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Schauspieler Jörg Schüttauf spricht über den Dresden-Krimi „Die Draufgänger"

Schauspieler Jörg Schüttauf spricht über den Dresden-Krimi „Die Draufgänger"

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Der furchtlose Carl Berger (Dominic Boeer) und der verantwortungsvolle Familienvater Markus Maiwald (Jörg Schüttauf) gelten als das Top-Team des LKA Sachsen.

Trotz aller Gegensätze sind die beiden ein eingespieltes Team - und die besten Freunde. Am 23. Dezember feiert der im Sommer im Raum Dresden gedrehte Krimi „Die Draufgänger" Weltpremiere (20.15 Uhr/RTL). Bei guten Einschaltquoten soll eine kleine Serie folgen. DNN sprachen im Vorfeld mit dem Hauptdarsteller und Ex-Tatort-Kommissar Jörg Schüttauf.

Frage: Herr Schüttauf, sind Sie im wirklichen Leben ein Draufgänger?

Jörg Schüttauf: Nein, mein Draufgängertum hält sich ziemlich in Grenzen. Das gilt nicht nur für frauentechnische Dinge. Ich habe schon früher nicht als erster geschrien, wenn es darum ging, vom Zehn-Meter-Turm zu springen. Zumal in solchen Situationen oft keine Zeit mehr bleibt, um demjenigen im freien Fall zu sagen: Du sorry, da ist noch gar kein Wasser drin.

Carl und Markus sind zwei ziemlich gegensätzliche Charaktere. Ist Ihnen da der Familienmensch sympathischer?

Sympathisch sind sie meiner Meinung nach beide. Sie passen einfach zusammen wie plus und minus, schwarz und weiß, wie Yin und Yang. Aber es hat mich auf jeden Fall sehr gereizt, mal in so ein Kostüm zu schlüpfen. Denn solch einen Typen wie den Markus, der auf seine Art sicher einen Knacks weg hat, der immer gegen seinen Willen dem Kompagnon hinterher stiefelt und versucht, ihn zu beschützen, habe ich noch nie gespielt. Eine sehr amüsante Erfahrung. Zumal das Drehbuch äußerst witzig ist und ich die amerikanisch anmutenden Übertreibungen, das actiongeladene, in dieser Konstellation sehr mag.

Gedreht wurde in und um Dresden, sowohl in der historischen Altstadt als auch in der Sächsischen Schweiz. Keine hässliche Kulisse, oder?

Natürlich nicht. Ich finde es ganz großartig, dass sich RTL vom fernen Köln aus für diese wunderschönen Drehorte entschieden hat. Bei mir wurden am Set oft Kindheits- und Jugenderinnerungen wach, denn ich bin ja gar nicht weit entfernt in Chemnitz und im Vogtland aufgewachsen. Zu DDR-Zeiten sind wir zum Beispiel mit irgendwelchen Kletterfreaks und der 150er MZ zum Boofen ins Elbsandsteingebirge gefahren oder mit dem Rad über die deutsch-tschechische Grenze, wo ich mir dann ein schmackhaftes Pilsner gegönnt habe.

Zum Gegenspieler der „Draufgänger" wird ein verrückter Bombenleger. Ein Mann, der bei der Jahrhundertflut im August 2002 seine gesamte Familie verloren hat. Kann man sich in solch ein Schicksal hineinversetzen?

Teilweise schon. Ich habe das Hochwasser damals weiter nördlich an der Elbe miterlebt, selbst mitgeschippt wie ein Verrückter und die Panik, diese unheimliche Angst in den Augen der Menschen dort oben gesehen. Das war emotional gesehen eine extrem schwierige Zeit. Und wenn man sieht, wie manche im realen Leben in diesem Jahr nach einem neuen Hochwasser schon wieder vor den Trümmern ihres Schaffens stehen, dann erscheint der vermeintlich verrückte Charakter in unserem Krimi ein Stück weit menschlicher.

Den Rahmen des Films bilden große Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt und Lebensfreude. Verlieren solche Werte zunehmend an Bedeutung?

Das ist eine schwierige Frage, über die ich nicht urteilen kann. Aber zumindest die Bedeutung des Begriffs Freundschaft hat sich in letzter Zeit auf merkwürdige Art und Weise verschoben. Ich habe mich zum Beispiel vor einiger Zeit aus Neugier mal bei Facebook angemeldet und es ist erstaunlich, wie viele Leute plötzlich unbekannter Weise deine Freunde sein wollen. Wahre Freunde sind für mich Menschen, auf die ich mich in allen Lebenslagen verlassen kann. Da fallen mir etwa fünf ein und die reichen mir. Der Rest ist Familie und wenn es da freundschaftlich zugeht, haben wir es weit gebracht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22. Dezember 2010.

Interview: Christoph Stephan

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