicht ist er beides. (lacht laut)

Wie viel Einfluss auf ihren Charakter können Sie bei Dreharbeiten nehmen?

Das ist eine Frage der Chemie mit den Kollegen und dem Regisseur vor Ort. Habe ich andere Phantasien und möchte etwas ganz anderes als im Drehbuch steht, dann ist es eine Frage des Mutes und des Durchsetzungsvermögens. Wir werden aber im Vorfeld schon sprechen und können die Figur so bereits vorab deuten.

Sie haben 2011 in einem Interview gesagt, dass sie eigentlich nicht Tatort-Kommissar werden wollen, da die Rolle zu vielen Zwängen unterliegt. Jetzt sind Sie einer...

Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Ich muss meine Miete auch zahlen und ein besseres Angebot als den Tatort muss man im Deutschen Fernsehen erstmal finden. Das ist dann doch etwas Besonderes und ich fühle mich geschmeichelt. Den großen Ausschlag hier zuzusagen, hat aber Drehbuchautor Ralf Husmann gegeben. Ich glaube, in Deutschland kann kaum jemand so böse pointiert und genau beobachtet schreiben wie er. Klar kann man als Kommissar nicht die Bandbreite darstellen, aber ich hoffe, es wird interessant.

Sie haben die ersten sechs Jahre ihres Lebens in Dresden gelebt. Welche Beziehung haben Sie heute zu dieser Stadt?

Der Kontakt nach Dresden hat sich nach meinem Wegzug verloren, weil meine Verwandten in Halle lebten. Eigentlich war ich nach der Wende nur wenige Male hier, habe ab und an gedreht. Aber ich habe bildhafte Erinnerungen an meine Kindheit in Dresden. Ich war zum Beispiel im Rundkino auf der Prager Straße zum ersten Mal im Kino. So sind mir vor allem Bilder im Kopf geblieben. Ich war noch mal in Altcoschütz und habe nichts wieder erkannt. Das war ein Dorf und wir haben in einem alten Fachwerkhaus gelebt. Jetzt mit 47 fange ich an, mich mehr für meine Herkunft zu interessieren.

Gibt es einen Lieblingsort für Sie in Dresden?

Das ist dann doch etwas zu lange her, aber ich werde ein paar Orte auf jeden Fall aufsuchen. Ich werde mit Sicherheit nach Oberloschwitz fahren und an den Elbwiesen spazieren gehen. Es gibt also ein paar Orte, die ich wieder in meine Erinnerung holen möchte.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute.

Die Fragen stellte Dominik Brüggemann.

Dominik Brüggemann

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