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Schauspieler Wolfgang Stumph wird 70

Von Struutz bis Frosch Schauspieler Wolfgang Stumph wird 70

Bomben-Entschärfer, Manager mit Burnout, Bankräuber: Wolfgang Stumph ist auch im Rentenalter auf Leinwand und Bildschirm präsent. Zwar steht nicht mehr zwingend das „St“ im Namen seiner Figuren, die Filme aber enthalten weiter eine Portion „Stumph“-Sinn.

Quelle: dpa

Dresden. Bomben-Entschärfer, Manager mit Burnout, Bankräuber: Wolfgang Stumph ist auch im Rentenalter auf Leinwand und Bildschirm präsent. Zwar steht nicht mehr zwingend das „St“ im Namen seiner Figuren, die Filme aber enthalten weiter eine Portion „Stumph“-Sinn. Der aus Schlesien stammende Wahl-Dresdner mit der markanten Nase, der an diesem Sonntag (31. Januar) 70 Jahre alt wird, sprudelt vor Ideen - wählt seine Projekte aber mittlerweile mit Bedacht aus. Nach fast fünf Jahrzehnten Karriere als Kabarettist und Schauspieler muss er sich und anderen nichts mehr beweisen.

Lieber nimmt er sich seit dem Eintritt ins Rentenalter mehr Zeit für die Familie. Allerdings hatte er vor fünf Jahren auch angekündigt: „Mit 66 fängt das Leben an, mit 67 gibt es ein bisschen Rente und mit 70 starte ich durch.“ Das gelingt dank guter Gesundheit und bewahrter Bodenständigkeit. Seinen beliebten ZDF-Kommissar Stubbe hat er nach 50 Fällen in den Ruhestand geschickt und der Serienfigur abgeschworen. Jenseits davon aber macht er weiter - wohldosiert und gemäß seinem Credo: „Wo Stumph draufsteht ist auch Stumph drin“.

Mit „Blindgänger“, „Bankraub für Anfänger“, „Stankowskis Millionen“ oder „Die Insassen“ brachte er wie schon als Kommissar Stubbe Themen ins Fernsehen, die dem politisch Interessierten unter den Nägeln brennen - teils als Komödie getarnt, aber mit dem nötigen Ernst. Die Einschaltquoten und seine hohe Popularität zeigen, dass er damit genau den Nerv des Publikums in Ost und West trifft. Seit 2002 gibt er als Gefängniswärter Frosch in „Die Fledermaus“ an der Semperoper regelmäßig sächselnd seine Meinung zu Politik und Gesellschaft zum Besten.

Schon in der Schulzeit machte Stumph Kabarett und pflegte sein darstellerisches Talent während einer Kesselbauer-Lehre und seines Ingenieurpädagogik-Studiums weiter. Als Schauspielstudent gründete er das Amateur-Kabarett „Die Lachkarte“ in Dresden, in der „Herkuleskeule“ und bei Gunther Emmerlichs „Showkolade“ reizte er die Grenzen der gestatteten Satire aus. 1990 dann eroberte „Stumpi“, wie der Mime nicht nur von Fans genannt wird, das gesamtdeutsche Kinopublikum - als Lehrer Udo Struutz in „Go Trabi Go“.

Die Geschichte der Ostfamilie, die mit Trabi „Schorsch“ nach Italien reist, wurde zum Klassiker - und Stumph machte auch Karriere im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Seine ZDF-Sitcoms „Salto postale“ und „Salto kommunale“ trafen Nerv, Zeitgeist und Lachmuskeln der Zuschauer. Stumph bringt die Probleme der kleinen Leute auf den Bildschirm - mit Schwejkscher Art und sächsischer Schlitzohrigkeit. Zig Kinofilme, mehr als 100 TV-Produktionen und viele Bühnenprogramme behandeln Themen, die ihn bewegen.

Er machte einen Arbeitslosen zum Ministerpräsidenten, war Klo-Mann im Bundestag, raufte sich im Hochwasser mit einem Wessi zusammen, bewahrte ein Flüchtlingsmädchen vor der Abschiebung und räumte in einer Wellnessklinik auf, statt sein Burnout behandeln zu lassen. Und er hat ein neues Betätigungsfeld ausprobiert - Dokumentarfilm. Seine Recherche im Trabi „Schorsch“ auf der Reiseroute von 1990 zu Drehorten und Kollegen des Erfolgs-Kinofilms „Go Trabi Go“ erreichte 25 Jahre danach bundesweit über zwei Millionen TV-Zuschauer.

Als Rentner genießt der vielfach preisgekrönte Mime, der weder Agentur noch Manager hat, die Freiheit, Projekte auszuwählen, eigene Ideen zu befördern und auch „Nein“ zu sagen. Zumal inzwischen eine Enkelin da ist. Und nicht zuletzt wacht der Vater noch aus der Ferne über Tochter Stephanie, die als „Stubbe“-Spross seit 1994 vor der Kamera heranwuchs. Sie hat sich längst einen eigenen Namen als Schauspielerin gemacht - „Stumpi“ ist auch da ihr größter Fan.

dpa

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