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Sebastian Linda ist mit "Journey of the Beasts" für den Deutschen Webvideopreis nominiert

Sebastian Linda ist mit "Journey of the Beasts" für den Deutschen Webvideopreis nominiert

Dass ein Skateboard, ein Kinder- und Jugendspielzeug, wie hierzulande viele denken, zwei Kulturen miteinander verbinden kann, scheint unmöglich zu sein.

Doch wie so oft im Leben ist das Unmögliche möglich, und der Dresdner Sebastian Linda hat es bewiesen. Für seinen Film "The Journey of the Beasts" waren er und zehn weitere Skater drei Wochen lang zu Gast in Indonesien und auf Bali. "Mein Hauptgedanke war es, unbekannte Orte, unbekannte Plätze für das Skaten zu entdecken", erklärt der 31-Jährige. Ein verlassener Zoo, das Dach eines alten Clubs, ein Affenwald und viele kleine Orte Indonesiens erkundeten der Dresdner und sein Team. Doch das Erstaunlichste waren für das Filmteam immer wieder die Begegnungen mit den Menschen - mit Kindern, Erwachsenen und auch älteren Einheimischen, die noch nie zuvor in ihrem Leben ein Skateboard gesehen haben und begeistert auf das in ganz Europa bekannte Rollbrett reagierten.

Herausgekommen ist ein 30-minütiger Film, der unglaubliche Landschaften, eine uns fremde Kultur und die Leidenschaft des Skatens miteinander verbindet. Im Internet hat der Film fast eine halbe Million Klicks erreicht und ist nun für den Deutschen Webvideopreis nominiert. Mit diesem ehrt die European Web Video Academy seit fünf Jahren die herausragendsten Internetstars. Die Verleihung findet am 13. Juni in Düsseldorf statt. "Der Film ist sowohl in der Kategorie bestes Sportvideo als auch als Film des Jahres nominiert", sagt Sebastian Linda.

Den Preis für die beste Kameraführung konnte er sich bereits sichern. "Das war eine reine Juryentscheidung. In den anderen Kategorien hat das Publikum noch ein Wörtchen mitzureden", erklärt der Dresdner, der bereits 2014 als Sieger in der Kategorie "Best Video of the Year" hervorging. Mittlerweile arbeitet er für große Firmen wie Red Bull und zuletzt für Glashütte Uhren.

Doch am meisten liebt er es, Szenen aus dem wahren Leben einzufangen. Der Film "Journey of the Beasts", den er im August 2014 veröffentlichte und der bereits in der ersten Woche 100 000 Zuschauer begeisterte, war für ihn ein absolutes Traumprojekt. "Wir sind jeden morgen um 4 Uhr aufgestanden und einfach losgefahren", erzählt der Dresdner. Dabei sind sie, wie bereits erwähnt, auch mit vielen Menschen in Kontakt gekommen. "Natürlich ist das Skaten nicht in ganz Bali unbekannt. Aber die meisten Einwohner sind durch die Medien überhaupt nicht vorgeprägt, kennen beispielsweise Tony Hawk nicht. Sie treten dem Skateboard völlig unbefangen gegenüber." Und so kam es nicht selten vor, dass das Team von Sebastian Linda einer ganzen Schulklasse in einem kleinen Dorf das Skaten beibrachte. Auch dem 55-jährigen Mr. Elektro, ein balinesischer Heiler, über den der Dresdner vor einigen Jahren eine Dokumentation drehte, wollte unbedingt das Skaten erlernen. "Dort haben wir wieder gemerkt, dass man nie zu alt ist für diesen Sport. Die Begeisterung dafür kann in jedem geweckt werden", so der 31-Jährige, der selbst leidenschaftlich gern auf dem Board steht. Und noch heute - über ein Jahr nach dem Besuch der Dresdner auf Bali - schickt Mr. Elektro den Jungs Videos von seinen neuesten Tricks.

Begeisterung bei seinen Zuschauern zu wecken, ist Sebastian Linda Lohn genug. Natürlich freut er sich über die Nominierung beim Deutschen Webvideopreis, doch Auszeichnungen sind ihm nicht wichtig. Er möchte Menschen mit seinen Filmen berühren. "Wenn jemand mein Video gesehen hat und sich am nächsten Tag ein Skateboard kauft, ist das das beste Gefühl", so der Kreative. Seine Produktionen stehen nach eigener Aussage für lang verdrängte Träume, die sich mancher nie getraut hat zu verwirklichen. "Wer wollte früher nicht Ballerina oder Profi-Skater werden? Ich will zeigen, was möglich ist, wenn man seine Kindheitsträume weiterlebt."

Nach diesem Prinzip hat auch der Dresdner sein Leben in die Hand genommen, drehte bereits mit zwölf Jahren seine ersten Videos. Heute ist er ein angesehener Filmemacher. Für das restliche Jahr ist er ausgebucht, kann sich mittlerweile seine Aufträge aussuchen. Unterstützung erhält er dabei von seiner Frau, die er im vergangenen August geheiratet hat. "Ich bin ein sehr kreativer Mensch, aber mit organisatorischen Dingen hab ich es einfach nicht so", erzählt der Skater lachend. Doch sein Wissen an andere weiterzugeben, daran findet er viel Freude. "Ich werde auch öfter von Universitäten für Vorlesungen und Workshops angefragt. Diese Option kann ich mir für meinen späteren beruflichen Weg sehr gut vorstellen."

Doch bis es so weit ist, möchte er noch zahlreiche, spannende Projekte verwirklichen. Und am 13. Juni geht es für den Dresdner erst mal nach Düsseldorf zur Verleihung des Deutschen Webvideopreises, der in diesem Jahr von Schauspieler Christian Ulmen moderiert wird. Das Besondere zum Jubiläum: Zum ersten Mal ist auch das Fernsehen umfassend dabei. NDR, SWR, WDR, das Bayerische sowie das Schweizer Fernsehen übertragen die Preisverleihung live auf ihren Internetseiten und zeigen am Folgetag jeweils im Abendprogramm ein Best-of der Veranstaltung.

Wer für Sebastian Linda und "Journey of the Beast" noch seine Stimme abgeben möchte, kann dies im Internet unter www.webvideopreis.de tun. Dabei zählt jede Stimme, denn die Gewinner werden zu jeweils 50 Prozent von der Academy und den Zuschauern bzw. den Fans bestimmt. Also rein klicken und abstimmen!

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.05.2015

Nadine Steinmann

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