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Neue Nutzung für "Metropolis" in Sicht

Neue Nutzung für "Metropolis" in Sicht

Für das vor zwei Jahren geschlossene "Metropolis"-Kino im Waldschlösschen-Areal gibt es neue Hoffnung: Der Eigentümer, die Bayrische Immobilien AG, hat einen Nachnutzer gefunden.

Das teilte Patricia Friebel, die Vermieterin des Waldschlösschenareals, auf Anfrage mit. Noch im ersten Halbjahr 2012 soll es losgehen. Was dies allerdings für eine Nutzung sein wird, wollte sie nicht verraten.

Da das Gebäude allerdings speziell als Filmtheaterbetrieb gebaut wurde - sieben Säle mit insgesamt 1800 Plätzen -, sind ganz andere Nutzungsarten jenseits von Kino-, Veranstaltungs- oder Tagungsbetrieb nur unter großem Umbauaufwand realisierbar. Andererseits wäre es für eine Kinokette ein Wagnis, im mit Filmtheatern gesättigten Dresdner Markt einen Multiplex wiederbeleben zu wollen.

Großkino blieben Besucher weg

Das Großkino war ursprünglich unter dem Namen "Bofimax" 1997 in Betrieb gegangen. Im Jahr 2001 übernahm der frühere "Schauburg"-Betreiber Frank Apel den Multiplex, firmierte ihn zum "Metropolis" um und veränderte das Konzept: Er zeigte neben Hollywood-Kost vor allem auch ältere Filme und richtete Festivals aus. Ende 2009 musste Apel jedoch schließen: Statt 175 000 Besuchern anfangs hatte er zuletzt nur noch etwa 90 000 Jahresbesucher. Er machte dafür das ungünstige Umfeld im Zuge des Baus der Waldschlößchenbrücke verantwortlich. Am Ende saß er auf einem ordentlichen Schuldenberg im sechsstelligen Bereich. Diese Schulden arbeitet Apel nun nach und nach ab - unter anderem durch den Verkauf der Inneneinrichtung, die ihm gehört. So hat er in den vergangenen zwei Jahren 1600 Kinosessel verkauft - vor allem an Filmtheater wie das Dresdner "Kino in der Fabrik" seiner Gattin, aber auch an Lichtspielhäuser in Würzburg, Hamburg, Chemnitz und anderswo. "Zuletzt erst habe ich 250 Sitze nach Zittau verkauft", berichtete er.

Metropolis-Sessel zieren jetzt Lauben

Auch Einzelkunden griffen zu und staffierten ihre Lauben, Heimkinozimmer und Wohnstuben mit Kinosesseln aus dem "Metropolis". "Das waren nicht etwa nur Cineasten, sondern auch viele Leute, die einfach nur ein paar Sitze günstig haben wollten", erzählt der frühere Kinobetreiber. Aber es seien auch Enthusiasten darunter gewesen: Einmal wollte zum Beispiel ein Hamburger unbedingt zum Zuge kommen und ließ sich die Sessel sogar zusenden - obwohl für das Paar zu 50 Euro dabei satte 64 Euro Versandkosten fällig wurden.

Insgesamt hat Apel so rund 200 Sessel an Einzelhaushalte vertickt, ganze 200 sind noch übrig - die er am Freitag noch einmal zum Selberabschrauben feil bot. Wohl unabänderlich sitzen geblieben ist er aber auf drei seiner 35-Millimeter-Projektoren: "Alle wollen nur noch digitalisieren, da will keiner mehr Analogtechnik", ärgert er sich. Dabei sei das ein echtes Geschäft: Die Geräte haben ursprünglich 35 000 Euro gekostet, Apel bietet sie für 2000 an. "Inzwischen überlege ich, ob ich schon mal den Schrottpreis kalkulieren lasse". Heiko Weckbrodt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.01.2012

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