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Mit viel Musik wird das Filmfest von der Samstagnacht in seinen Abschlusstag gehen

Mit viel Musik wird das Filmfest von der Samstagnacht in seinen Abschlusstag gehen

Mit den Filmfest-Partys sind die Filmfest-Organisatoren immer wieder durch die Stadt gezogen und hatten nicht immer Filmfest-Glück dabei. Sehr schwierig wurde es, als phasenweise Preisverleihung und Tanzwut zusammenkamen - Publikum und Interessen standen sich gegenseitig im Weg dabei.

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Schräg, aber mit Durchblick: Socalled aus Kanada.

Quelle: PR

Es gab thematische Großveranstaltungen u.a. im Heizkraftwerk, Motto-Partys in der Scheune und im Parkhotel, Gaudi, Jux, Dollerei - manchmal arg bemüht, manchmal grandios. Zwischendurch sah es gar so aus, als käme man ohne Abschlussparty hin, was keinem internationalen Filmfestival gut zu Gesicht steht. Und diesmal? Wird die 2012 begonnene Zusammenarbeit mit Sunset Mission fortgesetzt. Da steht zumindest eines fest: Es wird vordergründig um Musik gehen, genauer: um gute Musik. Im Vorjahr wurden im Kleinen Haus mit Wrongkong, Kiasmos und Patrice Bäumel zwei Floors auf hohem Niveau bedient, diesmal sagt der Veranstalter selbst, man müsse die Party eigentlich Festival nennen. Erst recht an diesem Orte.

Auf dem Plakat sieht das altehrwürdige Hauptpost-Gebäude auf der Königsbrücker Straße fast architektonisch-futuristisch aus. Nicht nur die Nähe zum Kleinen Haus (wo in den Stunden zuvor die "Goldenen Reiter" vergeben werden) und zu den wichtigen Festivalkinos Schauburg und Thalia könnte zum Glückstreffer werden. Auch das für Stunden eingehauchte Kulturleben in der Kantine des in den frühen 1960ern errichteten und als Komplex heute einen traurigen Außenanblick bietenden Gebäudes. Wenigstens wird mittags im Raum wirklich noch gegessen.

Sixties-Mugge würde passen, doch das wäre wohl zu offensichtlich. Der Abend bringt fünf Live-Bands, einen Solo-Künstler und einen DJ (Barrio Katz) - alle sind vereint im Anspruch, dem Publikum das Tanzen zu lehren. Pop, Rock, Afro, Soul, Electronics pur, Disco, Club-Sounds, Sentiment, Rap, Drum und auch Bass - was fehlt eigentlich? Nichts, das noch in diese Nacht hineinpassen würde.

Zwei Bands bringen kaum Greifbares ins Motto ein: Socalled aus Kanada und Retro Stefson aus Island. Erstere sind Debütanten in der Stadt, die anderen gern gesehene Wiederkehrer. Josh Dolgin vereint mit Socalled auf der umwerfenden jüngsten CD "Sleepover" (Membran/Sony) über 40 Beteiligte - es geht von der Godspeed-Geigerin Sophie Trudeau bis zum serbischen Trompeter Boban Markovic, von der Hip-Hop-Koryphäe Roxanne Shanté bis zum Calypso-Leuchtturm Mighty Sparrow, vom Funk-Urgestein Fred Wesley bis zur Gospelsängerin Doris Glaspie. Genauso hören sich Socalled auch an. Und da ist noch lange nicht über Dolgin als Regisseur, Comiczeichner und Puppenbauer gesprochen.

Mit Retro Stefson machen sieben Isländer ihre eigene zeitgenössische Weltmusik - kaum Grenzen gibt es da in Sachen Sprache oder Stil. Wichtig nur, es muss in die Knochen fahren, genau das ist der Stil. Landsmann Hermigervill hat sich auf Remixe spezialisiert, auch auf solche von Retro-Stefson-Material. Ob er für sein Set wohl wieder das Theremin dabei hat? Was Jean-Michel Jarre kann...

Da solch eine auf sechs Stunden veranschlagte Nacht auch etwas Bremse verträgt, wurde der Leipziger Martin Enke verpflichtet. Als Lake People bringt er Ruhe ins House und das, nachdem er den Ort inspiziert hat. Susanne Blech wiederum ist keine Solistin, sondern Name einer fünfköpfigen deutschen Electronics-Band, die - ohne falsche Scham und treibend genug - mit deutschen Texten arbeitet. Blieben Bottled In England, ein dänisches Duo, das vor allem über Festivals längst im inneren Zirkel kundiger Menschen zu einem Geheimfavorit gewachsen ist. Drum'n'Bass, Dubstep, scharfe Breaks, Stimmen und Beats haben August Dyrborg und Daniel Vognstryp in nur zwei Jahren nach vorn geschoben. Und: Sie kommen wirklich über die Bühnen, veröffentlichen erst jetzt ihre erste EP außerhalb Dänemarks. "Architect" heißt sie - wenn auch die nicht mal zum Orte passt!

iPost., Sonnabend, 22 Uhr, Postkantine, Königsbrücker Str. 21-29

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.04.2013

Andreas Körner

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