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PAN darf weiter Filmnächte in Dresden ausrichten

PAN darf weiter Filmnächte in Dresden ausrichten

Die PAN GmbH darf die Filmnächte auch nach 2015 weiter am Königsufer ausrichten. Eine entsprechende Verlängerung hat der Stadtrat gestern Abend gegen die Stimmen von Linken, Grünen und SPD beschlossen.

Damit konnte sich das Konsortium um Clubbesitzer Wolle Förster (DNN berichteten) nicht durchsetzen, das der Stadt mehr Geld als PAN geboten hatte, wenn sie die Filmnächte übernehmen können. Allerdings soll nun Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) auf Vorschlag der Bürgerfraktion mit dem Freistaat verhandeln, ob dieser das Königsufer auch anderen Kulturveranstaltern zur Verfügung stellen könnte - außerhalb der Sommermonate, in denen PAN und Filmnächte die Hand auf dem Gelände behalten.

Nach dem relativ kurzfristig eingereichten Gegenangebot von Wolle Förster und Kollegen hatten zwar alle Parteien betont, dass sie die Filmnächte erhalten wollen - das Wie und Wer waren jedoch umstritten. Weil das Wolle-Konsortium der Stadt jährlich 40 000 statt nur 28 000 Euro wie PAN als Nutzungsentgelt für das Königsufer anbot, forderte die SPD eine Ausschreibung der Filmnächte. Das gehe gar nicht, hielt CDU-Stadtrat Steffen Kaden dagegen, da die Filmnächte als Konzept geistiges Eigentum der PAN sei, über 20 Jahre hinweg entwickelt.

Auch sie sei gegen Ideenklau, betonte Christiane Filius-Jehne von den Grünen. Aber sie wolle Nachverhandlungen, um mehr Naturschutz und Zufahrten für Rollstuhlfahrer zu erreichen. Die Linken setzten sich erfolglos dafür ein, in der Ausschüssen weiter zu diskutieren.

Die "PAN Veranstaltungslogistik- und Kulturgastronomie GmbH" beziehungsweise deren Vorläufer richten die Filmnächte seit 1991 am Elbufer aus. Als das Freiluftkino an Beliebtheit und Besuchern gewann und Investitionen nötig wurden, schlossen Freistaat, Stadt und PAN eine Reihe von Verträgen. In diesen Kontrakten überließ das Land der Stadt das Königsufer für den Sommer und das Rathaus gab das Gelände gegen ein Entgelt wiederum der PAN GmbH, damit diese dort die Filmnächte veranstalten konnten. Diese sind laut Vertrag auf 60 Veranstaltungstage - darunter maximal zwölf Konzerte, der Rest Filme - und höchstens 15 000 Besucher pro Konzert limitiert.

In der Folge investierte der Veranstalter ab 2008 rund 311 000 Euro, um die Sitzterrassen zu sanieren und den Hang zu befestigen. Weitere Mittel steckte die PAN in eine leistungsfähige Trafostation und neue Leuchten. Die Stadt bezuschusste indirekt einen Teil dieser Privat-Investitionen mit rund 266 000 Euro, indem sie Investitionen und Jahres-Entgelte über die Jahre hinweg miteinander verrechnete.

Fraktionsübergreifend unumstritten ist, dass die PAN-Idee Dresden eine kulturelle Sommerattraktion von mittlerweile überregionaler Ausstrahlungskraft beschert hat. In den vergangenen Jahren fanden die "Filmnächte am Elbufer" - je nach Wetterlage und Filmangebot - meist um die 150 000 Gäste pro Saison.

PAN drängt in jüngster Zeit auch deshalb auf eine Verlängerung der "Königsufervereinbarung", weil inzwischen weitere Reparaturinvestitionen vor allem an den Dächern notwendig sind, für die die bereits verschuldete Gesellschaft nur dann weitere Bankkredite erwarten kann, wenn sie dafür langfristige Einnahmen in Aussicht hat.

Heiko Weckbrodt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.05.2012

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