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Schauspielerin Hendrikje Fitz mit 54 Jahren gestorben

Immer voller Fröhlichkeit Schauspielerin Hendrikje Fitz mit 54 Jahren gestorben

Sie hatte immer Hoffnung. Auch im letzten Sommer, obwohl die große Hitze sie immer wieder seltsam schwindelig machte. Ein paar der heißen Wochen verbrachte sie in Italien, dem Land, das sie liebte. Ende des Sommers ging Hendrikje Fitz dann zum Arzt, auch ein Hirn-CT wurde dabei gemacht. Diagnose: Metastasen.

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Ein ideales Paar für 18 Jahre in der ARD-Serie "In aller Freundschaft": Hendrikje Fitz und Thomas Rühmann als Pia und Roland Heilmann.

Quelle: MDR/HA Kommunikation

Sie hatte immer Hoffnung. Auch im letzten Sommer, obwohl die große Hitze sie immer wieder seltsam schwindelig machte. Ein paar der heißen Wochen verbrachte sie in Italien, dem Land, das sie liebte – und nicht nur, weil Freunde dort lebten. Ende des Sommers ging Hendrikje Fitz dann zum Arzt, auch ein Hirn-CT wurde dabei gemacht. Diagnose: Metastasen.

Hoffnung blieb weiter in ihr. Aber so war Hendrikje Fitz eben: immer optimistisch, immer fröhlich, immer diese Lachfalten um die melancholischen, braungrünen Augen. So habe ich sie seit 1998, seit sie bei „In aller Freundschaft“ dabei war, bei jeder Begegnung erlebt. Hendrikje Fitz spielte Pia Heilmann, die selbstbewusste Frau neben Chefarzt Roland Heilmann, durchlitt Krankheiten und familiäre Katastrophen, spendete eine Niere, verlor ein Kind im sechsten Monat, verzieh ihrem Roland eine Affäre mit Folgen, erlebte die Herzverpflanzung beim Sohn und überstand ihre Erkrankung an Brustkrebs. Das war zwei Jahre vorm August 2014, in dem tatsächlich ein Brusttumor bei Hendrikje Fitz entdeckt wurde. Chemo, Operation und Bestrahlungen folgten, die Erkrankung wurde in der Klinik-Erfolgsserie des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) eingebaut. Hendrikje Fitz selbst hatte den Wunsch. So voll Lebensfreude wie sie war, konnte sie sich immer nur ein glückliches Ende vorstellen.

Schauspielerin wurde sie erst spät und mit Verzögerung. Der Schatten von Vater Peter Fitz, ein Star des Theaters und nicht unbekannt im Kino, war zu tief und zu lang. So studierte sie nach dem Abbruch der Schule erst einmal drei Jahre Modedesign, dachte aber nie daran, in den Beruf einzusteigen. Sie hatte einen anderen Traum, jobbte, nahm privat Schauspiel-Unterricht, trat in Off-Theatern auf und spielte, nachdem der Regisseur sie ahnungslos und zufällig in einer Kneipe angesprochen hatte, mit Vater Peter im Kinodrama „Hinter dem Spiegel“ – als Tochter. Das war 1989. Als dann die Mauer gefallen war, sprach Hendrikje Fitz an vier kleinen Stadttheatern im Osten vor – und blieb in Freiberg: „Ich war selig, eine schöne Zeit, ich konnte mich richtig frei spielen – und bin auch von meiner Überfamilie gesundet.“ Zu der auch ihr jüngerer Bruder Florian Fitz zählt, der gern der deutsche George Clooney genannt wird.

Nach Freiberg kamen noch zwei Jahre am Theater Greifswald-Stralsund, dann kündigte sie einfach, suchte ein Jahr nach Beschäftigung, spielte hier und dort, tourte mit „Das Mörderspiel“ und ging zum „In aller Freundschaft“-Casting. Da traf sie auf Thomas Rühmann. Das Paar harmonierte. Das Paar war einfach ideal. Das Paar blieb für die nächsten 18 Jahre ein Erfolgspaar. Er als Arzt, der oft am Praktischen daheim scheitert, sie die einfühlsame, patente Frau mit wechselndem Job.

Vergangenheit. Am Donnerstagnachmittag verlor Hendrikje Fitz, die sich im Laufe der Jahre auch immer wieder stark sozial engagierte, mit 54 Jahren den Kampf gegen den Brustkrebs. „Hendrikje, du warst der größte Glücksfall für uns. Jetzt bist du nicht mehr da, wo du immer warst, aber du bleibst in unseren Herzen und bist überall dort, wo wir sind“, schrieben gestern ihre Kollegen erschüttert auf der Facebook-Seite der Leipziger Serie.

Norbert Wehrstedt

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