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Sönke Wortmann nahm sich Lutz Hübners Komödie "Frau Müller muss weg" an - Dreharbeiten in Dresden

Sönke Wortmann nahm sich Lutz Hübners Komödie "Frau Müller muss weg" an - Dreharbeiten in Dresden

Elternaufstand in der vierten Klasse - denn die ostdeutsche Lehrerin Frau Müller gefährdet mit schlechten Noten die Qualifikation der vermeintlich lieben Kleinen fürs Gymnasium.

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Sönke Wortmann im Dresdner Ufa-Palast.

Quelle: Andreas Herrmann

Eine Delegation von fünf besorgten Eltern fällt deshalb in die fiktive Dresdner Grundschule "Juri Gagarin" ein. Sie planen den Rückzug der Klassenleiterin (gespielt von der aus Bautzen stammenden Gabriela Maria Schmeide), damit ihre Sprösslinge im großen Bildungsroulette eine Runde weiterkommen.

Das Erfolgsstück - die Uraufführung am Dresdner Kleinen Haus ist seit fünf Jahren de facto immer ausverkauft - schrieb Lutz Hübner zusammen mit seiner Frau Sarah Nemitz im Auftrag des Staatsschauspiels. Für den Film führte nun Sönke Wortmann Regie. Am Sonntag, vier Tage vorm bundesweiten Kinostart am Donnerstag, gab es im Dresdner Kristallpalast eine exklusive Vorpremiere. Zuvor unterhielt sich Andreas Herrmann für die DNN mit dem Regisseur.

Frage: Sie sind selbst dreifacher Vater - Ihre Kinder gehen alle aufs Gymnasium?

Sönke Wortmann: Ja, aber freiwillig. Sie wurden weder gezwungen noch geschoben.

Sie haben den Film auch in Dresden gedreht: Wann und wo war das?

Die Dresdner Drehzeit war im März 2013, den Namen der Schule darf ich aber nicht sagen. Das ist wie bei Ihrem journalistischen Grundsatz mit dem Informantenschutz: So wie Sie Ihre Quellen nicht preisgeben, bewahren wir unsere Geheimnisse. Wir wollen Illusionen herstellen - aber wenn man genau verrät, wie das geschieht, dann ist die Illusion ja weg.

Verraten Sie uns aber, welcher Anteil der Drehzeit auf Dresden entfiel?

Ja, natürlich. Das war ungefähr ein Drittel der gesamten Drehzeit. Wir haben auch draußen gedreht, waren auf der Augustusbrücke und am Goldenen Reiter, haben also auch die schönen Seiten der Stadt im Film.

Es gibt ja gewisse Variationen im Schulwesen zwischen den Bildungssystemen. Das Stück spielt in Sachsen und spiegelt ein Ost-Sujet - glauben Sie, dass der Film in Ost wie West gleichermaßen funktioniert?

Ganz wichtig ist erst einmal, dass er überhaupt funktioniert. Aber die Frage habe ich mir bislang noch gar nicht gestellt, denn das Sujet ist schon gesamtdeutsch, die Probleme mit der Schule die gleichen. Das Grundproblem von Stück wie Film, nämlich dass die Eltern für ihre Kinder das Beste wollen - in diesem Falls, dass ihr Kind unbedingt aufs Gymnasium kommt - ist überall dasselbe.

Es hieß, dass Sie gestern gemeinsam mit Lutz Hübner das Stück in seiner Dresdner Fassung angucken wollen. Das stand aber gar nicht auf dem Spielplan-

Stücke, die ich selbst inszeniere oder inszeniert habe, gucke ich mir grundsätzlich nicht an. Denn man kann dabei eigentlich nur enttäuscht werden: Entweder von der anderen oder der eigenen Inszenierung. Ich habe "Frau Müller" vor drei Jahren am Berliner Grips-Theater selbst inszeniert, kenne also Figuren und Dialoge ganz genau.

Sie haben nun insgesamt sogar drei Drehbuchautoren - neben Lutz Hübner und Sarah Nemitz auch noch Oliver Ziegenbalg?

Für die beiden Autoren des Stückes war es das erste Kinodrehbuch. Und wie das oft so ist: Man erarbeitet verschiedene Fassungen, aber letztlich fehlt noch irgendwas - man spürt es, aber weiß nicht genau, was es ist. Mit Oliver Ziegenbalg kam dann ein sehr erfahrener Kinoschreiber dazu. Der hat es noch einmal kurz durchgepustet - dann war es fertig!

Nun gilt Hübner als sehr akribischer Autor - seine Arbeit an der Theaterfassung endet gewöhnlich erst mit der Generalprobe. War das am Set ähnlich?

Nein, das Drehbuch war schon weit vorher fertig. Die Grundlage war ja gegeben, dann geht es generell recht schnell.

Nun gibt es im Gegensatz zum Stück eine Figur zusätzlich - den Hausmeister. Wozu brauchen Sie den denn?

Diese Figur ist meine Idee. Das Stück spielt ja nur im Klassenzimmer, aber beim Film sind wir nun auch rausgegangen: Er spielt auf den Fluren, dem Schulhof, in der Turnhalle, im Schwimmbad. Ein Hausmeister macht großen Sinn in einer Schule, denn ab und an muss ja einer aufschließen. Und es ist ganz lustig mit ihm, denn er sieht immer Dinge, die er nicht sehen soll.

Kommen dank Ihrer Bekanntheit die Stoffe immer mehr zu Ihnen?

Ja, aber ich habe aber auch immer mehr die Möglichkeit, mir die Stoffe selbst zu suchen. Die Chance auf einen Treffer wächst mit der Erfahrung. Meine Herausforderung besteht inzwischen darin, nicht immer Ähnliches zu machen, sondern Neues zu finden.

Was fehlt Ihnen denn noch?

Es fehlt noch ein Thriller. Da habe ich im Moment auch noch keine Idee.

Spielen Sie denn noch Fußball in der Autorennationalmannschaft?

Nee, dafür bin ich mittlerweile zu alt, ich war ja dort Läufer im Mittelfeld.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.01.2015

Andreas Herrmann

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