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Karussell stellten im Rundkino ihren Hiddensee-Konzertfilm vor

Karussell stellten im Rundkino ihren Hiddensee-Konzertfilm vor

"Das war von Anfang bis Ende spannend", sagte ein begeisterter Besucher auf dem Weg zum Ausgang. Soeben hatte er mit anderen Rockmusik-Fans im Rundkino den Film "Karussell - Vier Tage auf Hiddensee" gesehen und neunzig Minuten lang die Bilder verschlungen, die authentisch, lebensfroh und frisch auf der großen Leinwand zu sehen waren.

Es war kein Konzertfilm, dennoch war viel Musik zu hören. Es war keine Bandbiografie, trug jedoch viel Biografisches in sich. Am Ende ist es ein Film über die Schönheit der Insel Hiddensee, in die sich die Musiker der Leipziger Rockband schon vor vielen Jahren verliebten.

Bereits in den 1970er-Jahren gegründet, konnte sich Karussell in der Folgezeit einen guten Namen unter den Rockmusik-Fans der damaligen DDR machen. Lieder wie "Wer die Rose ehrt", "Autostop", aber vor allem "Als ich fortging" erreichten hohe Plätze in den einschlägigen Wertungssendungen (heute: "Charts") und haben sich bis heute in der Erinnerung festgesetzt.

Die Musik spielt auch im Film eine große Rolle, zahlreiche frühe Hits und auch neue Lieder werden in verschiedenen Situationen (meist) angespielt, sei es "unplugged" mit hunderten mitsingenden Fans am Strand, in geselliger Runde mit Freunden in einer Hiddenseer Kneipe oder auf der großen Rockbühne eines Open Air-Konzertes direkt an den Kaimauern von Kloster. Doch viel intensiver und sehr liebevoll ist der Blick der Musiker auf die Insel Hiddensee, auf die schöne Landschaft, die Strände, den Leuchtturm, die Lieblingskneipe und die Geschichte der Insel. Der Film führt die Zuschauer an die Lieblingsplätze der Musiker, die hier nicht nur Musik machten, sondern auch ihren privaten Urlaub verbrachten. Sehr persönlich, intim und gespickt mit vielen Anekdoten. Angesichts der Bilder gewinnt man fast den Eindruck, es gehe gar nicht so sehr um Rockmusik oder die Gruppe Karussell. Dennoch ist die Verbindung zwischen der rauen, aber schönen Landschaft und der Band immer präsent, sehr originell und auf einfühlsame Weise umgesetzt.

Bevor der Film über die große Leinwand des Rundkinos flimmerte, erwartete die Besucher noch eine (angekündigte) Überraschung: Die Bandmitglieder Wolf-Rüdiger Raschke, Joe Raschke, Reinhard Huth und Benno Jähnert kamen in den Kinosaal und sangen zur Einstimmung auf den Film ihr Lied "Lieb ein Mädchen". Schon zuvor (wie auch danach) sah man sie im Foyer des Rundkinos im Gespräch mit ihren Fans. Karussell hautnah und ohne Berührungsängste - ganz im Gegensatz zu vielen heutigen kurzlebigen Musiksternchen.

"Karussell - Vier Tage auf Hiddensee" (auch auf DVD erhältlich) ist nicht - wie manch einer vermuten könnte - ein nostalgisch-verträumter Rückblick voller Wehmut oder anderer rührseliger Zutaten. Er hat rein gar nichts mit "Ostalgie" zu tun, zeigt viel mehr einen intimen Blick der Musiker auf die Schönheiten der Insel, verbunden mit vielen persönlichen Erinnerungen, an Auftritte, an Feiern am Strand, an die Menschen. 1982 spielte die Band zum ersten Mal ein Konzert auf Hiddensee, seit damals kehren sie immer wieder hierhin zurück.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.07.2015

Andreas Weihs

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